Gräberstätten von Krieg & Gewaltherrschaft in Niedersachsen - Listenansicht

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Essel, Deutscher Soldatenfriedhof

Der Soldatenfriedhof Essel liegt westlich der Landesstraße 190 Walsrode-Hannover, zwei Kilometer nordöstlich von Essel in einem Kiefernwald. Die dort bestatteten Soldaten sind in den Kämpfen um den Allerübergang vom 10. bis 12. April 1945 gefallen. Sie gehören vorwiegend zum Marine-Füsilier-Bataillon 2, das – trotz mangelhafter Ausbildung und Ausrüstung – den angreifenden Engländern harten Widerstand entgegensetzt.

Nach Ende der Kampfhandlungen werden die Gefallenen in der Nähe des Ortes bestattet.1947 wird der Friedhof eingeweiht. Hier ruhen 114 Gefallene.
Korvettenkapitän Josef Gördes, geboren am 16. Mai 1901, ist Kommandeur des Marine-Füsilier-Bataillons 2, das den Brückenkopf über die Aller bei Essel verteidigt. Der Marineoffizier ist nur unzureichend für den infanteristischen Kampf ausgebildet. So erkennt er nicht die Gefahr, als er am 11. April 1945 mitten auf der Kreuzung am "Alexanderplatz" stehend in Feindberührung kommt. Er wird von Kugeln getroffen und ist sofort tot. (Grab 37)Leutnant der Reserve Otto Bode, geboren am 15. Februar 1921 in Cramme bei Wolfenbüttel, wird Anfang April 1945 mit dem Marine-Füsilier-Bataillons 2 nach Schwarmstedt verlegt. Im letzten Brief an sein Eltern schreibt er: "Bin hier gut angekommen. Wie lange es dauert, weiß ich nicht. Ich war in Hamburg vor eineinhalb Tagen. Sonst alles in Ordnung! Nächstes Mal mehr! Herzliche Grüße, Euer Otto".Otto Bode fällt ebenfalls am 11. April 1945 im Esseler Wald. Er wird auf dem Ehrenfriedhof in Essel beigesetzt. (Grab 8)
Quellenhinweise & Fotos
- Broschüre Volksbund Niedersachsen - Wenn Steine reden könnten - Kriegsgräberstätten in Niedersachsen, 1985- Einen umfassenden und sorgfältig recherchierten Überblick über die Kämpfe um den Aller-Abschnitt im Raum Essel und nördlich davon gibt Ulrich Saft in seinem Buch:Krieg in der Heimat - Das bittere Ende zwischen Weser und Elbe, 2. Aufl, Walsrode 1988 auf den Seiten 127-168.

zuletzt bearbeitet am 13.12.2016/Christian Christoph

Bilder von Essel, Deutscher Soldatenfriedhof

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Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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