Müllsammel-Aktion am Ehrenfriedhof Weeze

14. November 2014

Weeze. “Das Sterben am Niederrhein 1944/ 45 war ein “Opfergewordensein”, ein “Geopfertwordensein”, denn der Krieg war damals schon verloren und viele, die hier liegen, wussten, dass er verloren sei. Und das ist das tragisch drückende Gefühl:
Sie starben an ihre Pflicht gebunden, und davon darf nur in Dankbarkeit und Ehrfurcht vor dem Einzelschicksal gesprochen werden. Ein anderer Ton ist nicht erlaubt.”

Bundespräsident Heuss aus seiner Rede am 10. September 1950 am Ehrenfriedhof Weeze
An einem sonnigen Herbsttag im November trafen sich die Mitglieder der
Reservistenkameradschaft Straelen am Ehrenfriedhof Weeze, um traditionell das Wegenetz rund um den Friedhof von Müll und Unrat zu befreien.
Diese Tradition dient dem Zweck, der zentralen Gedenkveranstaltung der Gemeinde Weeze am Volkstrauertag einen würdigen und angemeissenen Rahmen zu geben.
„Zivilisationsmüll“, so Hauptfeldwebel d.R. Mark Olaf Janssen,“findet sich nicht nur entlang der Landstraße, sondern auch an den Waldwegen rund um den Ehrenfriedhof“. Diese Wege befinden sich auf dem ehemaligen Schlachtfeld im Osten Weezes, im Volksmund Sandberg genannt, welches den britischen Angreifern in den ersten Märztagen des Jahres 1945 das Tor nach Weeze und weiter in Richtung Wesel öffnete. Reste von Granattrichtern und Stellungen sind hier stumme Zeugen eines blutigen Gefechtes, welches sich über mehrere Tage hinzog und mit Nahkämpfen verbunden war.
Auf der angrenzenden Kriegsgräberstätte ruhen über 2.000 deutsche Gefallene aus der gesamten Region, die man nach Ende der Kampfhandlungen hier beigesetzt hat.
Bundespräsident Heuss weihte diese Kriegsgräberstätte am 10. September 1950 ein.
Nach getaner Arbeit und insgesamt acht prall gefüllten Müllsäcken gedachten die Kameraden den Opfern von Krieg und Gewalt, wobei Stabsfeldwebel d.R. Herbert Hartmann an die angetretenen Reservisten vor der mächtigen Hochkreuzgruppe aus Basaltlava Worte des Gedenkens richtete.

Die Reservistenkameradschaft Straelen aus der Kreisgruppe Rhein-Ruhr des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr wird sich auch im kommenden Jahr wieder um die Säuberung des Straßen- und Wegenetzes rund um die Kriegsgräberstätte Weeze kümmern.

Text:   Mark Olaf Janssen, HF d.R.
Bilder: RK Straelen

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