Gräberstätten von Krieg & Gewaltherrschaft in Niedersachsen - Listenansicht

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Schneverdingen, Neuer Ev.- luth. Friedhof

Auf diesem Friedhof ruhen in mehreren gepflegten Anlagen - nach den uns vorliegenden Informationen - insgesamt 128 Tote beider Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Vom Friedhofeingang Schröderstr aus gesehen liegen die Grabfelder rechts vom Hauptweg:

- Unmittelbar rechts vom Eingang am Friedhofszaun 1 Gräberstätte für 14 sowjetische Zwangsarbeiter, darunter auch Frauen und mehrere Kinder, verstorben 1942 - 45

- 1 Massengrab rechts vom Hauptweg mit 62 unbekannten KZ - Häftlingen, gekennzeichnet durch ein grosses steinernes Kreuz mit der Inschrift !945 Herr erbarme Dich - 62 unbekannte KZ-Tote. Vor der Anlage eine Informationstafel mit folgendem Text: "Gegen Ende des zweiten Weltkrieges gab es zunehmend auch auf der Heidebahn zwischen Buchholz und Soltau Transporte mit KZ-Häftlingen. Sie wurden of wochenlang von den Machthabern des dritten Reiches ziel- und planlos vor den heranrückenden Alliierten unter unfaßbaren, unmenschlichen Bedingungen durch Deutschland geschickt.Der Schneverdinger Bahnhof war mehrfach Haltepunkt für Transporte mit oft Tausenden von Gefangenen, die in offenen oder geschlossenen Güterwagen eingesperrt wurden. Einige mutige Schneverdinger versorgten sie mit Nahrungsmitteln und Wasser.62 KZ-Häftlinge fanden hier in Schneverdingen ihre letzte Ruhestätte. Sie kamen mit einem Evakuierungstransport im März/April 1945 auf ihrer Irrfahrt in die Lüneburger Heide: Opfer der Unmenschlichkeit, gestorben vor Hunger, Durst, an Erschöpfung und Krankheiten. Neben der Bahnstrecke am Bahnhof wurden sie verscharrt. Erst nach dem Einmarsch englischer Truppen Mitte April wurden sie entdeckt und auf Veranlassung der Alliierten hierhin umgebettet.Wir wollen das nicht vergessen.

- rechts vom Hauptweg - auf Höhe der Anlage für die KZ-Opfer - 13 Gräber für 4 deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges und 9 Deutsche (Vertriebene?), gestorben nach Kriegsende 1945 - 48 im Krankenhaus Reinsehlen,

- rechts vom Hauptweg - kurz vor den KZ-Opfern - 1 Gräberfeld mit insgesamt 34 Toten des Zweiten Weltkrieges - 29 deusche Soldaten, davon 4 Unbekannte sowie 2 belgische und 3 sowjetische oder polnische Staatsangehörige, vermutlich Wehrmachtsangehörige. Fast alle fielen durch Luftangriffe oder während der Endkämpfe im Raum Schneverdingen im März und April 1945.

Alle Anlagen sind in einem guten Pflegezustand.

Fotos: Volker Fleig 2013

Bilder von Schneverdingen, Neuer Ev.- luth. Friedhof

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Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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