Wenn das Navi versagt…

13. Juni 2016

„Sie haben ihr Ziel erreicht. Es liegt 600 m in Pfeilrichtung vor ihnen.“ So war es oft dem Navi zu entnehmen. Sieben Reservisten der Kreisgruppe Steinfurt und zwei aktive Soldaten aus Rheine waren unter Leitung von OLt. d.R. Wilfried Hötzel im Raum Metz (Frankreich) im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. unterwegs um etwa 30 Kriegsgräber und Denkmäler des Krieges 1870/71 zu pflegen und zu reinigen. Diese lagen oft mitten in einem Feld oder waren nur über Feldwege zu erreichen, die das Navigationsgerät nicht mehr anzeigte. Koordinaten waren ein hilfreiches Mittel um diese Orte zu finden. Bei nicht immer schönem Wetter war es nicht leicht, das oft schon über einen halben Meter hochgewachsene nasse Gras zu mähen und zu entsorgen. Die Gräber wurden in Handarbeit vom Unkraut befreit und mit Bürsten gereinigt.

Und das vor dem Hintergrund der Geschichte, die in Schrift und Zahlen auf den Denkmälern ein ständiger Begleiter war.

Die Geschichte nimmt andere Formen an, wenn man die verschiedenen Inschriften liest.

„Dem Gedächtnis für König und Vaterland …    Getreu bis in den Tod…“

Um es auch mit den Worten von Albert Schweitzer zu sagen „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens“.

Ein Höhepunkt war die aktive Teilnahme an der Einbettung des gefallenen Soldaten Hans Winkelmann, der fast 100 Jahre nach seinem Tod gefunden worden war, neben seinem ebenfalls im 1. Weltkrieg gefallenen Bruder.

Dies geschah im Rahmen der unter Federführung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auf dem Soldatenfriedhof in Romagne-sous-Montfaucon durchgeführten Zeremonie, an der unter anderem auch der deutsche Botschafter Nikolaus Meyer-Landrut teilnahm. Markus Meckel, Präsident des Volksbundes, bedankte sich in seiner Rede bei allen Mitwirkenden und vor allem den französischen Partnern.

Die Reservisten der Kreisgruppe Steinfurt legten ihren mitgebrachten Kranz nieder und unterstützten die Veranstaltung als Kranzträger.

Die musikalische Begleitung erfolgte durch die Kanadische Künstlerin Patricia Hammond, dem jungen Blasorchester Rilchingen-Hanweiler und dem Heeresmusikkorps Ulm.

Dass die Welt klein ist, stellte sich bei einem Gespräch mit der Dolmetscherin heraus. Sie wohnte früher in Rheine.

Trotz Regen, Kfz aus dem Schlamm schieben und ständigem Be- und Entladen der Fahrzeuge mit dem Werkzeug waren es zwei beeindruckende Wochen mit dem Ergebnis “im nächsten Jahr wieder!“.

 

Text:   Wilfried Hötzel
Fotos: Wilfried Hötzel, Roland Schmitt

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel