INTERNATIONALE SOMMERGÄSTE IN MÜNSTER LADEN ZUR GEDENKFEIER

25 Jugendliche aus zwölf europäischen Staaten gehen auf außergewöhnliche Spurensuche in der Stadtgeschichte und zeigen, wie wertvoll der Austausch über Grenzen hinweg ist.

21. Juli 2017

Münster. Jugendliche aus Belarus, Bulgarien, Deutschland, Italien, Lettland, Polen, Rumänien, Russland, der Türkei, Ukraine und Ungarn kommen am 7. August in das internationale Workcamp des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Unter dem Motto „The right to life: Get up, stand up for human rights!“ gehen sie auf Spurensuche nach dem Menschenrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit während des Nationalsozialismus.

Einerseits befassen sie sich in der Villa ten Hompel näher mit den Schreibtischtätern, die die Deportationen jüdischer Mitbürger nach Lettland planten und organisierten. Andererseits erfahren sie vom versierten Referenten Winfried Nachtwei mehr über den Leidensweg dieser Opfer. Aber auch die Aufarbeitung des dunklen NS-Kapitels in Deutschland und Lettland während des Kalten Krieges bis in die Gegenwart nehmen sie in den Blick und beschäftigen sich mit dem Hier und Jetzt: Wie geht Europa heute mit der historischen Verantwortung um? Welche Geschichten werden in meiner Familie erzählt und was steht in den Schulbüchern?

Mehr als ein symbolischer Akt bedeutet in diesem Zusammenhang die Pflege der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Waldfriedhof Lauheide bei Münster. Neben der intensiven interkulturellen Auseinandersetzung werden sie ausgiebig die Umgebung erkunden: Ob bei einem Stadtbummel durch Münster, im Waldfreibad in Telgte oder beim Grillen am Aasee. Münster hat den internationalen Gästen kulturell viel zu bieten.

Zum Abschluss des Camps gestalten die Jugendlichen an diesen Kriegsgräbern eine feierliche Gedenkveranstaltung. Dazu laden sie am 14. August, 15 Uhr, alle Interessierten herzlich auf den Waldfriedhof (Lauheide 5 in Telgte) ein. Regierungspräsident Prof. Klenke spricht als Vorsitzender des Bezirksverbands Münster und Bürgermeister Joksch als Bürgermeister Münsters die Grußworte. Auch Sie sind herzlich willkommen, der Gedenkfeier des internationalen Camps beizuwohnen und beim anschließenden Empfang mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen!

Das internationale Workcamp in Münster ist eines von über 40 außerschulischen Jugendbegegnungen, die der Volksbund in diesem Sommer organisiert. Ca. 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene werden hieran teilnehmen. Seit 1953 – dem Jahr des ersten Workcamps des Volksbundes – haben mehr als 300.000 Jugendliche aus ganz Europa an den Workcamps teilgenommen. Mit seiner international ausgerichteten Jugendarbeit regt der Volksbund die jüngere Generation an, sich auch mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit den Ursachen und Folgen von Kriegen auseinanderzusetzen und sich aktiv für internationale Verständigung einzusetzen. Im Auftrag der Bundesregierung pflegt der Volksbund ca. 2,5 Mio. deutsche Kriegsgräber auf als 832 Kriegsgräberstätten in 45 Ländern. Der Volksbund finanziert seine Arbeit zu 75% aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, 25% gibt die Bundesregierung projektgebunden dazu.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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