Gräberstätten von Krieg & Gewaltherrschaft in Niedersachsen - Listenansicht

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Bergen - Lohheide (Hörsten), Kriegsgefangenenfriedhof

Im Juli 1941 trafen die ersten Transporte aus der Sowjetunion in Bergen-Belsen ein; bis Anfang November wurden etwa 21 000 sowjetische Kriegsgefangene in das Mannschafts-Stammlager gebracht. Das angeschlossene Lazarett wurde in den Holzbaracken des ehemaligen Heeresneubaulagers untergebracht. Im Hauptlager sollten neue massive Unterkünfte errichtet werden, deren Bau allerdings nur zögerlich vorankam. Infolgedessen vegetierten die Gefangenen bis in den Herbst hinein in selbst gebauten Erdhöhlen, Laubhütten oder provisorischen Zelten. Die vollkommen unzureichende Verpflegung trug zu Auszehrung und Massenerkrankungen bei. Bereits ab August grassierte die Ruhr im Lager.

Knapp 10 000 Gefangene wurden im Sommer und Herbst 1941 in die rund 150 Arbeitskommandos des Stalag XI C (311) Bergen-Belsen gebracht. Mindestens 500 Kriegsgefangene wurden durch ein Gestapo-Einsatzkommando selektiert und im KZ Sachsenhausen ermordet. Dieses Mordprogramm galt vor allem den Juden und den politischen Funktionären unter den Kriegsgefangenen.
Nach dem Ausbruch von Fleckfieber wurde das Lager im November 1941 unter Quarantäne gestellt. Aus den Arbeitskommandos der Stalags Bergen-Belsen, Fallingbostel und Oerbke wurden Tausende Kranke und Arbeitsunfähige eingeliefert. Bis Frühjahr 1942 starben in Bergen-Belsen etwa 14 000 sowjetische Kriegsgefangene infolge der tödlichen Existenzbedingungen im Lager und im Arbeitseinsatz. Die Toten wurden zunächst in Einzel-, ab Oktober 1941 in Massengräbern auf dem etwa 600 m entfernten Lagerfriedhof beerdigt.
Ab Sommer 1942 befanden sich außerhalb des Lazaretts nur noch wenige Gefangene im Lager. Mit Übernahme des südlichen Lagerteils durch die SS im Juni 1943 wurde das Stalag XI C (311) aufgelöst. Das Lazarett mit seinen 1200 Betten blieb jedoch als Zweiglager des Stammlagers XI B Fallingbostel weiter bestehen. Dorthin wurden kranke Kriegsgefangene aus den Arbeitskommandos in der Region gebracht. So starb hier weiterhin eine große Anzahl von Menschen. Im Januar 1945 wurde das Kriegsgefangenenlager schließlich von der Wehrmacht aufgegeben. Damit wurde das Gelände der SS überlassen. Auf dem Lagerfriedhof waren inzwischen über 19 500 sowjetische Kriegsgefangene begraben.
Fotos: Volker Fleig 2012

Bilder von Bergen - Lohheide (Hörsten), Kriegsgefangenenfriedhof

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Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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