Schulprojekte

 

Projekt "Geschichts- und Erinnerungstafeln" auf Kriegsgräberstätten in Niedersachsen

Auf 1.417 Kriegsgräberstätten und zivilen Friedhöfen in Niedersachsen sind insgesamt 255 460 Menschen bestattet, die als Opfer von Krieg und Gewalt ihre letzte und dauerhafte Ruhestätte erhalten haben.

Zu ihnen zählen deutsche Soldaten und ausländische Angehörige der kämpfenden Truppe, Bombenopfer, Kriegsgefangene, ZwangsarbeiterInnen und deren in Gefangenschaft geborene und verstorbene Kinder, KZ-Insassen: deutsche und ausländische Juden, politische Gefangene, sog. „Euthanasie-Opfer, delinquente Jugendliche und weitere Opfer im Sinne des Kriegsgräbergesetzes.

Diese Stätten - oft abseits belebter Straßen und Wege gelegen - sind heute zumeist Orte der Ruhe und Abgeschiedenheit. Aber wer weiß um ihre Geschichte? Wer weiß um die Geschichte derer, die dort ruhen?

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit mit allen Schultypen und Jahrgangsstufen bildet die Erarbeitung von „Geschichts- und Erinnerungstafeln", die seit 2005 auf besonderen Kriegsgräberstätten in Niedersachsen aufgestellt werden.

Diese Projekte zielen darauf, den Schülerinnen und Schülern die Geschichte des Nationalsozialismus und des Krieges in ihren Heimatorten nahe zu bringen und dadurch Anstöße zu geben, über die Entstehung von Konflikten und die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Friedens nachzudenken. Über den Projektzeitraum hinaus wird angestrebt, dass Schulen eine dauerhafte Patenschaft für die Pflege der Kriegsgräberstätten übernehmen. Bisher konnten im Rahmen dieses Projektes 50 Tafeln erarbeitet und aufgestellt werden.
Weitere Informationen finden Sie hier

 

 


Namensziegelprojekt "Wir schreiben Eure Namen"

Namensziegel auf der Kriegsgräberstätte Heemsen

Historischer Hintergrund am Beispiel des Kriegsgefangenenfriedhofs Hörsten:
Etwa 1 km von der Gedenkstätte Bergen-Belsen entfernt liegt der Kriegsgefangenen-friedhof Hörsten, die letzte Ruhestätte für etwa 20.000 sowjetische Kriegsgefangene. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurden Hunderttausende Rotarmisten als Kriegsgefangene nach Deutschland deportiert und in sog. "Russenlagern" eingesperrt. Solche Lager entstanden auch in der Lüneburger Heide: in Wietzendorf, in Oerbke und in Bergen-Belsen. Die Behandlung der Kriegsgefangenen war – entgegen allen internationalen Abkommen – unmenschlich: Allein in Bergen-Belsen starben im Winter 1941/42 ca. 14.000 Menschen an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Sie wurden in Massengräbern verscharrt – ohne Kennzeichnung der Grablage, ohne Nennung ihrer Namen, noch im Tode jeder Menschenwürde beraubt.

Das Projekt:
Nachdem in den 1990er Jahren viele der von der Wehrmacht angelegten Personalunterlagen der nach Deutschland verschleppten und dort verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen in osteuropäischen Archiven ermittelt werden konnten und seither systematisch gesichtet werden, ist es nun möglich, diesen Toten symbolisch Namen, Identität und Würde wiederzugeben. Dazu stellen seit einigen Jahren Jugendliche aus Niedersachsen in ihren Schulen Tonziegel mit den Namen der Opfer des Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen her. Anhand von Reproduktionen überlieferter Karteikarten können sich die Schüler überdies mit ausgewählten Einzelschicksalen beschäftigen. Die fertigen Ziegel werden dann auf einem kleinen Wall, der den sowjetischen Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten umgrenzt, in ebenfalls von Schülern hergestellten Metallgestellen befestigt. Bislang sind etwa 500 solcher Namenstafeln auf dem Friedhof angebracht worden.

An Schulen wird dieses Projekt z.B. fächerübergreifend im Rahmen einer Projektwoche oder auch in Geschichte, Politik, Religion, Werte und Normen (Thema Menschenrechte), Deutsch, Russisch etc. durchgeführt.

Dieses Projekt lässt sich auf allen Kriegsgräberstätten mit bisher unbekannt gebliebenen Kriegstoten der ehem. Sowjetunion durchführen. Ihr Schulreferent des für Sie zuständigen Bezirksverbandes berät und unterstützt Sie hierbei gerne.

 Beispiele für das "Namensziegel-Projekt":
- Erich-Kästner-Schule, Tostedt
- Bericht einer Schülerin der Albert-Liebmann-Schule aus Hannover zum Projekt "Namensziegel"  

Projekt "Kriegsgräberstätten als Lernort"

Mit dem Projekt "Kriegsgräberstätten als Lernorte" möchte der Volksbund gezielt Friedhöfe der jungen Generation zugänglich machen. Nur mit dem Wissen um die Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft wird der Frieden auch in Zukunft gesichert werden können.

Die Kriegsgräber- und Gedenkstätte Sandbostel südl. Bremervörde ist das erste Projekt. Weitere werden folgen. Sie bieten Schulen der näheren Umgebung einen konkreten Zugang zur Zeitgeschichte.
Weitere Informationen zu diesem Projekt

 

Gestaltung des Volkstrauertages als Mahn- und Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Die bewusste Wahrnehmung der leidvollen Geschichte der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus ist Aufgabe aller in unserer Gesellschaft Verantwortung tragenden Kräfte.

Dies gilt besonders für den Erziehungsauftrag der Schulen.

Schon seit langem beteiligen sich die Schulen an der Mitgestaltung des Volkstrauertages. Im Unterricht oder in einem gesonderten Projekt können Schüler eigene Gedanken zum Ausdruck bringen und in die örtliche Gedenkfeier einbringen.

Zur Durchführung bieten wir Ihnen geeignetes Unterrichtsmaterial und einen Ansprechpartner vor Ort an. Beiträge von Schülern zur Gestaltung von Gedenkstunden zum Volkstrauertag finden Sie hier. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23 5204 0021 0322 2999 00

BIC: COBADEFFXXX

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