Gemeinsamer Kriegsgräbereinsatz auf den „Flanders Fields“

13. Juli 2016

Soldaten des Einsatzführungsbereiches 2 aus Erndtebrück und Reservisten der Kreisgruppe Südwestfalen beim gemeinsamen Kriegsgräbereinsatz auf den ehemaligen Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges in Flandern.

Erndtebrück / Menen.

Soldaten des Einsatzführungsbereiches 2 aus den Standorten Erndtebrück und Uedem-Marienbaum sowie Reservisten der Kreisgruppe Südwestfalen des Verbandes der Reservisten führten kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen Pflegeeinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof Menen in Westflandern durch. Unterstützt wurden sie durch einen aktiven Kameraden vom Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr in Siegburg. Der Einsatz stand unter dem Kommando von Stabsfeldwebel Erhard Lauber, selbst aktiver Soldat am Standort Erndtebrück und Geschäftsführer des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für das Wittgensteiner Land.

Größter deutscher Soldatenfriedhof des 1. Weltkrieges für fast 48 000 gefallene Soldaten

Unweit der belgisch-französischen Grenze liegt am nordöstlichen Stadtrand von Menen der größte deutsche Soldatenfriedhof im Westen. Hier ruhen 47.911 Gefallene des Ersten Weltkrieges.
Der Friedhof wurde bereits 1917 von der deutschen Truppe nach den Kämpfen im Wald von Menen angelegt. Die Kämpfe in Flandern zogen sich vier Jahre hin und erreichten 1917 ihren Höhepunkt. Häufig konnten die Gefallenen nicht geborgen werden, oft wurden Gräberfelder wieder von Granaten getroffen und zerstört. Nach Kriegsende waren hier 6.340 Gefallene bestattet.
In den Jahren 1955 bis 1959 löste der Volksbund 49 Gräberanlagen im Südteil der Provinz Flandern auf, brachte die Gefallenen nach Menen und legte den Eingangsbau und Ehrenraum an. Die Namen stehen auf Platten aus belgischem Granit.

Auch Gefallene aus der Heimatregion fanden in Menen ihre letzte Ruhestätte

Auch einige Gefallene aus dem Wittgensteiner Land, der Region um die Garnisonsgemeinde Erndtebrück fanden in Menen ihre letzte Ruhestätte.

Erneuerung der eingravierten Namensinschriften auf den Grabplatten

Zu den Aufgaben der 5 aktiven Soldaten und 3 Reservisten gehörten die Erneuerung der eingravierten Namen der Gefallenen auf den Grabplatten sowie die Reinigung der Platten. Nach fast 60 Jahren waren die Namen nur noch schlecht lesbar. Die Erneuerung der Inschriften erfolgte mit Fugenweiß, das ähnlich wie beim Verfugen von Fließen auf die Platten aufgebracht wurde. Das Auffüllen der Gravuren war jedoch nur bei trockenem Wetter möglich, da sonst das Fugenweiß wieder ausgewaschen würde. Regen und Feuchtigkeit behinderte leider an 2 Tagen die vorgesehenen Arbeiten. Alternativ führte das 8-köpfige Kommando Grünschnittarbeiten auf der Kriegsgräberstätte durch. Insgesamt konnten so 917 Grabplatten neu beschriftet werden.

Besucher lobten Engagement der Bundeswehrangehörigen

Durch einen Bericht eines flämischen Fernsehsenders über die Arbeiten des vorherigen Arbeitskommandos waren sehr viele Einwohner der Region auf die Kriegsgräberstätte aufmerksam geworden. So besuchten während des Einsatzes zahlreiche Besucher aus Belgien und den Niederlanden den Friedhof und informierten sich über die Arbeiten. Auch eine Schulklasse aus Großbritannien besuchte im Rahmen einer Klassenfahrt den Soldatenfriedhof in Menen. Besuche von britischen Schulklassen auf den Soldatenfriedhöfen des 1. Weltkrieges in Flandern sind im Rahmen des Geschichtsunterrichtes üblich. Leider besuchten nur einmal 2 Deutsche, die das Grab eines ihrer Angehörigen besuchen wollten den Friedhof. Alle Besucher lobten und würdigten das besondere Engagement der Bundeswehrangehörigen.

Mit Verdienstnadel des Volksbundes ausgezeichnet

Drei Mitglieder des Arbeitskommandos wurden während ihres Einsatzes in Menen durch den Bundeswehrbeauftragen für Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. So wurde für die mehrmalige Teilnahme an Arbeitseinsätzen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die silberne Verdienstnadel an Oberstabsgefreiter der Reserve Franke Stache und Hauptgefreiter der Reserve Peter Stache verliehen. Kommandoführer Stabsfeldwebel Erhard Lauber erhielt die Verdienstnadel in Gold.

Belgische Armee bot Unterkunft

Untergebracht waren die fleißigen Helfer in einer Kaserne der belgischen Armee in Siegens Partnerstadt Ypern.

Zum Gedenken legten die Soldaten und Reservisten im Beisein von Soldaten der Yperner Kaserne zum Abschluss ihres Einsatzes einen Kranz für die dort bestatteten Kriegstoten nieder und gedachten auch ihrer gefallenen Bundeswehrkameraden.

Neben dem Arbeitseinsatz besuchte das Arbeitskommando unter anderem das „In Flanders Fields Museum“ und die traditionelle Zeremonie der „Last Post“ unter dem Menentor in Ypern sowie zahlreiche Kriegsgräberstätten in dieser gesichtsträchtigen Region.

 

Text:   Erhard Lauber
Fotos: Erhard Lauber

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