Erinnern für die Zukunft

Projektgruppe der St. Walburga Hauptschule Meschede besucht Kriegsgräberstätten vor Ort und gestaltet eine eindrucksvolle Collagenarbeit

25. Juli 2017

Schüler auf dem Waldfriedhof Fulmecke in Meschede

Meschede, 11.07.2017

Im Rahmen einer Projektwoche hatten sich die neun Schüler_innen der Städtischen Walburga Hautpschule Meschede für das Oberthema „Frieden“ entschieden.

Dazu hatte sich der begleitende Lehrer Herr Pohl in Kooperation mit der Bildungsreferentin des Volksbundes und mit freundlicher Unterstützung durch die Stadt Meschede ein spannendes Programm ausgedacht.

Los ging es am 11.07.17. um 7.45 mit einem kleinen Film über die Arbeit des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.. Im Anschluss daran lenkte die Bildungsreferentin den Blick auf Kriegsgräberstätten in der Stadt Meschede. Außerdem erhielt jeder Schüler Informationen zu einem Schicksal einer Person die aus Meschede stammte und im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren hatte. Jeder Schüler stellte „sein“ Schicksal den anderen kurz vor und auf einer Europawandkarte wurde markiert, wo sich das Grab heute befindet.

Die Bildungsreferentin warf die Frage auf, warum Kriegsgräber auch für uns heute eine wichtige Bedeutung haben. Dass der Friede, den wir in weiten Teilen Europas heute finden, nicht selbstverständlich sei und dass Demokratie das Engagement jedes einzelnen Bürgers benötige.

Um 9.00 Uhr machten die Schülerinnen sich gemeinsam mit ihrem Lehrer per ÖPNV auf den Weg zur Kriegsgräberstätte Waldfriedhof Fulmecke. Dort erhielt die Gruppe eine eindrucksvolle Führung durch den langjährigen städtischen Mitarbeiter Herrn Paul. Herr Paul informierte in diesem Zusammenhang auch darüber, dass die vielschichtigen Hintergründe zur Kriegsgräberstätte derzeit durch Historiker des Regionalinstitutes des LWL wissenschaftlich aufgearbeitet würden.

Gegen 10.00 Uhr machte sich die Gruppe wieder auf den Weg zur nächsten Station. Nun stand eine Wanderung zur Kriegsgräberstätte Eversberg auf dem Programm. Dort wartete bereits ein Geschwisterpaar das zwei Brüder im Zweiten Weltkrieg verloren hatte. Einer davon war im Alter von 20 Jahren in den letzten Kriegstagen in Meschede verstorben. Sein Grab befindet sich auf der Kriesgsgräbestätte in Meschede-Eversberg. In einem bewegenden Vortrag berichtete die Schwester des Verstorbenen von seinem kurzen Lebensweg. Sie selbst hatte den Krieg als Jugendliche erlebt und konnte sich an viele Details aus dieser Zeit erinnern. Besonders eindrucksvoll war in diesem Zusammenhang, dass sich in der Gruppe der Schüler_innen auch zwei Geflüchtete aus dem Irak und aus Syrien befanden. Sie sind heute in dem Alter in dem die Zeitzeugin damals den Krieg in Deutschland erlebt hatte.

Parallelen zwischen Damals und Heute wurden aufgezeigt.

Gegen 12.00 Uhr machte sich die Gruppe wieder zu Fuß auf den Rückweg zur Schule.

Für den kommenden Tag waren Pflegearbeiten an einer Kriegsgräberstätte vorgesehen. Diese mussten wegen starken Niederschlages leider abgesagt werden. Aber dank des großen Engagements des begleitenden Projektlehrers konnte die Zeit sehr sinnvoll genutzt werden.

So erstellten die Schüler_innen Collagen in denen sie die Erlebnisse und Erfahrungen des Vortages anschaulich auch für andere Schüler_innen zusammentrugen.

 

Text und Foto: Verena Effgen, Bildungsreferentin

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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