400 Grabkreuze erneuert

Erndtebrücker Soldaten und Reservisten aus Südwestfalen beim Kriegsgräbereinsatz in der Normandie.

23. Oktober 2017

Marigny (Dép. Manche/ Frankreich). 20 Jahre ist es her, dass Soldaten der Erndtebrücker Hachenberg-Kaserne ihren ersten Arbeitseinsatz für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Normandie durchgeführt haben. Damals auf dem deutschen Soldatenfriedhof La Cambe. Jetzt zog es Soldaten des Einsatzführungsbereich 2 gemeinsam mit dem Verband der Reservisten, Kreisgruppe Südwestfalen und einem aktiven Soldaten aus Siegburg wieder zu einem Pflegeeinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof Marigny in die Normandie.

Letzte Ruhestätte für die Opfer der Landungskämpfe in der Normandie.
Im Laufe der Landungskämpfe errichteten amerikanische Truppen im Raum St. Mere-Eglise und "Utah-Beach" zwei Brückenköpfe als Ausgangsstellung zur Abschnürung der auf der Contentin-Halbinsel liegenden deutschen Truppen. Die in diesem Gebiet gefallenen Soldaten bestattete der amerikanische Gräberdienst bei Marigny. 1957 hat der Umbettungsdienst des Volksbundes aus zahlreichen kleinen Anlagen und Feldgräbern die Gefallenen auf den Soldatenfriedhof Marigny umgebettet. Der Volksbund begann 1958 mit der gärtnerischen und baulichen Gestaltung. Der Friedhof wurde in fünf lang gestreckte Gräberblöcke eingeteilt und durch Wälle eingefasst. Der Eingangsbau ist im Charakter der alten normannischen Dorfkirche gehalten und fügt sich mit seinem Bruchsteinmauerwerk in die Landschaft ein. Auf Grabzeichen aus Keramik, die über den Gräbern eingelassen sind, stehen von jeweils zwei Toten Name, Dienstgrad, Lebens- und Sterbedaten. Kreuzgruppen sind über das ganze Gräberfeld, in dem 11169 Kriegstote des Zweiten Weltkrieges bestattet sind, verteilt. Die Einweihung der Kriegsgräberstätte fand am 20.09.1961 statt.

Auch ein Wittgensteiner fand in Marigny seine letzte Ruhestätte.
Auch aus der Heimatregion Wittgenstein der Erndtebrücker Garnison fand ein Gefallener seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Marigny. Hier ist der aus Bad Berleburg-Hemschlar stammende Fritz Aderhold bestattet.

Neuausrichtung von 400 Grabkreuzen.
Zu den Aufgaben der 6 aktiven Soldaten und 4 Reservisten gehörte die Neuausrichtung von ca. 400 Grabkreuzen. Hierzu wurden die im Boden eingelassenen vorhandenen Grabkreuze aufgenommen und gereinigt. Die gereinigten Grabkreuze wurden anschließend auf neue in den Boden eingelassene Zementplatten aufgeklebt. Zukünftig sollen so die Inschriften auf den Grabkreuzen besser sichtbar und lesbar sein.

Untergebracht waren die fleißigen Helfer in einem Ferienhaus in der Gemeinde Saint-Sauveur-Lendelin.
Neben dem Arbeitseinsatz wurden die Schauplätze der Invasion von 1944 an Utah und Omaha Beach erkundigt. Außerdem erfolgte ein Tagesausflug zum UNESCO-Weltkulturerbe Mont-Saint-Michel.

Zum Gedenken legten die Soldaten und Reservisten während ihres Einsatzes einen Kranz für die dort bestatteten Kriegstoten nieder und gedachten auch ihrer gefallenen Bundeswehrkameraden.

 

Text und Fotos:    Erhard Lauber

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