Schrubben für die Freundschaft

Briten und Deutsche säubern gemeinsam 111 Kriegsgräber in Schildesche

20. Dezember 2008

Bielefeld (hz). Private Matthew Harbridge schrubbt mit der Wurzelbürste die Grabplatte, Hauptgefreiter Volker Lehmann kratzt das Unkraut aus den Fugen – britische Soldaten, Pfadfinder und deutsche Bundeswehr-Reservisten haben am Samstag die Kriegsgräber auf dem Friedhof Schildesche gesäubert.
»Das ist eine einmalige Aktion und gab es in Bielefeld noch nie«, sagten Stefan Schmidt und Rolf Koos vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. An der Operation Freundschaft genannten Grabpflege waren Briten vom Armeestandort im benachbarten Gütersloh und Reservisten aus Bielefeld und den Kreisen Gütersloh, Lippe, Paderborn beteiligt.
Hauptgefreiter der Reserve Volker Lehmann und Bob Shaftoe hatten die Initiative für den Einsatz auf dem Friedhof an der Engerschen Straße gegeben. Beide sind beim deutschen Wachservice für die britische Armee tätig und engagieren sich für die Friedensarbeit und die Völkerverständigung. Nach einem ersten deutsch-britischen Pflegeeinsatz am 4. Juli in Schildesche wurden am vergangenen Samstag nun die restlichen Gräber gesäubert.
Auf der Kriegsgräberstätte neben der Schildescher Friedhofskapelle ruhen 111 Kriegstote und Bombenopfer aus dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Die Jüngsten wurden nur sieben und zehn Jahre alt, der Älteste kam mit 62 Jahren ums Leben.
Ulrich Bergander und Tewelde Hailemichel vom städtischen Umweltbetrieb verteilten am Samstagvormittag Wurzelbürsten, Gartenwerkzeug und Wassereimer an die freiwilligen Helfer. Nur noch einige der 111 Gräber werden 64 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges regelmäßig gepflegt. Die Grabplatten der übrigen sind mit Moos überzogen, Unkraut wuchert zwischen den Platten.
(Quelle: Westfalen-Blatt, 20.07.2009)

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