Bikernieki – Wald der Toten

Wanderausstellung des Volksbundes

Gedenkstunde im Bikerniekie-Wald zum zehnjährigen Bestehen des Riga-Komitees. (Foto: Uwe Zucchi)

Kassel, den 7. Dezember 2011 - In den Jahren 1941 und 1942 wurden mehr als 25.000 deutsche Juden in das von deutschen Truppen besetze Riga deportiert. Sie kamen aus zahlreichen Städten des damaligen Deutschen Reiches. Das Ziel der Aktion war zunächst die Konzentration dieser deutschen Juden im Osten und schließlich deren Vernichtung.

Auch aus dem Regierungsbezirk Kassel wurden am 9. Dezember 1941 jüdische Mitbürger in das Ghetto Riga verschleppt. Weitere Transporte in das KZ Majdanek und das Vernichtungslager Sobibor sowie in das Ghetto Theresienstadt sollten wenige Monate später folgen. Von den vielen Tausend Verschleppten sollten nur einige wenige Menschen das unvorstellbare Grauen der Lager und die von den Nazis systematisch betriebene Vernichtung überleben.

Im Kasseler Rathaus wird aus Anlass des 70. Jahrestages der ersten Deportationen in der Zeit vom 9. Dezember 2011 bis 4. Januar 2012 die Wanderausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge unter dem Titel „Bikernieki – Wald der Toten: Die Deportation deutscher Juden nach Riga, ihre Ermordung und das Gedenken daran“ zu sehen ein.

Eröffnet wird die Ausstellung am 9. Dezember um 14 Uhr im Rahmen einer Gedenkstunde durch Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Weitere Referenten sind Thomas Rey, Leiter der Abteilung Gedenkkultur und Bildungsarbeit beim Volksbund, sowie Ernst Klein vom Verein „Gegen das Vergessen – Für Demokratie“.

Die Ausstellung zeichnet die Geschichte der Deportationen nach Riga und des dortigen Massenmordes an Menschen jüdischen Glaubens nach. Ausführlich dokumentiert sie darüber hinaus die Entstehung und Ausgestaltung der Gräber- und Gedenkstätte für die Ermordeten im Wald von Bikernieki, die heute fester Bestandteil in der deutschen Erinnerungskultur geworden ist. Die Anlage wurde 2001 eingeweiht und seither vom Volksbund gemeinsam mit lettischen Partnern betreut.

Auch über die Arbeit des im Mai 2000 gegründeten „Deutsche Riga-Komitee“ informiert die umfangreiche Ausstellung. In dem Komitee sind eine wachsende Zahl deutscher Städte zusammengeschlossen, aus denen die jüdischen Opfer der Deportationen und des Massenmordes stammen. Die Stadt Kassel gehört dem „Deutschen Riga-Komitee“ als eines von 13 Gründungsmitgliedern an. Gemeinsame Aufgabenstellung des inzwischen auf 40 Städte angewachsenen Zusammenschlusses ist die dauerhafte Sicherstellung des Gedenkens an die Opfer als Mahnung für die Nachgeborenen.

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