Werne als 47. Mitgliedsstadt dem Riga-Komitee beigetreten

19. Mai 2014

Wernes Bürgermeister Lothar Christ (2. v. r.) nach Unterzeichnung der Beitrittsurkunde mit Bernd Scherer (l.) und Thomas Rey (r.) vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie Winfried Nachtwei (2. v. l.)

Zahlreiche Gäste waren der Einladung des Bürgermeisters zur offiziellen Unterzeichnung der Beitrittsurkunde und der Präsentation der Ausstellung „Bikernieki – Wald der Toten" am Montag, dem 19. Mai 2014, in das Alte Rathaus der Stadt Werne gefolgt.

Unter den über 25.000 deutschen Juden, die in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga deportiert und in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden, waren auch drei Bürger aus Werne.

„Das damalige Geschehen muss uns Mahnung für das Eintreten gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass, Intoleranz und Gewalt sein", richtete Bürgermeister Lothar Christ einen Appell an die Gäste. Dabei erinnerte er an die grausamen Geschehnisse im November/Dezember 1941: Aus Werne wurden Anni Marcus, Charlotte Ermann und deren Sohn Gustav gemeinsam mit weiteren Personen aus der Region nach Riga deportiert. Von Ihnen überlebte nur Anni Marcus das Vernichtungslager der Nationalsozialisten und kehrte zurück. Sie verstarb aber 1949 aufgrund der in Riga erlittenen psychischen und physischen Qualen.

Das Programm gestalteten auch Katharina Escher und weitere Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Jil Högele mit. Angelika Papadopoulos und Georg Velikovs begleiteten die Veranstaltung musikalisch.

Eindrucksvoll auch der Vortrag des ehemaligen Bundestagsmitglieds Winfried Nachtwei, der einer der Initiatoren des Riga-Komitees ist und sich seit vielen Jahren mit dem Holocaust in Riga auseinandersetzt. Er schilderte, was den über 25.000 Juden, die nach Riga deportiert wurden, wiederfuhr und berichtete von Zeitzeugen, die er persönlich kennengelernt hatte.

Später führte er in die Ausstellung „Bikernieki – Wald der Toten" ein. Sie zeigt die Geschichte der heutigen Gräber- und Gedenkstätte Bikernieki am Stadtrand von Riga. Diese umfasst 55 größere und kleinere Gräber von unzähligen Opfern der Erschießungskommandos der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. 2001 errichtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gemeinsam mit seiner lettischen Partnerorganisation und der Stadtverwaltung Riga die Gedenkstätte, welche heute gemeinsam von lettischen und deutschen Jugendlichen im Rahmen von Workcamps gepflegt wird.

Im nächsten Jahr, so Bezirksgeschäftsführer Bernd Scherer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, könnten daran auch Jugendliche aus Werne teilnehmen, für die Plätze freigehalten würden.

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