Kriegsgräbereinsatz in Flandern

20. Oktober 2017

Menen/Langemark (Belgien). 100 Jahre Schlacht von Passendaele und 100 Jahre deutscher Soldatenfriedhof Menen. -
Unter diesem Motto stand der diesjährige Arbeitseinsatz für den Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. der „Reservisten Marsch- und Arbeitsgruppe aus Nordrhein Westfalen und Hessen“.

Eingebettet in die Zeremonie der Australier auf dem englischen Friedhof „Polygonwood“ und der Feierlichkeit in Menen leisteten die Reservisten gute Arbeit.

In der ersten Woche waren, unter Leitung von Oberstleutnant d.R. Peter Weyers, verwaschene Grabplatten auf dem Soldatenfriedhof Langemark wieder lesbar zu machen: Mit Hochdruckreiniger säubern, mit Fugenweiß die eingravierten Namen wieder auffüllen, trocknen lassen und anschließend den Zementschleier abwischen.
Die Arbeiten konnten natürlich nur bei gutem, trockenem Wetter durchgeführt werden. Aber der Wettergott hatte ein Einsehen! Es herrschte schönes, trockenes Herbstwetter.

Während der Arbeiten stellte sich wieder heraus, dass Langemark der am stärksten frequentierte deutsche Soldatenfriedhof in Flandern ist. Täglich kamen ca. 300 – 400 Besucher, überwiegend aus dem britischen Commonwealth.
Die Besucher waren sehr neugierig und sahen interessiert den Arbeiten der Reservisten zu. Es kam zu vielen interessanten Gesprächen, unter anderem mit zwei Generälen aus Australien. Nebenbei landeten so auch 109,47 € in die eigens aufgestellte Sammeldose.

Am Wochenende erfolgte unter sachkundiger Führung des belgischen Historikers Johan Ryheul, ein Besuch verschiedener Orte der Flandernschlachten aus dem Ersten Weltkrieg.

In der zweiten Woche hatten die Reservisten die Gedenkfeier in Menen vorzubereiten.
Bäume stutzen, Besuchertoiletten reinigen, Laub entfernen und allgemeine Reinigungsarbeiten durchführen. Nachdem eine Firma das Zelt für die hochrangigen Gäste aufgebaut hatte, mussten 220 Stühle darin aufgestellt und mit den Namen der Gäste gekennzeichnet werden.

Am Morgen vor der Veranstaltung waren 300 Blumensträuße auf dem Friedhof zu verteilen.
Die drei Kranzträger, Stabsfeldwebel d.R. Carsten Fricke, Oberfeldwebel d.R. Herbert Dauerböck und Hauptgefreiter d.R. Uwe Inhülsen wurden in die Abläufe eingewiesen.
Dann schnell Umziehen in den Dienstanzug und die Feierlichkeit konnte beginnen.

Über 600 Besucher trafen ein. Viele Angehörige von gefallenen, hier bestatteten Soldaten, eine Große Delegation von ca. 80 neuseeländischen Soldaten. Gänsehaut war angesagt als die darunter befindlichen Maoris ein ergreifendes Lied anstimmten.
Nach verschiedenen Ansprachen, unter anderem vom Deutschen Botschafter, dem neuen Volksbundpräsidenten (und ehemaligen Generalinspekteur der Bw) Wolfgang Schneiderhan, legten alleine 15 ausländische Botschafter ihre Kränze nieder. Aber auch andere Organisationen ehrten die hier ruhenden 48.000 deutschen Soldaten. Unsere Kranzträger kamen schön ins Schwitzen.

Zum Abschluss erfolgte ein Empfang im Kulturzentrum von Menen. Hier gab es interessante Gedankenaustausche mit den Ehrengästen.
Wolfgang Schneiderhan bedankte sich noch einmal persönlich bei den Reservisten für die geleistete hervorragende Arbeit.

 

Text und Fotos: OTL d.R. Peter Weyers

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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