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Hamminkeln-Dingden-Gemeindefriedhof

Hier ruhen 77 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges: 73 deutsche Soldaten und 4 Niederländer.

Nach Festigung des alliierten Brückenkopfes zwischen Rees und Wesel begannen die Westallierten ab dem 26. März 1945 ihren Vorstoß ins Münsterland und die Bildung des Ruhrkessels.Die 53. Welsh Division rückte am 27. März über Dingden in Richtung Bocholt vor. Der anfangs geringe deutsche Widerstand verstärkte sich im Raum Lankern. Zwischen der Kleinen Issel und den Ziegeleien versuchten Männer des Volkssturmes, Panzergrenadiere und Fallschirmjäger vergeblich, den Vormarsch auf Bocholt zu stoppen.

Nach Ende der Kampfhandlungen auf dem Gebiet der Gemeinde Dingden lagen die deutschen Gefallenen auf den Feldern, in den verlassenen Stellungen oder in Vorgärten. Einige Tage später begrub man sie meist an Ort und Stelle. Einige Kriegstote wurden kurz nach Kriegsende von ihren Angehörigen in die Heimat überführt. In der Gemeinde Dingden verblieben 70 Gräber. Auf dem Gemeindefriedhof lagen 20 tote deutsche Soldaten, die meist im Vorfeld durch Luftangriffe oder Unfälle in Dingden zu Tode kamen. Neben der Schule Berg hatte man 17 deutsche Soldaten begraben, die auf dem Hauptverbandsplatz der 84. Infanteriedivision, der in der Schule eingerichtet war, verstarben. In Berg und Nordbrock gab es 13 Feldgräber, in Lankern 19 und in der Dorfbauerschaft 1 Feldgrab mit deutschen Soldaten.

Vielerorts, so auch in Dingden, stellte sich die Frage nach einer würdigen Ruhestätte für die Kriegstoten. Die Gemeinde hatte kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges eine Erweiterung des Gemeindefriedhofes vorgenommen. Nach Planung des Bocholter Friedhof-Oberinspektors Reichl wurde in den ersten Jahren des Krieges unmittelbar hinter dem Eingangstor des Friedhofes eine Ehrenanlage für Dingdener Gefallene geschaffen. Man beabsichtigte, alle auf den Schlachtfeldern Europas gefallenen Dingdener Bürger in die Heimat zu überführen und hier auf der Ehrenanlage zu bestatten. Es kam nicht dazu.

Zuerst entschied man sich, hinter dem Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges einen Ehrenfriedhof anzulegen. Im November 1946 bat die Gemeinde den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um Mithilfe. Bis zum März 1947 wurden 45 Gefallene dort beigesetzt. Während dieser Zeit kam man zu der Erkenntnis, daß eine Nutzung der bestehenden Anlage auf dem Gemeindefriedhof eine weit geringere finanzielle Belastung darstellen würde. Somit veranlasste man die Herrichtung der Ehrenanlage des Gemeindefriedhofes. Die Überführungen übernahm der Flürener Unternehmer Carl Klaus. Die Anlage wurde von Herrn Reichl und, seitens des Volksbundes, von Gartendirektor Trapp, Düsseldorf, gestaltet. Viele Dingdener Bürger halfen beim Ausbau der Ehrenanlage. Die zunächst aufgestellten Eichenholzkreuze wurden Anfang der 60er Jahre durch witterungsbeständige Steinkreuze ersetzt.

Viele alliierte Soldaten fielen bei den Kämpfen um Dingden, die genaue Zahl liegt nicht vor. Nachweislich waren 20 Briten und 1 Kanadier auf dem Friedhof bestattet. Desweiteren gab es ein Feldgrab in Nordbrock. Dort ruhte ein Brite, der mit einem Lastensegler landete und bei den Kämpfen umkam. Die britische Kriegsgräberfürsorge (Commonwealth War Graves Commission) bettete diese Gefallenen später aus und überführte sie zum britischen Soldatenfriedhof Reichswald oder in die Heimat.

In Dingden bekamen auch umgekommene Fremdarbeiter ihr Grab: 2 Franzosen, 2 Belgier, 1 Italiener und 1 Russe. Sie wurden später ausgebettet und in die Heimat überführt oder auf einem anderen Friedhof beigesetzt.

Heute ruhen auf dem Gelände des Friedhofes noch 4 Niederländer in einem gemeinsamen Grab: die Eheleute Maria und Wilhelmus Robertus Geerlings und ihr Sohn Wilhelmus Leonardus sowie Petronella Leyendeckers. Sie starben in den Morgenstunden des 3. Februar 1945 bei einem Tieffliegerangriff auf einen mit über 1.000 Evakuierten besetzten Zug, der von Roermond kam. Ein Flugzeug des angreifenden Verbandes stürzte in Lankern ab, der Pilot kam ums Leben.

Nach Fertigstellung der Ehrenanlage fanden dort noch 3 deutsche Gefallene ihre letzte Ruhestätte, die auf Wunsch der Angehörigen in die Heimat überführt wurden.

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