Berichte über Kriegsgräberpflegeeinsätze
Pflegeeinsätze 2011
Kriegsgräberpflegeeinsatz Jagodno/Polen.
Von Thomas Kirscht
Die Reservisten aus Zeven und Kameraden der Fallschirmjäger Kaserne Seedorf sind kürzlich vom Kriegsgräbereinsatz aus Polen zurückgekehrt. Doch was motiviert junge Leute, und Reservisten sich für die Sache der Kriegsgräberpflege weit entfernt von zu Hause und im Urlaub einzusetzen?
„Wir sind geschichtlich interessiert", sagen einige Teilnehmer. Aber da muss doch mehr dahinter stehen, wenn man eine Naturfläche von über 0,3 ha wieder in einen würdigen Soldatenfriedhof zurückverwandelt.
Von großen Bäumen und Sträucher überwachse, ist der Friedhof und die Gräber nicht zu erkennen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist auf jeden Helfer angewiesen. Die Gräber aus den ersten Weltkrieg sind kaum zu erkennen, weil sie mittlerweile überwuchert sind. Der Friedhof „Jagodno" in der Nähe von Chelm ist zum ersten Mal Ziel von Reservisten und jungen Soldaten. Die Teilnehmer roden zuerst die Flächen von Bäumen und Gestrüpp. Gefundene Grabsteine wurden gereinigt und wieder aufgestellt, leider nur noch zwei. Das Wegtragen der zersägten Baumstämme und Sträucher ist schwere körperliche Arbeit, hat ca. 5 Tage gedauert bis alle beseitigt waren. 3 Tage arbeiten alle Kameraden im Regen weil sonst die anfallenden Arbeiten in 2 Wochen nicht zu schaffen sind.
Abends erholen sich die Soldaten in einer bescheidenen, aber kostenlos zur Verfügung gestellten Unterkunft in einer Kaserne der Polnischen Armee in Chelm von der Arbeit.
Am Wochenende fuhren alle zum KZ- Sobiborn und Lublin, dort trafen sie einen Zeitzeugen aus Amerika, der Sobiborn überlebt hat. Er erzählte seine Geschichte und alle Kameraden wurden nachdenklich und still. Am letzten Tag gab es ein Totengedenken wo auch Anwohner aus Jagodno und Vertreter der Gemeinde Ludwin teilnahmen, es wurden Kränze niedergelegt, danach fuhren wir ins Gemeindeamt wo der Bürgermeister ein Empfang mit Buffet gab.
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Pflegeeinsatz Esbjerg/Dänemark
Von Oberfelwebel Emonts-Gast
Vom 16.05. bis zum 27.05.2011 befanden sich 10 Soldaten des 5./PzPiBtl 1 aus Holzminden unter Führung von OFw Emonts-Gast für einen Kriegsgräberpflegeeinsatz auf den Soldatenfriedhof in Esbjerg Dänemark. Für die meisten eine Fahrt ins „Ungewisse“, hatten viele bisher noch nie an einem Kriegsgräberpflegeeinsatz teilgenommen und kannten bis auf den Kommandoführer und wenige Ausnahmen nicht den Einsatzort. Beim Eintreffen in der als Unterkunft „gebuchten“ Kaserne in Varde war alles vorbereitet, so daß sich das Beziehen der Unterkünfte problemlos gestaltete. Die erste Verbindungsaufnahme mit dem Verbindungsoffizier des dänischen Artillerieregimentes verlief sehr positiv, insbesondere weil er fließend Deutsch sprach und uns und unserem Einsatz sehr aufgeschlossen gegenüberstand. Er unterstützte uns im Verlauf der Zeit immer wieder auf verschiedenste Art und Weise in einer Zuvorkommendheit, wie wir sie eigentlich nicht erwarten konnten. Noch am gleichen Tag erkundeten alle zusammen den Friedhof in Esbjerg, sodass jeder Soldat einen Überblick für die bevorstehende Aufgabe hatte. Abends wurde sich dann noch zusammengesetzt und ein