Von der Wolga an die Westfälische Bucht

Deutsch-russisches Workcamp feiert zwanzig Jahre Jugendbegegnung und Friedensarbeit

25. August 2017

Feierlicher Abschluss des Workcamps: Kranzniederlegung auf der sowjetischen Kriegsgräberstätte Stukenbrock

Friedenswünsche der Jugendlichen schmücken die Bäume

Gedenkworte der Jugendlichen, vorgetragen auf russisch, deutsch und englisch

Prominente Teilnehmer der Abschlussfeier (v.l.n.r.): Landtagspräsident André Kuper, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl, Günter Garbrecht (ehem. Landtagsabgeordneter)

Schloß Holte – Stukenbrock. Vor zwanzig Jahren fand das erste Workcamp des Volksbundes in der russischen Stadt Rshew an der Wolga statt. Anlass genug für ein besonderes Jubiläumscamp: Anfang August 2017 verbrachten 30 Jugendliche aus Russland und Deutschland jeweils eine Woche in Rshew und im Raum Gütersloh/Bielefeld. 

Auf dem Programm des Workcamps standen – wie könnte es auch anders sein? – Kriegsgräberstätten. Und zwar in Russland der deutsch-russische Friedenspark Rshew, wo mehrere zehntausend Tote der verheerenden Schlacht um die Stadt Rshew von Dezember 1941 bis März 1943 bestattet sind. Und in Deutschland die sowjetische Kriegsgräberstätte Stukenbrock-Senne, mit ebenfalls vermutlich mehreren zehntausend sowjetischen Opfern der unmenschlichen und lebensfeindlichen Bedingungen im dortigen Kriegsgefangenenlager.

Unter der Überschrift "Menschenrechte im Krieg", dem aktuellen Schwerpunktthema des Volksundes, beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an beiden Orten mit den besonderen historischen Hintergründen. In Stukenbrock-Senne half hierbei – sehr kompetent und engagiert – die Gedenkstätte Stalag 326 VI K, die sich in einer historischen Lagerbaracke auf dem Gelände der heutigen Landespolizeischule befindet.

Neben dem schwierigen Thema der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und der totalitären Systeme kamen aber auch Ausflüge und das Kennenlernen der jeweils anderen Kultur nicht zu kurz. Highlight der „russischen Woche" war sicherlich der Besuch der Metropole Moskau. In Deutschland standen die regionalen Sehenswürdigkeiten, u.a. Paderborn und die Wewelsburg, auf dem Pogramm.

Den feierlichen Abschluss bildete eine Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter in Stukenbrock-Senne. Sehr stolz machte die Jugendlichen der Besuch hoher politischer Repräsentanten. Neben dem Bürgermeister der Stadt Schloß Holte – Stukenbrock ließen es sich weder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl noch Landtagspräsident André Kuper nehmen, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workcamps persönlich für praktizierte Erinnerungs- und Verständigungsarbeit zu danken.

Der Erfolg des Workcamps ließ sich während des abschließenden Empfangs besichtigen. Zwischen russische und deutsche Teilnehmer passte nicht das sprichwörtliche Blatt Papier. Beschlossen wurde außerdem: Der zwanzigste Geburtstag des Projektes soll nicht der letzte gewesen sein.

Stefan Schmidt (Fotos: Volksbund)

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