Krickenbach/Landkreis Kaiserslautern: Langjähriges Volksbund-Mitglied erhält Dankesurkunde

Schwiegervater in Italien gefallen und begraben

12. Dezember 2017

Michael Vogel, ehrenamtlicher Beauftragter des Volksbundes für den Landkreis Kaiserslautern (l.), übereicht gemeinsam mit dem Ortsbürgermeister von Krickenbach, Uwe Vatter die Dankesurkunde und ein Präsent an Erst Oster (m.), dessen Schwiegervater Albert Mayer 1944 in Italien gefallen ist, für seine 50-Jährige Mitgliedschaft im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (Foto: Michaela Frank)

November 1944. In Europa herrscht immer noch Krieg. So auch in Italien, dass zu Beginn des Krieges noch mit der Regierung Adolf Hitlers verbündet war. Nach Beendigung der Schlachten um Monte Cassino und der Einnahme Roms näherten sich nicht nur die Alliierten dem Nordteil Italiens. Auch die Partisanenbewegung setzten den Deutschen Armeen zu. Ein sinnloser Kampf ist dieser Krieg bereits geworden, aber die nationalsozialistische Regierung gibt nicht auf. An der Front auch Albert Mayer aus der Pfalz. Seine Familie lebt in Höheinöd bei Pirmasens. Nur zu gerne wäre er in diesen Tagen zuhause bei seiner Frau und seiner elfjährigen Tochter. Lange hatte er sie nicht gesehen, tausende Kilometer entfernt kämpft er an der sogenannten "Grünen Linie" um das Gebiet des Futa-Pass in Norditalien. In ein paar Tagen hat seine geliebte Frau Geburtstag. Gemeinsam mit den Großeltern hatten sie einen Hof und Landwirtschaft übernommen. Zum Geburtstag seiner Frau sendet er ein Päckchen mit sonnenverwöhnten Orangen und einen mit Spitzen umsäumten Schal um ihr zu zeigen wie sehr er sie vermisst. Als das Päckchen in Deutschland eintrifft ist Albert Mayer bereits tot. Beim Kampf in der Provinz Bologna fielen der Grenadier und seine Kameraden einer Bombardierung der Alliierten zum Opfer. In einem Bruchteil von Sekunden wurde aus Träumen und Sehnsucht nach der Heimat ein Haufen Schutt, Asche, verbranntes Fleisch, Knochen. Albert Mayer starb am 26. November 1944 im Alter von 40 Jahren.

Für einen bereits sinnlos gewordenen Krieg sterben in diesem letzten halben Jahr des Krieges alleine in Norditalien noch tausende Soldaten und Zivilisten. Felder und Alleen sind gesäumt von unzähligen Toten und Verwundeten. Am 02. Mai 1945 wurden in Italien die Kampfhandlungen eingestellt. Die Angehörigen der Opfer, soweit Sie den Krieg selbst überlebten blieben zurück in Trauer, Sorge, Armut und Ungewissheit. Tausende Mütter verloren ihre Söhne, junge Frauen blieben verwitwet, Kinder verwaist zurück in einem Feld aus Trümmern.

Kriegsgräberstätte des Volksbundes Futa-Pass

Mit über 30.000 Gefallenen ist die Kriegsgräberstätte Futa-Pass die Größte in Italien. Aus Feldgräbern und Gemeindefriedhöfen Norditaliens hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Überreste der Gefallenen geborgen. Das war notwendig um die Gräber zu erhalten und noch unbekannte Tote zu identifizieren. Im Jahre 1969 konnte der Friedhof nach langer unermüdlicher Arbeit endlich eingeweiht werden. Vielen Hinterbliebenen konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge somit ein Abschiednehmen ermöglichen. Auch heute noch leistet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wichtige Arbeit. Dank der finanziellen und ideellen Hilfe seiner Mitglieder können die Gräber der deutschen Soldaten als Mahnmale für den Frieden erhalten werden.

50 Jahre Volksbund-Mitgliedschaft

Ernst Oster hat vor 50 Jahren die Mitgliedschaft im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angetreten und somit auch die von seiner Schwiegermutter weitergeführt. Seiner Ehefrau, der Tochter von Alfred Mayer, erfüllte er einige Jahre später den großen Wunsch das Grab ihres Vaters zu besuchen. Erst dann konnte sie Gewissheit über den Tod finden und Abschied von dem geliebten Vater nehmen.

Für seine langjährige Mitgliedschaft im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde Ernst Oster aus Krickenbach mit einem Schreiben und einer Urkunde des Präsidenten Wolfgang Schneiderhahn gedankt. In einer kleinen Feierlichkeit in diesem November im Rahmen der Familie überreichte Michael Vogel, der ehrenamtliche Beauftragte des Volksbundes für den Landkreis Kaiserlautern, die Urkunde. Auch der Ortsbürgermeister von Krickenbach, Uwe Vatter gratulierte und überreichte ein kleines Präsent.
(Text: Michaela Frank)

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