Gedenken an Deportationsopfer

Gedenkstein der Stadt Bünde durch Delegation im lettischen Riga eingeweiht

21. August 2013

Die Delegationsteilnehmer (v. l.): Christoph Lübeck, Wolfgang Koch, Günther

Berg, Thorsten Kröger, Heinrich Möntmann, Ernst Tilly, Roland Rosina und Silke Brendes mit Leevke Färber und Anna Plate (Bildmitte), den Workcamp-Teilnehmerinnen aus Bünde.

Bünde/Riga. Dem Beschluss des Stadtrates vom November 2012, als 42. Mitgliedsstadt dem Riga-Komitee beizutreten, folgte jetzt der Besuch einer achtköpfigen Delegation aus Bünde in der lettischen Hauptstadt. Die Delegation hatte sich aufgemacht, um im Rahmen einer Feierstunde den Gedenkstein der Stadt Bünde offiziell einzuweihen und damit den Beitritt zu untermauern.

Auf der Gedenkstätte Riga-Bikernieki, die etwa 30 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt liegt, traf sich die Bünder Delegation mit Angehörigen der Deutschen Botschaft und einer Gruppe Jugendlicher, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Volksbund-Workcamps in Riga.

Nachdem Bürgermeister Wolfgang Koch eine kleine Gedenkrede gehalten hat, wurde ein Kranz der Stadt Bünde niedergelegt. Anschließend besichtigte die Delegation die Gedenkstätte und das anliegende Gelände. Am Abend war die Delegation von den Teilnehmern des Workcamps zu einem Gedankenaustausch eingeladen. Die Bünder wurden von den 15 deutschen und neun lettischen Jugendlichen in ihrer Unterkunft im Sportinternat „Sejas Novada Sporta Centrs“ begrüßt und bekamen einen beeindruckenden Einblick in deren Arbeit.

Im Rahmen des 14-tägigen Workcamps pflegten die deutschen und lettischen Jugendliche gemeinsam Kriegsgräber- und Gedenkstätten. Dabei haben sie auch einige Tage auf der Gedenkstätte Riga-Bikernieki Massengräber gesäubert. Neben der Arbeit sollte die Verständigung und der Austausch zwischen den Menschen gefördert werden. Die Delegationsteilnehmer waren einerseits vom herzlichen Miteinander der deutschen und lettischen Jugendlichen und andererseits vom ungezwungenen Umgang mit der schwierigen Thematik Krieg, Gewalt und Terror beeindruckt. Zwei Teilnehmerinnen des Workcamps kamen aus Bünde.

Zum Programm gehörten auch eine Stadtführung und der Besuch des jüdischen Museums in Riga.

 

INFO

Von 1941 bis 1945 wurde Lettland - nach dem Überfall auf die Sowjetunion - von deutschen Truppen besetzt. Die Juden Rigas wurden bis zum Oktober 1941 in ein Ghetto gesperrt und am 30. November, dem Rigaer Blutsonntag, und am 8./9. Dezember 1941 von SS- und Polizeiangehörigen und lettischen Hilfswilligen ermordet. Insgesamt wurden 26.500 lettische Juden im Wald von Rumbula umgebracht, um im Ghetto für die vielen Juden aus dem Deutschen Reich Platz zu schaffen, die nach Riga deportiert wurden. Diese Menschen wurden später fast alle von den Nationalsozialisten und deren Helfern im Waldgebiet Bikernieki bei Riga ermordet und in Massengräbern verscharrt, unter ihnen auch Juden aus Bünde.

Am 30. November 2001 wurde hier eine Gräber- und Gedenkstätte eingeweiht. Sie wird vom Volksbund unterhalten.

(NW/Volksbund)

 

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