Fachdidaktische Tagungen in Hannover

für Geschichte und Politik

 

Anmeldungen sind ab sofort möglich!


Populismus und Schule - Historisch-politisches Urteilsvermögen und Werteorientierung von Schülerinnen und Schülern in einem populistischen Umfeld.

Tagung am 08. und 09. Februar 2018 in der Akademie des Sports, Hannover

Besonders seit Beginn des Internetzeitalters informieren sich Menschen aus sehr unterschiedlichen Quellen, in denen oft alles Mögliche ohne nachprüfbare Faktenlage behauptet werden kann. Die so entstandene Unübersichtlichkeit und vermeintliche Vielfalt der Meinungen führt dazu, dass sich viele MedienkonsumentInnen in ihnen vertraute Kommunikations-Milieus zurückziehen und nur noch das wahrnehmen, was eigene Vorurteile bestätigt oder extreme Positionen fördert – bis hin zum sog. „hate speech“.

PopulistInnen, VerschwörungstheoretikerInnen und InitiatorInnen von Desinformations-Kampagnen machen sich diese nahezu unbegrenzten Möglichkeiten neuer Medienkanäle zu Nutze: Andersdenkende werden diffamiert, Ängste werden geschürt und Fremdenfeindlichkeit bekommt eine offene Bühne. Aber auch Geschichtsbilder werden bewusst gefälscht.

Wie das 20. Jahrhundert zeigt, ist das Phänomen nicht neu: Schon in der Weimarer Republik und während der NS-Zeit gehörten zur Mobilisierung von Massenbewegungen Vereinfachung und Polarisierung zum Repertoire populistischer Hetzpropaganda. Mit Blick auf die Mobilisierungsfähigkeit des Nationalsozialismus ist damals auch von einem „Radikalismus der Mitte“ (Seymour M. Lipset) gesprochen worden.
Im Kalten Krieg bildete schließlich gezielte Desinformation einen festen Bestandteil der Machtstabilisierung.

„Das, was man fühlt, ist auch Realität“, ist ein typischer „postfaktischer“ Satz. Aus der Politikgeschichte weiß man, dass Diktatoren und Demagogen sich gerne Emotionen bedienen. Die Wahrheit wird für eigene ideologische Ziele zurechtgebogen.

Zum Auftrag der Schule gehört es, das Urteilsvermögen der SuS zu fördern, so dass sie sich in einer offenen (Einwanderungs-) Gesellschaft orientieren können. Zum Erhalt und zurweiteren Entwicklung einer pluralistischen und rechtstaatlichen Demokratie ist es deshalb unverzichtbar, dass sich junge Menschen mit den Mechanismen von politischer Manipulation, Propaganda und Populismus beschäftigen. Angesichts der Rolle neuer Medien sind hier auch neue Wege und Antworten einer „Didaktik der Demokratie“ gefordert.

Wie dies unter den Bedingungen der Gegenwart und unter
dem kritischen Rückgriff auf historische Bezüge in der Schule gelingen kann, versucht die Tagung aufzuzeigen.

Weitere Termine am 22. und 23. Februar in Lüneburg sowie am 27. und 28. Februar 2018 in Oldenburg. Das Programm entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte aller Schultypen, Mitarbeiter der außerschulischen Bildung sowie der Erwachsenenbildung.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung bis zum 22. Januar per Fax, Post oder Email an unten genannte Adresse. 


Teilnehmerbeiträge:

  • 30,-- Euro eintägig inkl. eines Abendessens am 1. Tag oder Imbiss am 2. Tag
  • 55,-- Euro für beide Tage inkl. Abendessen am 1. Tag und Imbiss am 2. Tag


Schulen:

Die Kosten der Tagung können über das schuleigene Budget für Fortbildungen abgerechnet werden (Niedersachsen).


