"Die vergessenen Gesichter des Krieges" - Kriegsgräber: Bildungschance und Projektangebot für die Heimatgeschichte, gesetzliche Grundlagen und Gestaltung

Volksbund und Heimatbund gemeinsam für die Erinnerung an Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft. Veranstaltungen ab November 2011

Kriegsgräber in Wolfenbüttel

"Die Gräber sind in vielen Orten in Niedersachsen die letzten sichtbaren Zeugen des 2. Weltkrieges", sagt Prof. Rolf Wernstedt, der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. "Wenn wir sie nicht erhalten und uns mit der Geschichte der Toten nicht beschäftigen, wird ein wichtiger Teil unserer Heimatgeschichte verdrängt und als Chance für die Bildung junger Menschen vertan".

Kaum jemand ist bekannt, dass es in Niedersachsen 1.369 Kriegsgräberstätten mit fast 255.000 Toten gibt.

 

Man fährt zwar mit dem Auto gelegentlich an den braunen oder grünen Schildern vorbei, die auf einen Friedhof mit den Toten von Krieg und Gewaltherrschaft verweisen, aber über das Schicksal der zumeist im 2. Weltkrieg gewaltsam ums Leben Gekommenen sagen auch die Friedhöfe nur sehr wenig. Die Gräber sind laut Völkerrecht, zwischenstaatlicher Abkommen und Gräbergesetz dauerhaft zu erhalten. In ihnen ruhen zum Beispiel sowjetische Kriegsgefangene, polnische Zwangsarbeiter, Bombenopfer, Euthanasie-Tote, und natürlich auch deutsche und ausländische Soldaten, die auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsens gekämpft haben.

 

"Wenn wir Kriegsgräber nicht erhalten und uns mit der Geschichte der Toten nicht beschäftigen, wird ein wichtiger Teil unserer Heimatgeschichte verdrängt und als Chance für die Bildung junger Menschen vertan". (Prof. Dr. Hansjörg Küster, Präsident des Niedersächsischen Heimatbundes)

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Niedersächsische Heimatbund haben sich vorgenommen, diese Grabstätten nach mehr als 65 Jahren wieder stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und die Geschichte des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges als Teil der Heimatgeschichte verständlich zu machen.

Dazu sollen Veranstaltungen in ganz Niedersachsen über Projektmöglichkeiten für Schulen, Vereine und Institutionen, über die Grundlagen des Gräbergesetzes und über die Gestaltung der Friedhöfe sowie der Führung der Gräberlisten informieren.

Zu den Themenbereichen werden vielfältige Präsentationen gezeigt, z.B. für:

  • Projekte zur Namensrecherche und Spurensuche,Namensziegel, Geschichts- und Erinnerungstafeln,
  • Friedhofsbegehungen für SchülerInnen aller Schultypen,
  • Jugend-Workcamps,Ausstellungen, Pflegepatenschaften für Kriegsgräberstätten,
  • Um- und Neugestaltung von Gräberfeldern,
  • Erneuerung und zeitgemäße Modernisierung von Kriegerdenkmälern.

Zielgruppen sind:

  • Mitglieder von Heimatvereinen und Geschichtsinitiativen,
  • komunale & kirchliche Bedienstete,
  • ArchivarInnen und MitarbeiterInnen von Museen,
  • LehrerInnen aller Schultypen,
  • Städte und Gemeinden, Institutionen und Vereine.

Geplant sind ca. 14 Tagesveranstaltungen in allen Regionen Niedersachsens.

Bitte entnehmen Sie die Termine und das Programm der Ortspresse oder dem Veranstaltungskalender unter www.volksbund-niedersachsen.de 




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Tel: 0511 - 32 12 82
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