Gräberstätten von Krieg & Gewaltherrschaft in Niedersachsen - Listenansicht

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Braunschweig, Ev.- luth. Hauptfriedhof

Auf diesem Friedhof ruhen in 3 verschiedenen Abteilungen - nach Auskunft des Ev.- luth. Kirchenverbandes Braunschweig - insgesamt 1571 Tote des beider Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Einzelnen:

- in Abteilung 66: Gräberfeld 1. Weltkrieg mit 885 deutschen Soldaten, die zwischen 1914 und 1923 starben. Sie wurden aus Kriegsgebieten überführt oder starben in Lazaretten und Krankenhäusern den im Kriege erlittenen Verwundungen. Einige fielen auch nach Kriegsende als Freikorpskämpfer.In der durch hohe Bäume und trennende Büsche gegliederten rechteckigen Anlage liegen die Kriegsopfer in Grabreihen, die im rechten Winkel oder kreisförmig angeordnet sind. Durchschnitten wird das Gräberfeld von rechtswinklig verlaufenden Sandwegen, die es in vier Segmente teilen. Die Denksteine aus Elmkalkstein tragen Namensplatten aus Gusseisen und sind gekrönt mit Eisernen Kreuzen . An zwei Enden des Wegekreuzes wurden Brunnen angelegt. An den Rändern der vier Segmente der Anlage stehen Denkmäler für die Braunschweiger Traditionsregimenter:
- in Abteilung 7:Ehrenfriedhof 1939 -1945 I mit 293 Soldaten und 193 zivilen Bombenopfern.Die Anlage auf dem Hauptfriedhof besteht aus zwei Teilen. Vom Zugang Stadtfriedhof aus betritt man die rechteckige Anlage rechter Hand und stößt zunächst auf ein hohes Gedenkkreuz aus Basalt mit der Inschrift: "Wir gedenken der Toten, die durch Kriege ihr Leben verloren, weil der Hass in der Welt mächtiger war als die Liebe." Linker Hand wurden in einer rechteckigen Anlage (evangelische) Soldaten bestattet, deren Leichname von den Kriegsschauplätzen nach Braunschweig überführt worden waren. Der linke Teil dieses Ehrenfriedhofs ist im Zentrum kreisförmig angelegt. Hier wurden Bombenkriegsopfer beerdigt, hauptsächlich vom Luftangriff am 10. Februar 1944.

- in Abteilung 69 B: Ca. 200 Angehörige verschiedener Nationen, in der Mehrzahl sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Noch ist das Gräberfeld nur mit einem Holzkreuz gekennzeichnet und durch eine Hecke begrenzt. Es ist allerdings nach Auskunft der Friedhofsverwaltung vom 05.03.2013 beabsichtigt, 2 Tafeln auf Findlingen mit folgendem Text aufzustellen:

- Tafel 1 - Massengrab aus den Kriegsjahren 1939-1945

Nachweisbar wurden in diesem Gräberfeld etwa 200 Ausländer anonym und ohne Sarg beerdigt.

- Tafel 2 - 60 Arbeitsfreiwillige aus 9 verschiedenen, besetzten Ländern, die zwischen 1940 und 1943 im Landeskrankenhaus durch Krankheit oder Unfall verstarben.
58 Zwangsarbeiter, Frauen und Männer aus der Sowjetunion und 2 Belgier, die bei dem Luftangriff am 20.02.1944 getötet wurden.
80 sowjetische Kriegsgefangene, die kurz vor dem Einmarsch der US - Truppen unter ungeklärten Umstanden zu Tode kamen.

Fotos: Ev.- luth. Kirchenverband Braunschweig, Friedhofsverwaltung, Guido Haas 2011

Bilder von Braunschweig, Ev.- luth. Hauptfriedhof

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Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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