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Bonn, Nordfriedhof

Kriegsgräberstätte Nordfriedhof Bonn

In Bonn und seinen Stadtteilen ruhen auf 21 Kriegsgräberstätten 3.517 Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Größere Anlagen befinden sich auf dem Nordfriedhof, in Beuel, Duisdorf und Plittersdorf.
Bald nach Beginn des Ersten Weltkrieges kamen die ersten Lazarettzüge von der Front in die Heimat. Neben anderen Städten, wie z.B. Duisburg, wurde auch Bonn Lazarettstadt. Etwa 67.000 Verwundete wurden in Bonn und Umgebung gepflegt. 1.057 Soldaten verstarben, davon wurden 569 auf dem Nordfriedhof beigesetzt, darunter 160 Söhne der Stadt. Auch die Opfer des ersten Luftangriffes auf Bonn am 31. Oktober 1918 sind hier bestattet. Sie waren ahnungslos auf dem Friedensplatz von Bomben überrascht worden.
Im Verlauf des Krieges beerdigte man auf diesem Ehrenfriedhof, wie er nun hieß, Menschen unterschiedlichster Nationen, Rassen, Sprachen und Religionen, darunter verstorbene Kriegsgefangene aus Russland, Serbien, Italien und Portugal. Nach dem Krieg war Bonn jahrelang von fremden Truppen besetzt, die ihre Toten ebenfalls auf dem Nordfriedhof begruben. So erhielten neben 100 französischen Kriegstoten auch 177 Marokkaner ihr Grab. Die in Bonn verstorbenen Engländer wurden auf dem Poppelsdorfer Friedhof beigesetzt. Die Besatzungstruppen nahmen beim Abzug ihre Toten in die Heimat mit. Die Engländer beließen allerdings die Gräber drei gefallener Sikhs (indische Religionsgemeinschaft, militärisch organisiert) aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Nordfriedhof (vom Hochkreuz rechts außen, Abt. 21). Der Plan zum Bau einer Ehrenhalle, in der die Namen aller 2.723 Gefallenen und 2.187 Vermissten der Stadt Bonn aufgeführt werden sollten, musste Ende der 20er Jahre aus Geldmangel aufgegeben werden.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch Bonn in die Kriegswirren einbezogen. Etwa 2.000 Kriegstote fanden ihre letzte Ruhe auf dem Nordfriedhof. Es waren Soldaten, die bei den letzten Kämpfen in Bonn und Umgebung gefallen waren oder in Bonner Lazaretten verstarben, Fremdarbeiter und Opfer des Bombenkrieges und Kriegsgefangene, darunter 81 Russen, die auf einem separaten Feld bestattet wurden, gekennzeichnet durch eine Steinstele mit einem orthodoxen Kreuz.
1949, 1953, 1966, 1970 und 1980 erfuhr die Ehrenanlage gestalterische Veränderungen und erhielt ihr heutiges Aussehen. Schon bald nach dem Krieg errichtete man ein 8 m hohes Kreuz aus dem Holz einer alten Kottenforsteiche auf einem altarähnlichem Unterbau. Später wurde das Holzkreuz von der Lehrwerkstatt der Vereinigten Aluminiumwerke in Bonn mit einer goldschimmernden Aluminiumverkleidung witterungsbeständig ummantelt. Vor dem Kreuz ist 1980 eine Gedenk- platte aufgestellt worden, die zuvor im Hofgarten stand: "Den Opfern der Kriege und der Gewaltherrschaft". Sie war dort und ist jetzt auf dem Nordfriedhof Ehrenmal für Kranzniederlegungen ausländischer Staatsgäste. Der französische Staatspräsident Valéry Giscard d´Estaing legte als erstes ausländisches Staatsoberhaupt auf dem Nordfriedhof einen Kranz nieder. Auch wenn seit 1991 offizielle Kranzniederlegungen am Ehrenmal in der "Neuen Wache" in Berlin stattfinden, legen ausländische Persönlichkeiten bei ihrem Besuch in Bonn auf dem Nordfriedhof ihre Kränze nieder. 1976 fand auf dem Nordfriedhof eine erste internationale Jugendbegegnung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zur Pflege der Kriegsgräber statt. Über 20 Jahre gehörten diese Jugend-begegnungen, die seitens der Stadt Bonn große Unterstützung erhielten, zur alljährlichen Einrichtung. Der Ehrenteil des Bonner Nordfriedhofes wurde am 19. Mai 1970 offiziell eingeweiht.

Bilder von Bonn, Nordfriedhof

Von diesem Friedhof ist noch kein Bildmaterial vorhanden.

Wegbeschreibung

Kölnstr. 48753117 Bonn

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Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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