Aktiv für den Volksbund – Erfahrungen einer Reservistenkameradschaft

27. November 2016

Die Sammler am 29.10.2016

Volkstrauertag 2016 in der Normandie

In unserer Reservistenkameradschaft (RK Dormagen) entstand vor einigen Jahren der Wunsch, etwas für den Volksbund zu unternehmen. Also plante man eine Sammlung an einem Sonnabend auf dem Marktplatz, der direkt mit der Einkaufsstraße verbunden ist. Man war der Annahme, dass viele Leute vorbeigehen würden und zu einer Spende animiert werden können. Das traf aber nicht im gewünschten Umfang zu. Also wurde nach einer besseren Örtlichkeit gesucht. Fündig wurden wir, dank guter Verbindungen, im größten Einkaufs-Super-Markt von Dormagen. Er besitzt ausreichend Parkplätze und wird von den Einwohnern aus nah und fern, für vielfältige Einkäufe gut besucht. Besonders an Sonnabenden. So wurde die Auftaktveranstaltung mit Promis auf den Sonnabend um den 1. November gelegt. Die Wahl des Termins wird bestimmt durch Allerheiligen und den Zahltag für viele Bürger.

Wir haben dort neben einem Stand vom Volksbund, bei dem Gräbersuche online möglich ist, auch einen Stand von den Reservisten aufgebaut. Auf dem stellen wir den Reservistenverband und unsere RK vor. Von den RK Aktivitäten gab es eine Bilderwand, die sich mit Erklärungen für die Interessenten erschloß. Es gab sogar einzelne Interessenten, die im Laufe der Zeit der RK beigetreten sind. Viele waren auch erstaunt, dass es überhaupt eine RK in der Stadt gibt. Es wurde anfangs auch gefragt, wofür wir sammeln, denn die Fragenden wollten ihr Geld nicht für eine unbestimmte Sache geben, da häufig für irgendwelche Sachen gesammelt wird und das Geld dann unbekannt versickert. Wenn die Antwort dann die Aufgaben vom Volksbund erläuterte, gaben viele eine Spende in die Sammeldose, denn sie waren der Meinung, ein gutes Werk für die “Mahnmale für den Frieden“ getätigt zu haben.

Diese Gespräche sind heute auch meistens nicht mehr erforderlich, da wir einfach um diese Zeit als fester Bestandteil zum Einkaufs Markt, dazugehören. Es macht auch viel aus, dass wir als Uniformträger sofort als legitimierte Sammler auftreten und erkannt werden. Die Auftaktveranstaltung wird immer in der Presse und den kostenlosen Anzeigenblättern veröffentlicht, damit sich die Besucher des Einkauf-Marktes darauf einstellen können, dass an diesem Tag wieder Uniformierte mit Sammeldose im Eingang des Marktes stehen.
Der Marktleiter unterstützt, selbst natürlich vom guten Zweck der Sammlung für den Volksbund überzeugt, auch durch Hinweise zu unserer Sammlung über die Lautsprecheranlage im Markt im halbstündigen Turnus.
Eingeladen werden dazu auch stets der Landrat und der Bürgermeister mit seinen zwei Stellvertretern. Das hat den Vorteil, dass sie von vielen Bürgern erkannt und begrüßt werden und ganz nebenbei auch etwas für die Sammeldose übrig haben. Den RK Sammlern geht es ähnlich, wenn Bekannte vorbeikommen, fühlen die sich auch animiert etwas zu spenden. Wenn sie dann noch erfahren, wofür das ist, gehen sie beruhigt zum Verkaufsraum. Andere sagen, dass sie erst einkaufen wollen, wahrscheinlich haben sie nur Papiergeld dabei. Dann kann es dem Sammler passieren, dass er beim Rückweg den ganzen Inhalt der Geldbörse in die Hand geschüttet bekommt, mit dem Hinweis, es doch bitte selber in die Sammeldose zu stecken, da man die Hände voll hat, keine Zeit hat usw. Das macht man dann auch gerne. Hilfsbereitschaft zeichnet den Reservisten aus.

Beim Sammeln auf dem Wochenmarkt (natürlich in Uniform) gibt es auch Leute, die einen fragen, ob man denn schon für die Bundeswehr sammeln muß. Gesprächsbereitschaft ist bei denen aber nicht vorhanden, da sie wohl über zu wenig Wissen verfügen und die Bemerkung selber nur als Scherz betrachten.

Wichtig ist dabei, dass immer der gleiche Sammler an der gleichen Stelle auftritt, damit sich die Spender an das Gesicht gewöhnen können. Dann kann es einem passieren, dass man angesprochen wird mit der Bemerkung: Was ist schon wieder ein Jahr rum. Meine Antwort: „Wir sind inzwischen auch ein Jahr reifer geworden“, entlockt ihnen ein Schmunzeln. Andere outen sich, dass sie Mitglied im Volksbund sind, wie schon ihre Eltern. Es ergeben sich manchmal kleine Gespräche, bei denen manches erläutert werden kann, wenn etwas unklar sein sollte. Es überzeugen immer vorgetragene Fakten vom Volksbund.

Bei der Häusersammlung lobe ich die Bewohner immer, wenn sie ihre Sicherheitseinrichtungen an der Eingangstür verwenden. Aber es kam vor, dass mir entgegnet wurde, ich habe ihr rotes Barett gesehen und die Zeit war da, dass sie kommen würden. Wozu dann den Umstand mit der Türkette. Das schafft im Laufe der Jahre Vertrauen zu den Sammlern.

Die RK ist am Volkstrauertag auf zwei Plätzen, die 800 km voneinander entfernt sind aktiv. Einmal auf dem Zentralfriedhof der Heimatgemeinde und auf 4 Deutschen Kriegsgräberstätten in der Normandie, wo sie dem stellvertretenden Militärattaché aus Paris, bei den Kranzniederlegungen assistiert.

Wenn danach das Sammelergebnis mit dem Volksbund abgerechnet ist, beginnt für mich die Adventszeit und die Planung für die RK Aktivitäten im nächsten Jahr.

 

Text und Fotos: Rainer Hellberg

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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