Arbeitsplan erstellt. Da es der zweite Einsatz in Dänemark war, liefen Absprachen und organisatorische Maßnahman problemlos. Man kannte die Wege und seine Ansprechpartner. Am nächsten Morgen ging es dann los. Nach Ankunft auf dem Friedhof machten sich direkt alle Soldaten an die Arbeit. Es gab eine Menge zu tun, durch die Einsatzbereitschaft und Motivation aller Soldaten wurde jedem Hindernis getrotzt. Die erste große Aufgabe für uns war es, alle Pflastersteine aufzunehmen. Zuerst wurden die Steine am Platz des Hochkreuzes entnommen und danach ein Teil des Weges. Hinterher gab es 2 Arbeitsteams: zuerst waren da die Straßen- und Tiefbauer, die sich auf das Pflastern konzentrierten und dies auch sehr gut machten. Das nächste Team war für die Vorbereitungen verantwortlich. Sie entnahmen die alte Erde/Sand vom Weg und entsorgten diese. Anschließend schütteten sie den Weg mit neuem Unterboden auf und verdichteten diesen. Parallel gab es eine Person die Beton anmischte und die Straßen und Tiefbauer damit versorgte. Die Arbeiten auf den Friedhof gingen zügig voran, so daß wir das für uns gesetzte Ziel gut erreichten und dabei die Arbeit fachgerecht ausführten. Die freie Zeit am Wochenende wurde zu verschiedensten Erkundungen in der näheren und etwas weiteren Umgebung genutzt: Blavand, Esbjerg und Varde. Ansonsten ließ auch das Freizeitangebot in der Kaserne in Varde kaum Wünsche offen. Kostenlose Internetbenutzung, ein sehr gut ausgestatteter Fitneßraum, eine Sauna sowie großzügige Fernsehräume boten neben dem Freizeitangebot einer Kleinstadt genügend Anreize zur Gestaltung des Feierabends. Das Totengedenken mit der Kranzniederlegung beendete den Einsatz auf dem Friedhof Esbjerg. Neben der großen Hilfsbereitschaft, die den Soldaten bei verschiedenen Gelegenheiten von dänischer Seite (militärisch wie zivil) entgegengebracht wurde, beeindruckten vor allem Begegnungen mit Besuchern des Friedhofes. Auch das Betrachten der Daten auf den Kreuzen hinterließ bleibende Eindrücke, vor allem wie viele kleine Kinder dort beerdigt wurden. Daraus resultierte bei allen Beteiligten am Ende die Überzeugung, einer guten Sache gedient zu haben.
Pflegeeinsatz Woerth I/Frankreich

- v.l.n.r.: OFw.d.R. Karl-Heinz Geske, Gef.d.R. Michael Geske, Gef.d.R. Frank Peinemann, StG Andreas Thaler (Fahrer), OG.d.R. Karl-Heinz Müller, OG.d.R. Klaus Demmerle, HG.d.R. Herbert Brunke, HG Lina Szogas (Fahrerin), HG.d.R. Carsten Geske, OG.d.R. Andreas Sievers, Stefan Thiele (Kreisgeschäftsführer Volksbund), OTL.d.R. Harald Nielebock (Kommandoführer), Jürgen Kempe (Erster Stellvertr. Kreisvorsitzender Reservistenverband), Andreas Memmert ( Stadtdirektor Hornburg, Samtgemeindebürgermeister Schladen).
Unter dem Kommando Von OTL.d.R. Harald Nielebock reiste eine 9-köpfige Abordnung der Reservistenkameradschaft Hornburg-Schladen zu ihrem 6. Pflegeeinsatz, diesmal nach Woerth/ Niederbronn in Frankreich. Das Aufgebot wurde durch zwei aktive Soldaten (eine Soldatin), die als Fahrer fungierten, unterstützt. In den von der Bundeswehr gestellten Fahrzeugen startete man, nach einer formellen Verabschiedung durch den Stadtdirektor der Stadt Hornburg und Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Schladen, Andreas Memmert, am Morgen des 09.05.2011.
