Gräberstätten von Krieg & Gewaltherrschaft in Niedersachsen - Listenansicht

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Salzgitter - Hallendorf, Ehrenfriedhof Westerholz

Friedhof Westerholz

Der Ort

Im Zuge der Aufbauarbeiten der Reichswerke Hermann Göring wurde der alte Friedhof Hallendorf geschlossen und die Fläche an das Stahlwerk übergeben. Die hier bestatten Toten wurden exhumiert und auf einem neuen Gelände im nahegelegenen Westerholz wieder beerdigt. Ab Januar 1941 fanden hier auch die Beerdigungen aus der Gemeinde Hallendorf statt. Auf offiziellen Dokumenten wird der Friedhof Westerholz auch als Friedhof Hallendorf bezeichnet.
Neben den zivilen Toten wurde dieser Friedhof auch bald für die Bestattung von nicht-deutschen Opfern aus der näheren Umgebung genutzt. Einen großen Teil machten die Verstorbenen aus dem "Arbeitserziehungslager" – Lager 21 aus. Auch Zwangsarbeiter und europäische Zivilarbeiter fanden hier ihre letzte Ruhe. Zwischen Ende April und Anfang Juli 1943 wurden auch mindestens drei Häftlinge aus dem KZ Drütte beigesetzt.
Mit einem so raschen Anstieg der Beisetzungen war nicht gerechnet worden. Bald waren die Brunnen wegen des hier sehr hohen Grundwasserspiegels bedroht.Weitere Beisetzungen sollten auf diesem Friedhof nicht mehr möglich sein. Für die nicht-deutschen Toten im Stadtgebiet wurde ab Frühsommer 1943 der so genannte "Ausländerfriedhof" Jammertal eingerichtet.
Der Gedenkort
Bereits kurz nach der Befreiung der Stadt Salzgitter durch die Alliierten wurde an diesem Friedhof von ukrainischen Überlebenden ein Gedenkstein gesetzt. Er war lange Jahre der einzige Hinweis auf die hier beigesetzten Opfer des Nationalsozialismus.In den 70er Jahren wurden an einigen Grabstellen Metalltafeln in den Boden eingelassen, die Namen, Geburts- und Sterbedatum verzeichnen. Grundlage hierfür bildete die nur unvollständig vorliegende Friedhofskartei.Ein Gedenkstein in der Mitte des Ortes verzeichnet "857 Opfer des Krieges- und der Gewaltherrschaft". Diese Zahl muss angezweifelt werden. Tatsächlich sind auf dem Friedhof Westerholz etwa 1000 Menschen bestattet worden, die zwischen 1941 und 1943 Opfer der NS-Verbrechen im Salzgittergebiet geworden sind.Bis heute gibt es an diesem Ort keine weiteren Informationen.
Kontakt
Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V./
Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte
Wehrstraße 29
38226 Salzgitter
Telefon: 05341-44581
Mail: info@gedenkstaette-salzgitter.de
www.gedenkstaette-salzgitter.de

Fotos: Volker Fleig 2012

Bilder von Salzgitter - Hallendorf, Ehrenfriedhof Westerholz

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Landesinformation für Deutschland

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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