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Büren-Böddeken

Auf der Kriegsgräberstätte Böddeken ruhen insgesamt 473 Tote.

Der Friedhof Böddeken erhielt seinen Namen von einem ehemaligen Kloster, das im Jahre 836/837 durch den Archidiakon Meinolph des Bistums Paderborn gegründet wurde. Ihm ist die in Sichtweite des Friedhofs liegende Meinolphus-Kapelle gewidmet. Dort befindet sich auch die Erbbegräbnisstätte der Familie von Mallinckrodt, die Eigentümerin des heutigen Gutsbetriebes Böddeken ist.

Aus der Kriegsgeschichte

Ende März/Anfang April 1945 erreichte der Bodenkrieg auch das Paderborner Land. Das Ziel der vorrückenden Alliierten war es, in zwei Vorstoßrichtungen, gleichsam einer Zange, das Ruhrgebiet zu umgehen und einzuschließen, was ihnen am 1. April bei Lippstadt auch gelang. Hierdurch entstand der so genannte Ruhrkessel. Die Deutschen versuchten einen Zangenarm südlich von Paderborn abzufangen und aufzuhalten. Dazu wurden als kampfstärkste Verbände die noch im März 1945 aufgestellte Panzerbrigade "Westfalen" der Waffen-SS (bestehend aus Ersatz- und Ausbildungstruppen aus Standorten rund um den Truppenübungsplatz Senne) und die schwere Panzer-Abteilung 507 der Wehrmacht eingesetzt.

In diesem Zusammenhang kamen auf deutscher wie auf amerikanischer Seite viele Soldaten ums Leben. Unter den deutschen – oft sehr jungen – Toten waren auch Angehörige der Waffen-SS, die sich freiwillig zu dieser Truppe gemeldet hatten oder auch gegen ihren Willen hierzu eingezogen worden waren. Die meisten amerikanischen Toten wurden in die Heimat überführt und bekamen dort ihr Grab auf Nationalfriedhöfen. Die verbliebenen Toten fanden auf amerikanischen Kriegsgräberstätten außerhalb Deutschlands ihre letzte Ruhestätte. Die toten Deutschen wurden zuerst auf Dorffriedhöfen, auf Äckern und an Wegrändern bestattet.

Die Kriegsgräberstätte

Baron Heinrich von Mallinckrodt überließ im Jahr 1950 das Wiesental dem damaligen Kreis Büren zur Errichtung einer Kriegsgräberstätte. Dieses Gelände wurde später auch als "Tal des Friedens" bezeichnet.
Der Friedhof wurde vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Nordrhein-Westfalen, in Zusammenarbeit mit dem damaligen Kreis Büren angelegt und ausgebaut. Hierher wurden Kriegstote vor allem aus den seinerzeitigen Kreisen Paderborn, Büren und Warburg umgebettet.

Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre wurden durch den Volksbund weitere Kriegstote nach Böddeken überführt, u.a. aus Ahden, Bonenburg, Borgentreich, Bühne (Elisenhof), Büren, Burgholz, Dringenberg, Eissen, Gehrden, Großeneder, Hohenwepel, Ikenhausen, Natingen, Nörde, Ossendorf, Peckelsheim, Scherfede, Schweckhausen (Schlosspark), Warburg (Burgfriedhof), Willebadessen (zwei Soldaten, die in einem Panzer verbrannten), Wormeln. Viele bislang unbekannte Tote konnte der Volksbund im Rahmen der Exhumierungen und Überführungen noch identifizieren.

Auf der Kriegsgräberstätte Böddeken haben auch einige durch die Kriegsereignisse getötete Zivilisten, darunter drei Frauen, in Lazaretten gestorbene Soldaten, drei Niederländer, die auf deutscher Seite gekämpft hatten, sowie 14 Tote des Ersten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte bekommen.

Die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Am Rande des Gemeindegebietes Wewelsburg, ungefähr vier Kilometer von hier entfernt in der Gemarkung Niederhagen, wurde im Zweiten Weltkrieg ein Konzentrationslager errichtet. Die Häftlinge sollten auf Befehl der SS die Schlossanlage Wewelsburg und das gleichnamige Dorf zu einem Versammlungsort für höchste SS-Offiziere umbauen. Heute ist das Gelände des früheren Lagers weitgehend überbaut.

Nach längerer kontrovers geführter Diskussion um die Errichtung eines Mahnmals zur Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers in Wewelsburg beschloss der Paderborner Kreistag am 12. Dezember 1977, nicht in Wewelsburg selbst, sondern auf dem Ehrenfriedhof Böddeken eine Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt aufzustellen. Mit der Gestaltung wurde der Paderborner Bildhauer Josef Rikus beauftragt. Das aus Anröchter Dolomit geschaffene fünfteilige Mahnmal "Zum Gedenken an die Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft 1933-1945" wurde am 8. November 1978 feierlich eingeweiht.

In Teilen der Öffentlichkeit riefen das Mahnmal und der Standort des Mahnmals seinerzeit heftige Kritik hervor, da kein eigentlicher Bezug zur Kriegsgräberstätte gesehen wurde. Der erste Stein des Mahnmals trägt die Aufschrift "Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft", während die anderen Steine mit ihren eingemeißelten Darstellungen konkret an die "Reichskristallnacht" (Pogromnacht vom 9. November 1938), die "Flucht und Vertreibung", den "Bombenkrieg" und die "Konzentrationslager" erinnern sollen.

Auf dem Appellplatz des ehemaligen Konzentrationslagers Wewelsburg-Niederhagen befindet sich seit dem 2. April 2000 ein Mahnmal, das an die Opfer der SS-Gewalt in Wewelsburg erinnert.

Die Kriegsgräberstätte Böddeken liegt seit 1975 in der Obhut des Kreises Paderborn.

Die Kriegsgräberstätte Bödekken und das nahegelegene Kreismuseum Wewelsburg mit der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945 sind Lernorte der Geschichte.

Bilder von Büren-Böddeken

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Landesinformation für Deutschland

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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