Patenschaftsübernahme über Kriegsgräber in Neuenrade
Die Reservistenkameradschaft Werdohl/Neuenrade übernahm am 15.11.2011 die Patenschaft über die Pflege der Gräber der Kriegsopfer auf dem evangelischen Friedhof in Neuenrade.
In einer kleinen würdigen Zeremonie im Trauzimmer des Rathauses Neuenrade unterzeichneten der 1. Vorsitzende der Reservistenkameradschaft, Obergefreiter der Reserve Detlef Seegmüller, und der Bürgermeister Klaus Peter Sasse die Urkunde und besiegelten so die Patenschaft.
„Mit dieser Patenschaft setzt die Reservistenkameradschaft ein Zeichen gegen das Vergessen, indem sie die Stadt Neuenrade bei der Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräberstätte unterstützt, sich um das würdige Aussehen der gesamten Anlage kümmert und Gedenkveranstaltungen, vor allem zum Volkstrauertag mitgestaltet“ so heißt es im Text der Urkunde.
In Anwesenheit seiner Mitarbeiterin Frau Schäfer, dem 2. Vorsitzenden der RK, Feldwebel der Reserve Torsten Stegemann, sowie den Mitarbeitern des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Wolfgang Held und Rolf Koos erläuterte Bürgermeister Sasse seine Beweggründe, diese Patenschaft an die Reservisten zu übergeben.
Die Stadt Neuenrade, so sagte er, hatte in der Vergangenheit einiges für die Pflege der vier Kriegsgräberstätten in Neuenrade unter Nutzung der durch die Bezirksregierung zur Verfügung gestellten Jahrespauschale zur Pflege der Kriegsgräber getan, aber nach seiner Ansicht zu wenig. So gab es für die 16 Kriegsgräber des 2. Weltkrieges auf der evangelischen Kriegsgräberstätte diese Pauschale, aber nicht für die über 60 Kissensteine, die als Gedenkplatten an die Opfer des 1. Weltkrieges dort liegen. Dieses bereitgestellte Geld reichte nicht aus, so dass die die Kriegsgräberstätte betreuende Friedhofsverwaltung den gewünschten Pflegezustand nicht sicherstellen konnte. Des Weiteren fährt seit über 24 Jahren eine Jugendgruppe aus Neuenrade jährlich in die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Ysselsteyn nach Holland, arbeitet dort an Friedensprojekten und pflegt die dortigen Gräber der benachbarten Kriegsgräberstätte. Dieses Neuenrader Engagement muss, so der Bürgermeister, auf die heimischen Kriegsgräberstätten übertragen werden.
So kam es seitens der Stadt im Frühjahr 2011 zu den ersten Kontakten zur RK Werdohl/Neuenrade, für die Torsten Stegemann schon während eines Pflegeeinsatzes im Mai 2011 betonte, dass die RK gerne eine Patenschaft über diese Gräberstätte übernehmen würde, um die Anlage so herzurichten, dass diese wieder in einen den Toten angemessenen würdigen Zustand versetzt wird. Bürgermeister Sasse war von dieser Idee begeistert und erklärte, dass die Stadt das Engagement der Reservisten mit den zu Verfügung stehenden Mitteln unterstützen werde.
Bürgermeister Sasse betonte zum Abschluss seiner Rede, dass die nun über die Patenschaft geregelte Betreuung der Kriegsgräber auf dem evangelischen Friedhof eine gute Maßnahme auch zur Freude des Bürgermeisters sei und schloss mit dem Satz: „Die dort liegenden Kameraden haben diese Fürsorge verdient“.
Torsten Stegemann erklärte, dass die Kameraden der RK sich der Bedeutung dieser langfristig übernommenen Patenschaft wohl bewusst sind und diese ehrenamtliche Tätigkeit gerne ausüben werden, auch in dem Wissen, dass die verfügbaren Gelder zur Pflege dieser Kriegsgräber auch ihnen, die sie dort arbeiten, zur Verfügung gestellt werden. Er versprach, dass sich diese Gräber ab nun dem Besucher in einem schlichten, einheitlichen und würdigen Zustand darstellen werden.
Text und Bilder: Rolf Koos



