Recklinghausen

 

Die Stadt Recklinghausen trat am Donnerstag, dem 5. März 2009, offiziell als 34. Mitgliedsstadt dem Deutschen Riga-Komitee bei.

Ansprechpartner der Stadt Recklinghausen für das Riga-Komitee ist

Herr Jürgen Pohl
Leiter der Volkshochschule
Stadt Recklinghausen
Fachbereich Kultur und Weiterbildung
Tel.: +49 (0)2361 / 501990
Fax: +49 (0)2361 / 5091990
Email: juergen.pohl(at)recklinghausen.de

 

Die Stadt Recklinghausen war bei der Erinnerungsreise anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Deutschen Riga-Komitees und bei der Gedenkveranstaltung am 9. Juli 2010 in Riga-Bikernieki mit einer eigenen Delegation vertreten.

Zudem nahmen Vertreter der Stadt vom 2. - 4. November 2012 am Ersten Symposium des Deutschen Riga-Komitees in Magdeburg teil.

Erinnern - immer wieder
Vor sieben Jahrzehnten wurden Recklinghäuser Juden deportiert / Gedenken im großen Sitzungssaal des Rathauses

Sieben Jahrzehnte ist es her, dass das dunkelste Kapitel der Recklinghäuser Geschichte seinen traurigen Höhepunkt erlebte und sich ein „monströser Abgrund" auftat. In einer Gedenkveranstaltung im Rathaus erinnerte die Stadt gestern Abend daran. Für einen würdigen Rahmen sorgte dabei unter anderem das Vokalensemble der Jüdischen Gemeinde.
Am 24. Januar 1942 wurden die Recklinghäuser Juden aus den sogenannten Judenhäusern an der Kellerstraße, der Bismarckstraße und der Paulusstraße in das Getto Riga deportiert und im November 1943 in den Wäldern rings um Riga gemeinsam mit Zehntausenden anderen ermordet. „Bikernieki - Wald der Toten" heißt die Ausstellung, die an diesem Abend im Rathaus-Foyer eröffnet wird.
Sie dokumentiert den Massenmord und gibt zugleich Hoffnung, weil sie auch die Gedenkkultur und die Trauerarbeit zeigt, die das Riga-Komitee leistet.
2009 trat Recklinghausen dem Komitee bei, dem inzwischen 43 Städte angehören, aus denen die Nazis seinerzeit die Juden deportierten. Es ist der Stadt ein wichtiges Anliegen, die Gedenkkultur zu pflegen, sagte Bürgermeister Wolfgang Pantförder: „Wir dürfen die Opfer nicht vergessen. Wir müssen die Erinnerungen für die nachwachsenden Generationen wach halten."
Ganz entschieden plädierte auch Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke für eine Erinnerungsarbeit, die niemals nachlassen dürfe: „Das ist die einzige Chance, dass sich das Böse nicht noch einmal ausbreiten kann. Dieser Abgrund ist so monströs, dass ihn unser Verstand gar nicht fassen kann. Und das Unfassbare verdrängen wir gerne. Aber wir müssen uns erinnern und die Opfer der Anonymität entreißen. Es waren Menschen wie du und ich,
Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen. Wir müssen die Erinnerung an sie wach halten und damit die Köpfe und Herzen der Jungen Generation erreichen."
Jedem einzelnen Schicksal der Recklinghäuser Juden haben Jürgen Pohl und Georg
Möllers in einer akribischen Spurensuche nachgespürt. Erschütternde Dokumente haben sie zusammengetragen in dem Buch „Abgemeldet nach 'unbekannt'", aus dem Georg Möllers an diesem Abend zitierte. Im Ratssaal sind viele Angehörige der jüdischen Gemeinden Recklinghausen und Gelsenkirchen zugegen - es ist die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern, die sie hier hören. Oder sogar die eigene, wie im Falle von Rolf Abrahamsohn, einem von nicht einmal einer Handvoll Riga-Überlebenden.
(Quelle: Recklinghäuser Zeitung v. 25.1.2013)

Nach der Eröffnung der Ausstellung Vorträge von

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke / Vorsitzender des Bezirksverbandes im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Zur Versöhnungs- und Erinnerungsarbeit

Beigeordneter Georg Möllers/Christlich-jüdische Gesellschaft

„Abgemeldet nach „Unbekannt“ 1942 – Die Deportation der Juden
aus dem Vest Recklinghausen nach Riga

Judith Neuwald-Tasbach/Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen

Die Bedeutung des Gedenkens für Familien und Gemeinden

Die Christlich-Jüdische Gesellschaft hat aus Anlass der Gedenkveranstaltung das Buch „Abgemeldet nach „unbekannt“1942. Die Deportation der Juden aus dem Vest Recklinghausen nach Riga“ herausgegeben.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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