Gedenkplatten mahnen zum Frieden

Erinnerungsort Sanierter Ehrenfriedhof eingeweiht – Ehrenbürger und Stifter Günter Leifheit gewürdigt

11. August 2017

Stadtbürgermeister Armin Wenzel und Stiftungsvorsitzende Ilse Leifheit enthüllen eine Bronze, die auf den sanierten Ehrenfriedhof in Nassau hinweist. Dankbaren Applaus gab es unter anderem von (von links): Peter Labonte vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Udo Rau, Josef Peter Mertes und Landrat Frank Puchtler; im Hintergrund der Künstler Patrick Gerz.

Nassau. Es war ein sehr würdiger Rahmen, in dem nach einjähriger Sanierung das Ehrengrabfeld auf dem Nassauer Friedhof eingeweiht wurde. Am neunten Todestag des Nassauer Ehrenbürgers Günter Leifheit würdigten zahlreiche Ehrengäste und Redner den neu gestalteten Hangbereich und bezeichneten die Anlage mit ihren 250 kleinen Gedenkplatten als ein Mahnmal, das Jung und Alt dazu auffordere, sich für den Frieden zu engagieren.

Stadtbürgermeister Armin Wenzel (CDU) erinnerte beim Festakt zur offiziellen Einweihung des Grabfeldes und zum Gedenken an Günter Leifheit in der voll besetzten Trauerhalle des Friedhofs an die Geschichte des Ehrenfriedhofs, der im Jahr 1958 angelegt wurde. Wenzel zeigte sich dankbar, dass Ilse Leifheit vor anderthalb Jahren nicht nur den Anstoß für eine Sanierung des Geländes gab. Mit 70 000 Euro übernahm die G. und I. Leifheit-Stiftung auch den Hauptanteil der Sanierungskosten; 20 000 Euro steuerte das Land Rheinland-Pfalz bei.

Die Gräber legten ein Zeugnis dafür ab, dass Frieden herrschen soll, sagte der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Thomas Linnertz und wies darauf hin, dass das geeinte Europa das größte Friedensprojekt überhaupt sei. Der Lahnsteiner Oberbürgermeister Peter Labonte (CDU) sprach der Leifheit-Stiftung und ihrer Vorsitzenden Ilse Leifheit im Namen des Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dank für deren Initiative aus. Jeder habe ein Gefühl dafür, sich vor Gräbern verbeugen zu müssen. Sie seien ein äußerlich stiller und innerlich lauter Schrei nach Leben.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Udo Rau (CDU) würdigte das Leben von Günter Leifheit, der als erfolgreiche Persönlichkeit nie die Bodenhaftung verloren habe. Ähnlich wie der verstorbene Helmut Kohl mit dessen Vision eines von Frieden geprägten Europas, habe auch Leifheit aus einer christlichen Grundhaltung heraus wichtige Weichen für die Zukunft gestellt, um mit der Gründung einer Stiftung Gutes für Nassau und die Region zu tun.

Für eine sehr stilvolle musikalische Umrahmung der Gedenkfeier sorgten Mitglieder des Blasorchesters Lahn Sin(n)fonie aus Nassau. „Ich bin mir sicher, dass das unserem Stifter gefallen hätte“, sagte mit Überzeugung der stellvertretende Stiftungsvorsitzende Dr. Josef Peter Mertes, der die Gäste anschließend nach einer Gedenkminute am Grab von Günter Leifheit zu dem neu gestalteten Ehrenfriedhof geleitete.

Zusammen mit Stadtbürgermeister Armin Wenzel enthüllte Ilse Leifheit dort eine Bronze des Künstlers Patrick Gerz, die ebenso wie mehrere Basaltkreuz-Gruppen auf das Grabfeld hinweist. Zusammen mit Thomas Linnertz drapierten die beiden außerdem einen Kranz zum Gedenken an die Toten. Die Stadt nutzte die unten angelegte Rasenfläche, um dort Grabsteine und Kreuze bekannter Nassauer aufzustellen, wie zum Beispiel den von Christian Epstein, der sehr lange, von 1867 bis 1906, als Bürgermeister von Nassau amtierte.

 

Foto: Matern

Text: RZ Rhein-Lahn-Kreis (West) Bad Ems vom Samstag, 8. Juli 2017, Seite 14, Bernd-Christoph Matern

 

 

 

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