"Rollendes Seminar" des Volksbundes vom 27. – 29. Okt. 2017

2. November 2017

Gruppenfoto - vor dem ehemaligen Entlausungsgebäude des Stalag 326

Augustdorf. Reservisten und Soldaten der Bundeswehr besuchten Kriegsschauplätze im Paderborner Land und setzten sich mit den Grausamkeiten sowie den Folgen der Nazi-Diktatur auseinander.

Auch in diesem Jahr führte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ein Rollendes Seminar durch. Insgesamt 48 Teilnehmer nahmen diese Einladung an, um von der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf zu starten. Oberstabsfeldwebel (OStFw) a.D. Schlüter referierte in einem sehr interessanten Vortrag über die Kämpfe im Paderborner Land. Danach führte er die Gruppe zur Kriegsgräberstätte Büren-Böddeken, wo der Kriegstoten gedacht wurde.

Der folgende Tag begann mit der Vorstellung des Ehrenhains, gleich am Eingang der Kaserne. Hier wird einigen der gefallenen Kameraden aus Augustdorf gedacht. Weiter führte die Fahrt zum Gemeindefriedhof in Bielefeld-Quelle. Auf diesem Friedhof befindet sich ein Ehrengrab der Bundeswehr. Der Hauptgefreite Martin Augustyniak, geb. am 28.9.1981, fand hier seine letzte Ruhe. Im sogenannten Karfreitaggefecht, am 2.4.2010, wurde Martin Augustyniak in Afghanistan tödlich verwundet. Mit Einverständnis der Angehörigen wird dieses Grab von der Bundeswehr gepflegt.

Eine wirklich ergreifende Besichtigung stand im Stammlager 326 (Stalag 326) für Kriegsgefangene im II. WK und auf dem in direkter Nachbarschaft gelegenen Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter aus diesem Stalag an. Zwischen 1941 und 1945 wurden hier insgesamt 36 Massengräberreihen angelegt. Jede Massengrabreihe ist circa 112 Meter lang, ungefähr 2,20 Meter breit – die genaue Anzahl der hier begrabenen Menschen ist nicht bekannt. Die befreiten sowjetischen Kriegsgefangenen sprachen von ca. 65000 Toten, von denen heute ca. 11000 namentlich bekannt sind.

Den Abschluß bildete am Sonntag der Besuch der Wewelsburg. Eine äußerst informative Ausstellung über die Ideologie und den Terror der SS ist in einem separaten Gebäude untergebracht. Ein wenig Zeit ist schon mitzubringen um die Ausstellung zu besichtigen und dem Vortrag zuzuhören.

 

Text und Foto: Eberhard Beckmann, Schriftführer der RK Wetter

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