Ein Lächeln zwischen 14.000 Gräbern

24. Juli 2017

v.li.: Andre König, Wilfried Hötzel, Horst Neugebauer, Sebastian Koch, Alex Enns, Otto Paradies, Ulrich-Peter Vesely, Lothar Stark, Wilfried Reschka

Das erlebten die sieben Reservisten der Kreisgruppe Steinfurt und zwei Soldaten aus dem Standort Rheine, die im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zur Pflege des Soldatenfriedhofes aus dem 1. Weltkrieg in Sissonne (Frankreich) waren.

Ein Ehepaar aus Deutschland, das auf dem Friedhof das Grab des Urgroßvaters suchte, zeigte im Gespräch Freude und Dankbarkeit für die Pflege der Gräber. Dies zeigt immer wieder wie wichtig es ist die Gräber zu pflegen.

14.694 Gräber, 14694 Schicksale aus dem 1. Weltkrieg erzählen die Kreuze auf dem Soldatenfriedhof von Sissonne in Frankreich. Die Reservisten und Soldaten unter Leitung von Oberleutnant der Reserve Wilfried Hötzel pflegten zwei Wochen lang einen Teil der Kreuze auf dem Friedhof. Wenn auch Regen in der zweiten Woche immer wieder zu Pausen zwang, so konnten jedoch über 500 Inschriften wieder leserlich gemacht werden.

Die Arbeit bestand aus dem Freistechen des Sockels, dem Abschleifen der Kreuze mit Drahtbürsten und dem anschließenden Anstreichen der Kreuze mit schwarzer Farbe. Nach dem Trocken wurde abschließend die Farbe von den erhabenen stehenden Buchstaben und Zahlen wieder heruntergeschliffen, wodurch die Inschrift auf dem Grabzeichen wieder gut leserbar wurde.

Wenn auch ein Maderschaden an einem Fahrzeug zu einem nicht geplanten Werkstattaufenthalt zwang, so ließen sich die Reservisten nicht aus der Ruhe bringen.

An dem freien Wochenende besichtigte die Gruppe die weit übers Land sichtbare Kathedrale von Laon und die im Zentrum der Champagne gelegene Stadt Reims. Nach einem Stadtrundgang und dem Besuch der Kathedrale Notre-Dame de Reims, die seit 1991 zu dem UNESCO-Welterbe gehört, wurde der Tag abgeschlossen.

Bei der Besichtigung der Drachenhöhle auf dem Chemin des Dames, in der sich Deutsche und Franzosen bekämpften, wurde wieder die Unsinnigkeit eines Krieges deutlich. Diese Höhle liegt auf einer Tiefe von 15 bis 30 Metern und hat viele ausgebaute Kammern. Die Höhle wurde zu einem Museum ausgebaut. Das oberirdische Museum wurde 1996 eröffnet.

Mit einer entsprechenden Totenehrung – begleitet von einer Trompete mit dem Lied „Vom guten Kameraden – wurde ein Kranz niedergelegt.

Zum Dank für die hervorragende Unterstützung durch das französische Personal auf dem Friedhof wurde ein Buch mit der Chronik der Stadt Rheine übergeben.

Der nächste Einsatz der Reservisten wird auf dem Friedhof Königsesch in Rheine sein. Auch hier sind die Kreuze auf dem Soldatenfriedhof im Laufe der Zeit unleserlich geworden und bedürfen der Pflege.

 

Text und Fotos: OLt d.R. Wilfried Hötzel

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