Geschichte - Gedächtnis - Bildung

3. Symposium des Riga-Komitees

28. September 2016

Lebhafte Diskussionen und der Austausch von Erfahrungen in der regionalen Bildungsarbeit prägten das 3. Symposium des Riga-Komitees (Fotos: Angela von Brill)

Vom 21.-22. September 2016 richtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen mit der Stadt Osnabrück das 3. Symposium des Deutschen Riga-Komitees aus. Teilnehmer waren 77 Vertreterinnen und Vertreter von 30 deutschen Städten und Gemeinden, aus denen in der NS-Zeit jüdische Bürgerinnen und Bürger nach Riga deportiert worden waren.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert begrüsste die Vertreter des städtischen Netzwerkes im historischen Friedensaal des Rathauses, und er würdigte die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns und der Verständigung für die Entwicklung eines nachhaltigen Friedens in Europa.

Die Teilnehmenden des Symposiums hörten neue Ergebnisse der historischen Forschung zum Massenmord an den europäischen Juden in Riga, diskutierten zeitgemäße Formen des städtischen Erinnerns und tauschten Erfahrungen zur regionalen Bildungsarbeit für Jugendliche und Erwachsene aus. Am Abend des 21. September gedachten die Teilnehmenden der ermordeten Osnabrücker Juden am Mahnmal Alte Synagoge, zusammen mit Schülern einer berufsbildenden Schule (siehe zweites Foto).

Zum Abschluss wurde der Impuls des Volksbundes, in 2017 eine gemeinsame Gedenkreise der städtischen Vertreter zu historischen Orten nach Riga zu unternehmen, von den Anwesenden bestärkt.

Von November 1942 bis Dezember 1943 waren insgesamt etwa 25 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem deutschen Reichsgebiet nach Riga deportiert worden, außerdem Juden aus Österreich, Tschechien, dem Baltikum und Ungarn. Die Deportationen nach Riga markieren einen wesentlichen Radikalisierungsschritt in der nationalsozialistischen "Judenpolitik" und den Beginn des Massenmordes. Nur drei bis vier Prozent der Deportierten überlebten.

Derzeit sind 55 Mitgliedsstädte im Deutschen Riga-Komitee vereint. Es wurde am 23. Mai 2000 von Repräsentanten von 13 deutschen Großstädten und dem damaligen Präsidenten des Volksbundes, Karl-Wilhelm Lange, in Berlin ins Leben gerufen. Initiatoren waren Berlin, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg, Osnabrück und Stuttgart.

Das Städte-Netzwerk wird koordiniert vom Volksbund.

(Information und Kontakt: Thomas Rey,
thomas.rey(at)volksbund.de
Hauptstadtbüro: 030/2309 3647)

Programm des 3. Symposiums

 

 

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