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Essen, Parkfriedhof

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 2.258 Kriegstote des II. Weltkrieges.

1.640 Deutsche
446 ehem. sowjet. Union
37 Polen
12 Belgier
22 Franzosen
7 Niederländer
8 ehem. Jugoslawen
8 Griechen
1 Rumäne
1 Spanier
76 unbekannter Nationalität

Kriegsgräberstätten auf dem Parkfriedhof

Auf insgesamt 39 Friedhöfen im Stadtgebiet von Essen ruhen ca. 9.400 Kriegstote aus beiden Weltkriegen.

Im Ersten Weltkrieg starben ca. 15.000 Essener Bürger, im Zweiten Weltkrieg über 32.000 an allen Fronten. Ihre Gräber finden sich überall in der Welt, nur ein Teil hat ein Grab in der Heimatstadt. Hinzu kommen mehr als 2.500 jüdische Mitbürger der Stadt, die dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer fielen. Es sind nahezu 60 % der Juden, die 1933 in Essen lebten.

Während im Ersten Weltkrieg die Schlachten außerhalb Deutschlands stattfanden, wurde im Zweiten Weltkrieg Deutschland selbst Schlachtfeld. Das Ruhrgebiet galt mit seiner enormen Konzentration von Kohlebergwerken und Stahlfabriken als Symbol auch für die militärischen Reserven des Dritten Reiches. So wurden Bochum, Dortmund und Essen zu Hauptzielen alliierter Angriffe.Bereits im September 1939 wurde in Essen erstmals Fliegeralarm gegeben. Erste Luftangriffe erfolgten ab Mai 1940. Bis zum Ende des Krieges waren es über 270 Angriffe, die vorrangig von britischer Seite aus geführt wurden. Schwerste Luftangriffe erlitt die Stadt im März und Juli 1943 (Battle of the Ruhr beginnt am 5. März), im Oktober und November 1944 sowie zwischen Februar und April 1945. Am 11. April 1945 wurde Essen durch die Amerikaner besetzt; am 14. April zerbrach der sogenannte Ruhrkessel. 325.000 Deutsche gerieten durch die Amerikaner in Gefangenschaft. Die Stadt Essen lag in Schutt und Asche. Unter den Kriegstoten der Stadt befanden sich Essener Bürger, Soldaten, Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Juden, - Männer, Frauen und Kinder. Sie alle wurden Opfer von Krieg oder Gewaltherrschaft. Hier auf dem Parkfriedhof haben insgesamt 2.258 Opfer des Zweiten Weltkrieges in vier Gräberfelder (siehe Skizze unten) eine bleibende Ruhestätte bekommen:

I Gräberfeld mit 86 deutschen Soldaten und 1.502 deutsche Ziviltoten, mehrheitlich Bombenopfern

II Gräberfeld mit 52 KZ-Opfern,

III Gräberfeld mit 405 Kriegsgefangenen, Verschleppten und Zwangsarbeitern aus vielen Ländern Europas: 233 kamen aus der Sowjetunion, 37 aus Polen, 12 aus Belgien, 22 aus Frankreich, 7 aus den Niederlanden, 8 aus Jugoslawien, 8 aus Griechenland, einer aus Spanien und einer aus Rumänien.
Von 76 Toten kennt man die Nationalität nicht.

IV Gräberfeld mit 213 sowjetischen Kriegsgefangenen, die zwischen 1941 und 1945 umkamen.
Über 70.000 Menschen, meistenteils sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, wurden zwischen 1941 und 1945 in rüstungswichtigen Betrieben im Stadtgebiet von Essen eingesetzt. Viele von ihnen starben an Entkräftung, Hunger und Unterernährung, wurden Opfer von Foltermaßnahmen oder wurden ermordet.

Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen ist eine Tragödie größten Ausmaßes, so hieß es bereits 1942 in einer deutschen Denkschrift. Vom Juni 1941 bis zum Frühjahr 1942 kamen etwa zwei Millionen sowjetische Kriegsgefangene in deutschen Lagern um.Bei den KZ-Opfern handelt es sich um Bürger der Stadt, die als Gegner des Regimes umgebracht wurden. Die Angehörigen mussten die Kosten für die Urnen und deren Überführung selbst tragen. Eine steinerne Stele kennzeichnet die Gedenkstätte. Auf jedem Grab liegt ein Stein mit dem jeweiligen Namen und den Lebensdaten des Menschen, dessen Urne man hier in die Erde senkte. Fünf von ihnen waren Frauen, drei von ihnen hat man im Vernichtungslager Ausschwitz, zwei im Konzentrationslager Buchenwald umgebracht. Die Urnen der Männer sind aus den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Groß-Rosen, Mauthausen, Sachsenhausen und anderen nach Essen gekommen. Hier finden sich u.a. auch die Gräber von Heinrich Bekes und Heinrich Bowinkelmann, die wegen ihrer Tätigkeiten für die verbotene KPD (Kommunistische Partei Deutschland) mit Schutzhaftbefehl in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg an der Havel eingeliefert und ermordet wurden

Alle Opfer von Krieg, Gewalt und Terror sind Mahner für den Frieden - überall auf der Welt !

Bilder von Essen, Parkfriedhof

Von diesem Friedhof ist noch kein Bildmaterial vorhanden.

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Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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