In der Zeit vom 09.05.2011 bis zum 20.05.2011 wurden im Einsatzgebiet 40 Denkmäler aus dem Krieg 1870/71 und ca. 1000 Grabeinfassungen auf dem "Deutschen Soldatenfriedhof Niederbronn 1939 - 1945" gepflegt. Hauptsächlich wurden Mäharbeiten, Schneiden von Hecken und allgemeine Säuberungen der Denkmäler durchgeführt. Die Arbeiten gestalteten sich teilweise schwierig, da viele kleinere Denkmäler auf den ehemaligen Schlachtfeldern verstreut liegen und nur beschwerlich zu Fuß erreicht werden konnten. So waren Fußmärsche von bis zu 1000 Metern mit Rasenmähern, Laubsaugern und Heckenscheren keine Seltenheit. Es blieb aber auch Zeit zur Vertiefung der Kameradschaft und zu Treffen mit französischen Soldaten. Soldaten des Infanterieregiments 12 in Bitch luden etwa zum Kameradschaftsabend ein und mehrere Bunkeranlagen aus den Weltkriegen I und II wurden unter fachkundiger Leitung besichtigt. Durch Einweisungsfahrten, fachliche Beratung und Bereitstellung von Geldmitteln stellte der VDK vorbildliche Rahmenbedingungen, die einen reibungslosen Ablauf der Arbeiten gewährleisteten. Auch die beiden aktiven Soldaten, bereitgestellt vom 5./FJgBtl 152 aus Bremen, unterstützten das Vorhaben der Reservisten mustergültig. Besonders die Soldatin sei hier positiv hervorgehoben. Als Höhepunkt des Einsatzes wurde am 19.05.2011 auf dem "Deutschen Soldatenfriedhof Niederbronn 1939 - 1945" eine offizielle Kranzniederlegung mit militärischem Zeremoniell, im Beisein von Vertretern des VDK, durchgeführt.
Freiwilliger Einsatz auf der Kriegsgräberstätte Sissone in Frankreich Landrat Hugo ehrte Reservisten für Pflegeeinsatz
Osnabrück. „Sie haben ein Stück gelebte Friedensarbeit in Europa geleistet.“ Das sagte Landrat Manfred Hugo anlässlich einer Ehrung ehemaliger und aktiver Soldaten im Kreis-haus. Die Männer waren bei einem freiwilligen Pflegeeinsatz auf der Kriegsgräberstätte Sissone in Frankreich tätig gewesen, zu dem die Kreisgruppe Osnabrück des Reservistenverbandes ihre Mitglieder aufgerufen hatte.
Initiator der Aktion war der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., die älteste Bürgerinitiative Deutschlands. Acht Reservisten aus dem Osnabrücker Land waren dem Aufruf gefolgt und setzten vom 2. bis 13. Mai 2011 Anlagen auf dem Friedhof instand. Unterstützt wurden sie dabei von vier aktiven Soldaten, die das Transportbataillon 165 aus Delmenhorst abgeordnet hatte.
In der Gegend um Sissone in der Picardie im Norden Frankreichs hatte es im Ersten und Zweiten Weltkrieg schwere Kämpfe gegeben. Die Folge waren zahlreiche Kriegstote bei allen Betei-ligten. Allein 14.694 gefallene deutsche Soldaten sind dort bestattet, davon 10.699 in Einzelgräbern. Die Freiwilligen pflasterten Wege, verlegten Platten an einem Monument und reinigten Grabkreuze. Den Abschluss bildete eine Gedenkveranstaltung auf der Kriegsgräberstätte. Die Helfer waren in der Nähe einer Kaserne der französischen Armee untergebracht und wurden dort verpflegt. „Wir sind freundschaftlich aufgenommen worden und hatten auch Kontakt zu Angehörigen der deutsch - französischen Brigade, die dort Teile ihrer Ausbildung absolviert“, hob Dieter Bokelmann, Oberstabsfeldwebel der Reserve und Leiter der Gruppe, hervor.
Landrat Hugo, gleichzeitig Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dankte den freiwilligen Helfern für ihren Einsatz. Die Arbeit des Volksbundes basiere auf Freiwilligkeit, sowohl durch anpackende Menschen bei Pflegeeinsätzen und bei der internationalen Schul- und Jugendarbeit als auch bei den alljährlichen Sammlungen durch Sammler und Spender, sagte der Landrat. Er überreichte den anwesenden Reservisten und Soldaten Urkunden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und dankte mit Buchpräsenten.



