Landesfeier zum Volkstrauertag

Schülerbeitrag des Domgymnasiums Verden

15. November 2016

Prof. Rolf Wernstedt hält die Begrüßungsansprache

im Dom zu Verden

v.li. Bürgermeister Lutz Brockmann, Landrat Peter Bohlmann, Ministerpräsident Stephan Weil, Landesvorsitzenden Prof. Rolf Wernstedt, Landtagspräsident Bernd Busemann, Superintendentin Elke Schölper

Kranzniederlegung am Johanniswall

Kranzniederlegung am Jüdischen Mahnmal am Rathaus

"Vertrieben, geflohen-angekommen?“ Unter diesem Leitgedanken stand die diesjährige Landesfeier zum Volkstrauertag am 12. November im Dom zu Verden.

Angesichts der weltweit 65 Millionen Flüchtlinge hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. den Volkstrauertag 2016 unter das Thema „Flucht und Vertreibung“ gestellt. In der gemeinsamen Gedenkfeier vom Niedersächsischen Landtag, der Niedersächsischen Landesregierung, dem Landkreis und Stadt Verden sowie dem Volksbund Niedersachsen war das Thema Menschen auf der Flucht das zentrale Thema.

Superintendentin Elke Schölper hatte in ihrer Begrüßung zu Beginn der Gedenkfeier die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass von dieser Veranstaltung "ein Impuls von mehr Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft und Frieden in unserem Land ausgeht“. Anlässlich des Volkstrauertages wird den Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht.  „Auf unseren Kriegsgräberstätten liegen aber nicht nur Soldaten. Auch die Gräber von politischer Verfolgung, Flucht und Vertreibung, Kriegsgefangenen, Bombentoten, ermordeter Kinder gelten als Kriegsopfer“, erinnerte Professor Wernstedt in seiner Begrüßungsansprache.

„Diese Grabanlagen verstehen wir heute als Orte des Lernens für den Frieden. Und dass wir dies in Niedersachsen gemeinsam mit allen Parteien des Landtages und jeder Landesregierung tun können, erfüllt uns mit Dankbarkeit. In diesem Jahr ist es deswegen auch erstmals möglich, mit Hilfe vom Land bezahlten Schulreferenten unsere Arbeit zu verstetigen und auszubauen“, so Wernstedt weiter.

Schülerinnen und Schüler vom Domgymnasium hatten sich in ihren Beiträgen mit dem Thema Flucht und Vertreibung beschäftigt und das Schicksal von Familien aufgearbeitet, die zum Ende des II. Weltkrieg aus Schlesien in Richtung Westen gezogen sind. Zeitzeugen wurden interviewt und ihr leidvoller Weg in die Freiheit nachgezeichnet. Viele haben diesen Weg nicht überlebt.
Wie vergleichbar die Situation der Flüchtlinge damals zu heute ist, zeigt das Beispiel eines afghanischen Schülers, der auf seiner Flucht über die sogenannte „Balkanroute“ nach Deutschland unbeschreibliche Strapazen ausgesetzt war.
Ministerpräsident Stephan Weil nahm diesen Faden auf und machte deutlich „dass auch entfernte Regionen mit unserem Leben zu tun haben“. „Viele in Europa fürchten sich, das die aktuelle Flüchtlingssituation hier alles ändern könnte.“ Der Wunsch nach Abgrenzung entsteht. Diese Feindseligkeit gegenüber den Schutzsuchenden kann schlimme Folgen haben. Wie damals gehe es auch heute um das Leben und das Leiden einzelner Menschen. „Ihnen müssen wir helfen, so gut es geht“.
Landtagspräsident Bernd Busemann schloss alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und politischer Verfolgung im Totengedenken ein.

Die Gedenkfeier wurde musikalisch umrahmt vom Posaunenchor des Doms zu Verden unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Tilmann Benfer.

Im Anschluss fanden Kranzniederlegungen am Denkmal Johanniswall und am Mahnmal für die jüdischen Opfer am Rathaus statt. 

Begrüßungsansprache Professor Wernstedt als PDF

Gedenkrede Ministerpräsident Stephan als PDF

Bilder/Joachim Puppel

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