Geschichts- & Erinnerungstafeln auf niedersächsischen Kriegsgräberstätten



Geschichts- und Erinnerungstafel "Galgenberg" in Hildesheim, Einweihung Juni 2016

Nach mehr als 60 Jahren seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland sind die Themen Krieg und Gewaltherrschaft zur Zeit des Nationalsozialismus und des II. Weltkrieges, aber auch der Nachkriegszeit immer noch von großem Interesse in einer breiten öffentlichen Diskussion.

Einen Schwerpunkt unserer Arbeit mit allen Schultypen und Jahrgangsstufen bildet die Erarbeitung von „Geschichts- und Erinnerungstafeln“, die seit 2005 auf besonderen Kriegsgräberstätten in Niedersachsen aufgestellt werden.

Diese Projekte zielen darauf, den Schülerinnen und Schülern die Geschichte des Nationalsozialismus und des Krieges in ihren Heimatorten nahe zu bringen und dadurch Anstöße zu geben, über die Entstehung von Konflikten und die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Friedens nachzudenken. Über den Projektzeitraum hinaus wird angestrebt, dass Schulen eine dauerhafte Patenschaft für die Pflege der Kriegsgräberstätten übernehmen.

Eine weitere Absicht ist es, die Friedhofsbesucher, besonders der jüngeren Generation, über die Ereignisse zu informieren und so die Erinnerung an die Schicksale der Opfer im öffentlichen Bewusstsein wach zu halten.

Auf 1.417 Kriegsgräberstätten und zivilen Friedhöfen in Niedersachsen sind insgesamt 255 460 Menschen bestattet, die als Opfer von Krieg und Gewalt ihre letzte und dauerhafte Ruhestätte erhalten haben.

Zu ihnen zählen deutsche Soldaten und ausländische Angehörige der kämpfenden Truppe, Kriegsgefangene, Militärinternierte, Zwangsarbeiter, Zwangsarbeiterinnen und deren in Gefangenschaft geborene und verstorbene Kinder, KZ-Insassen: deutsche und ausländische Juden, politische Gefangene, sog. "Euthanasie-Opfer", delinquente Jugendliche, Bombenopfer und weitere Opfer im Sinne des Kriegsgräbergesetzes. Diese Stätten - oft abseits belebter Straßen und Wege gelegen - sind heute zumeist Orte der Ruhe und Abgeschiedenheit. Aber wer weiß um ihre Geschichte? Wer weiß um die Geschichte derer, die dort ruhen?

Im Rahmen von Schulprojekten sollen Kriegsgräberstätten, deren Belegung je nach Standort sehr unterschiedliche Gruppen von Toten umfasst, durch Quellen und Zeitzeugenberichte als Orte historisch "gehoben" und in die globalen Zusammenhänge eingestellt werden. Analog zur Schularbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Ausland soll dabei die Rekonstruktion von Einzelschicksalen im Mittelpunkt stehen. Den Schüler/innen und den Besucher/innen soll die Erkenntnis vermittelt werden, dass sich hinter den Namen der Verstorbenen konkrete Biographien verbergen, die - im Unterschied zu den meisten Lebensläufen der auf dem örtlichen Friedhof Bestatteten – in allen Fällen gewaltsam und unter schrecklichen Begleitumständen beendet wurden.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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