Thema Krieg und Menschrechte in der Leibnizschule Hannover

Ausstellung eröffnet

29. Mai 2017 Anette Gudsuzian

Ausstellung Krieg- und Menschenrechte in der Leibnizschule Hannover

Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit dem Jahresthema des Volksbundes

Noch bis zum 30. Mai in der Aula der Leibnizschule zu sehen

Hannover. Im Beisein des Geschichts-Prüfungskurses 11 von Geschichtslehrer Axel Ehlers und der Klasse 10c wurde am Donnerstag, 18. Mai 2017 in der Aula der Leibnizschule die Ausstellung „Krieg und Menschenrechte“ des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. eröffnet.

Schulleiter Kurt Veith begrüßte die Schülerinnen und Schüler sowie Ottmar Strehler, Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes, und Coskun Tözen, Bildungsreferent des Volksbundes in Hannover. Er betonte den Beitrag der Ausstellung für eine Erinnerungskultur, die vor allem zur Verhinderung weiterer Kriege beitragen möge.

Dass die junge Generation in Europa bisher von kriegerischen Auseinandersetzungen weitgehend verschont geblieben sei, müsse auch für die Zukunft ein erklärtes Ziel sein. Die Leibnizschule trage zum Beispiel durch Austauschfahrten mit Polen ihren Teil dazu bei, dass das Bewusstsein für den Wert eines gemeinsam gestalteten friedlichen Europas weiter wachsen könne. Außerdem verwies Veith auf die aktive Beteiligung der Schule an der Neugestaltung des Kinderfriedhofs in Nienstedt, der im Jahr 2015 offiziell als Kriegsgräberstätte eingeweiht worden war. Das Projekt eines Kunstkurses war durch den Volksbund pädagogisch und inhaltlich umfangreich begleitet worden.

Mit der provozierenden Frage, ob der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nicht etwas angestaubt sei, übergab Herr Veith das Wort an die Vertreter des Volksbundes, die diese Frage anschaulich beantworteten. Herr Tözen verwies auf das drängende Problem, dass Augenzeugen des Zweiten Weltkrieges inzwischen kaum noch lebten und dass Denkmäler mit Geschichts- und Erinnerungstafeln hier eine Lücke des kulturellen Gedächtnisses schließen könnten. So würden Kriegsgräber zu Lernorten der Erinnerungskultur.

Die andauernde Aktualität des Arbeit des Volksbundes ergebe sich zudem daraus, dass erst nach der Wende von 1989 die Moskauer Archive zugänglich wurden und zigtausende neue Informationen für den Westen zugänglich machten. Die zentrale Aufgabe des Volksbundes, Kriegsgräber deutscher Soldaten im Ausland zu finden, zu sichern und zu pflegen, ist ein staatlicher Auftrag, der durch die Bundesregierung erteilt ist. Dazu gehört auch, Anlaufstelle zu sein, wenn Angehörige nach gefallenen und vermissten deutschen Soldaten suchten. Für diese Gräbersuche kooperiert der Volksbund mit anderen weltweiten Suchdiensten.
Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Kenntnisse über den Ersten und Zweiten Weltkrieg geschickt einbringen, als es darum ging, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte historisch zu verorten und von der Gründung des Deutschen Roten Kreuzes über den Völkerbund bis hin zur Entstehung der Vereinten Nationen (UN) einen roten Faden herzustellen.

In der anschließenden Begehung der Posterausstellung ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler, bisher erworbenes Geschichtswissen zu vertiefen. An den präsentierten Biografien wurde deutlich, was der Einzelne durch – zugegeben außergewöhnlichen Einsatz – an Beitrag leisten kann, um sich für das Recht auf Leben und die Freiheit aller einzusetzen. Beispielhaft sei auf Anton Schmid und Raoul Wallenberg verwiesen, die für die Menschenrechte der jüdischen Bevölkerung im nationalsozialistischen Deutschland kämpften.

Nachfragen der Schülerinnen und Schüler fanden im Anschluss an die Begehung in Kleingruppen mit den Referenten statt, so dass das geweckte Interesse gewinnbringend vertieft werden konnte. Hier wurde unter anderem der Frage nachgegangen, was mit aktuell verstorbenen Flüchtlingen, die Zuflucht in Europa suchten, passiere. Auch ihnen werde nach geltendem Recht als Kriegsflüchtling ein Grab zugestanden, für dessen Pflege der Volksbund einstehe.
Die Ausstellung begleitet thematisch die Aufführungen der Theater-AG 9-12 am Montag, den 22. Mai und am Dienstag, den 23. Mai und ist noch bis zum 30. Mai 2017 in der Aula der Leibnizschule zu sehen. Interessenten von außerhalb der Schule können über Herrn Ehlers einen Termin vereinbaren. Für die Organisation dieser Ausstellung an der Leibnizschule sei Herrn Ehlers herzlich gedankt!

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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