Tagungsorganisation:


Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Landesverband Niedersachsen
Wedekindstraße 32
30161 Hannover
Tel.: 0511 - 32 12 82
Fax: 0511 - 30 65 31
Email: niedersachsen(at)volksbund.de


Veranstalter:

- Niedersächsisches Kultusministerium
- Niedersächsischer Geschichtslehrerverband
- Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität Hannover
- Deutsche Vereinigung für politische Bildung, Landesverband Niedersachsen
- Leibniz Universität Hannover
- Leuphana Universität Lüneburg
- Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Niedersachsen

 


 

2016: vertrieben, geflohen, angekommen?! -  Das Thema Flucht und Vertreibung im Geschichts- und Politikunterricht

Veranstalter:

- Niedersächsisches Kultusministerium
- Niedersächsischer Geschichtslehrerverband
- Deutsche Vereinigung für Politische Bildung, Landesgruppe
  Niedersachsen
- Institut für Didaktik der Demokratie, Leibniz Universität
  Hannover
- Niedersächsisches Landesinstitut für schulische
  Qualitätsentwicklung (NLQ)
- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.,
  Landesverband Niedersachsen


Das Thema „Flucht und Vertreibung“ hat in den vergangenen Monaten eine Aktualität erfahren, die noch vor einem Jahr nicht vorstellbar gewesen wäre.

Tausende Menschen erreichen täglich die Europäische Union: Flüchtlinge und Vertriebene aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, aber auch aus Afrika und Südosteuropa suchen bei uns Schutz und menschenwürdige Lebensperspektiven.

Die Bilder in den Medien erinnern an die Trecks der Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg: Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Elend verlassen müssen und oft nicht mehr besitzen als sie am Leibe tragen; viele von ihnen haben ihre Angehörigen verloren oder sind von Kriegsereignissen traumatisiert.

Die aufnehmenden Länder stellt dies vor enorme Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Integration der Menschen in den Städten und Gemeinden, am Arbeitsplatz, in sozialen Einrichtungen und Schulen.

Die Tagung wird sich von den Fragenstellungen der gegenwärtigen Problemlagen leiten lassen, wobei die historisch-politischen Hintergründe des Themas den Bezugsrahmen der Debatte abbilden sollen.

Ziel des historisch geprägten Teils der Tagung ist es, die Erinnerung an die Ereignisse der Flucht und Vertreibung der Deutschen ab 1933 in einer europäischen Perspektive zu beleben. Dabei soll die historisch-politische Analyse aufzeigen, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie die Opfer dort, wo sie ankommen, mit ihrer neuen Situation zurechtgekommen sind.

Im Tagungsteil der politischen Bildung sollen die Herausforderungen an die Gegenwart in den Blick genommen werden. Dazu gehören Betrachtungen der politischen Situation der Krisengebiete und der Flüchtlinge, aber auch der Umstände der Flucht und eine Beschreibung sowie eine Analyse der gesellschaftlichen Realität.

In einem parallelen Programm jeweils für die Fächer Geschichte und Politik sollen dazu unterrichtspraktische Modelle und Materialien vorgestellt und diskutiert werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte aller Schultypen, Mitarbeiter der außerschulischen Bildung sowie der Erwachsenenbildung.


 

2014: 1914 – 2014 - Krieg und Frieden "Von der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts zu den Herausforderungen der Gegenwart"

Veranstalter:
- Niedersächsisches Kultusministerium
- Niedersächsischer Geschichtslehrerverband
- Deutsche Vereinigung für Politische Bildung, Landesverband Niedersachsen
- Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Niedersachsen
- Niedersächsisches Landesinstitut für schulische
- Qualitätsentwicklung(NLQ)Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung


Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs jährt sich im Jahr 2014 zum hundertsten Mal. Die globalen Auswirkungen dieses Ereignisses sind ein mahnender Anlass, sich erneut mit den Ursachen und Folgen dieses Krieges zu beschäftigen. Historiker, insbesondere der Amerikaner George F. Kennan, bezeichneten ihn als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ und bewerten ihn damit als auslösendes Ereignis für die ihm nachfolgenden Katastrophen. Dazu gehören vor allem der Zweite Weltkrieg und der Holocaust, aber auch die Russische Revolution von 1917, die als eines der ursächlichen Ereignisse für die Entstehung des Ost-West-Konflikts betrachtet werden kann. Der Erste Weltkrieg beendet das "lange" 19. und eröffnet das "kurze" 20. Jahrhundert. Er stellt sich somit zum einen als Zäsur und zum anderen als Auftakt für das "Jahrhundert der Ideologien" dar. Darüber hinaus war er Auslöser für erste Überlegungen im Hinblick auf eine Weltgemeinschaft mit einer gemeinsamen, friedenssichernden Ordnung.

Ziel des historisch geprägten Teils der Tagung ist es, die Erinnerung an die Ereignisse der Weltkriegsepoche zu beleben und die überragende historisch-politische Bedeutung des Ersten Weltkriegs für die Entwicklung im 20. Jahrhunderts in gesamteuropäischer Perspektive mit den Schwerpunkten auf der deutschen, französischen und am Rande auch der polnischen Sicht herauszustellen.

Im Tagungsteil der politischen Bildung sollen die Herausforderungen der Gegenwart im Hinblick auf die „Neuen Kriege" und die Perspektiven für eine friedliche Welt im 21. Jahrhundert thematisiert werden. Dazu soll der Wandel in den Denkansätzen und -modellen auf (inter-)nationaler Ebene sowie in didaktisch-methodischen Konzepten für den Politikunterricht vorgestellt und diskutiert werden.

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrkräfte aller Schultypen, Mitarbeiter der außerschulischen Bildung sowie der Erwachsenenbildung.



2012: Völkermord als Thema im Unterricht

Zu den politischen Leitmotiven des 20. Jahrhunderts gehört nach dem Historiker Wolfgang Benz die staatliche Verfolgung und Vernichtung von ethnischen und religiösen Gruppen und Minderheiten im Zeichen ideologischer Prämissen. Auf völkerrechtlicher Ebene wurde unter dem Eindruck der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts am 9. Dezember 1948 von den Vereinten Nationen mit dem Beschluss der "Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes" die Konsequenz gezogen. Seither gilt die Absicht „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören“ als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wird als Straftatbestand durch internationale Gerichtshöfe verfolgt.

Zwar konnte die Konvention bis heute weitere Völkermorde nicht völlig verhindern, mit ihr wurde jedoch ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit aufgeschlagen, das jegliche Gewalt zwischen Staaten und politisch motivierte, massive Menschenrechtsverletzungen an gesellschaftlichen Minderheiten als Verstöße gegen das internationale Recht brandmarken soll.

Die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge – Landesverband Niedersachsen, der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung - Landesverband Niedersachsen, dem Niedersächsischen Geschichtslehrerverband und dem Niedersächsischen Kultusministeriums organisierte 3. Fachdidaktische Tagung hat den Gegenstand „Völkermord“ aufgegriffen - und dies nicht nur aus historischem und aufklärerischem Interesse. Mit der Tagung „Völkermord als Thema im Unterricht“ wurde die Absicht verfolgt, vor dem Hintergrund gegenwärtiger und zukünftiger gesellschaftlicher Herausforderungen wie Migration, Interkulturalität, Pluralismus und Integration, Lehrkräften Wege aufzuzeigen, die im Unterricht gerade junge Menschen ansprechen und motivieren können, sich mit der friedlichen Gestaltung des Zusammenlebens der wachsenden Menschheit heute und in Zukunft zu befassen.

Die Tagung verfolgte damit nicht zuletzt das Ziel, einen Beitrag zur modernen Demokratie- und Friedenserziehung zu leisten. Mit didaktisch-methodischen Anregungen und Hilfestellungen in den Workshops wollte sie vor allem Lehrkräfte der Fächer Geschichte und Politik sensibilisieren, motivieren und befähigen, das Thema „Völkermord“ erfolgreich im Sinne der beschriebenen Absichten zu behandeln.


Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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