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Gelsenkirchen-Buer-Hauptfriedhof

Auf dieser Kriegsgräberstätte ruhen 1.516 Kriegstote.

I. Weltkrieg 150
II. Weltkrieg 1.366

1.265 Deutsche
200 ehem. sowjet. Union
44 Polen
2 Niederländer
5 Sonstige

Auf 6 Kriegsgräberstätten im Stadtgebiet von Gelsenkirchen ruhen insgesamt 5.701 Tote aus beiden Weltkriegen. Die größten Kriegsgräberstätten befinden sich auf dem Hauptfriedhof in Buer -1.516 Tote - und auf dem Friedhof in Horst-Süd - 1.706 Tote.

Auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges starben mehr als 7.300 Bürger aus den Vorläufergemeinden der heutigen Stadt Gelsenkirchen. Nur ein Teil der toten Soldaten wurde in den Heimatorten bestattet.Im Zweiten Weltkrieg verloren etwa 11.000 Wehrmachtsangehörige aus Gelsenkirchen ihr Leben. Ihre Gräber finden sich überwiegend in der Nähe der Schauplätze des Krieges. Nur ein Teil der toten Soldaten hat ein Grab in der Heimatstadt.

Als eine der Waffenschmieden des "Dritten Reiches" wurde das Ruhrgebiet und damit auch Gelsenkirchen insbesondere ab 1942 / 43 Ziel zahlreicher Luftangriffe. Allein 518 Menschen starben am 6. November 1944. Insgesamt kamen während des Zweiten Weltkrieges 3.038 Gelsenkirchnerinnen und Gelsenkirchner bei 184 Bombenangriffen um.

Auch in Gelsenkirchen zählten die jüdischen Bürgerinnen und Bürger zu den Opfern nationalsozialistischer Gewaltherrschaft. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde während des "Dritten Reiches" ermordet.Die in Gelsenkirchen lebenden Sinti und Roma wurden Opfer des Rassismus und im März 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Gelsenkirchen Arbeitskräfte und Kriegsgefangene aus den besetzten Ländern zur Zwangsarbeit eingesetzt. Menschen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, aus Luxemburg, Italien, Polen, Jugoslawien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und in der Mehrzahl aus der Sowjetunion mussten - unterteilt in unterschiedliche Kategorien - in etwa 80 Zivilarbeits- und rund 70 Kriegsgefangenenlagern leben und in der kriegswichtigen Industrie Gelsenkirchens Zwangsarbeit verrichten. Viele von ihnen starben an Entkräftung, Unterernährung oder wurden Opfer der Arbeitsbedingungen und von Folter und Mord. Auf den Friedhöfen in Gelsenkirchen sind etwa 3.500 Zwangsarbeiter bestattet.In Gelsenkirchen-Horst bestand von Juli bis September 1944 ein Außenlager des KZ Buchenwald.

In der Stadt Gelsenkirchen, die besonders von der Arbeiterschaft der Montanindustrie und ihren verschiedenen politischen Bewegungen geprägt wurde, erinnern auch Mahnmale an die lokalen Opfer großer politischer Auseinandersetzungen um Demokratie in Deutschland. Im Stadtgarten Gelsenkirchen steht ein 1951 errichtetes Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Dort finden sich die Worte:

    "Zerstampft des Unrechts Drachensaat.Zerstört den Hass von Staat zu Staat.Versenkt die Waffen in Gewässern.Dann wird im Friedenssonnenscheindie ganze Welt uns Heimat sein!"
Hauptfriedhof in Buer
  • Der Hauptfriedhof ist Teil des Buerschen Grüngürtels. Die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sind hier auch in die anspruchsvolle Gestaltung der Gesamtanlage integriert.Für die Gräber von Soldaten der beiden Weltkriege besteht eine Kriegsgräber-Ehrenanlage. Zunächst wurden auf diesem Friedhof Gräber für Gefallene des Ersten Weltkrieges geschaffen. Diese Anlage wurde dann für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges erweitert. Auch die Toten aus der Zeit der französisch-belgischen Ruhrbesetzung, dem so genannten Ruhrkampf, sind hier beigesetzt. Es ruhen hier auch Tote, die an den Folgen des Ersten Weltkrieges Jahre später verstarben. 1953 entstand die heutige Ehrenanlage für die Gefallenen beider Weltkriege mit dem großen Steinkreuz.


  • Eine große Ehrenstätte in Form eines lateinischen Kreuzes für die zivilen Bombenopfer des Zweiten Weltkrieges ist seit 1964 mit der Skulptur "Trauer und Trost" von J. Röver ausgestattet. Dort sind 740 Opfer von Luftangriffen bestattet.


  • Weiterhin finden sich zwei Grabstätten von Zwangsarbeitern, die in Gelsenkirchen umgekommen sind. An der Grabstelle von 205 Zwangsarbeitern erinnert eine mit kyrillischer Schrift versehene Stele an die Toten, die überwiegend aus der Sowjetunion stammten. Bei einer anderen Gräberstätte finden sich Gräber weiterer 60 Zwangsarbeiter, die am 13. Juni 1944 bei einem Bombenangriff umkamen.


  • In Form eines so genannten Antoniuskreuzes erinnert eine Begräbnisstätte an die vier Bueraner Opfer bewaffneter Auseinandersetzungen um einen demokratischen Neubeginn nach Kaiserreich und dem Ersten Weltkrieg. Am 14. Januar 1919 waren die hier Beerdigten bei Schießereien zwischen verschiedenen Teilen der Arbeiterschaft aus Buer und Armeeeinheiten umgekommen.
Der Text entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgeschichte und GELSENGRÜN.

Aufnahmen: Konrad Herz

Bilder von Gelsenkirchen-Buer-Hauptfriedhof

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Landesinformation für Deutschland

Kriegsgräberabkommen in Deutschland

Die Gestaltung, der Bau, die Pflege und Unterhaltung von Kriegsgräberstätten wurden im Inland durch die Bundesregierung im "Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft"(Gräbergesetz) sowie in der "Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz? (Gestaltungsrichtlinie Inland) festgeschrieben. Demnach wurde die Herrichtung, Pflege und Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland den einzelnen Bundesländern übertragen. Die Länder delegieren die Aufgaben zur Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber in aller Regel an die nachgeordneten Verwaltungseinheiten (Friedhofsträger). Aufgrund der seitens der Bundesregierung vorgenommenen Aufgabenteilung ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Inland nur beratend tätig, setzt sich jedoch im Rahmen des Möglichen und in Zusammenarbeit mit den Friedhofsträgern für die Erhaltung und Pflege der Kriegsgräberstätten im Inland ein.

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