Erndtebrücker Soldaten und Reservisten beim Kriegsgräbereinsatz in der Toskana

Soldaten des Einsatzführungsbereich 2 in Erndtebrück führten jetzt gemeinsam mit dem Verband der Reservisten, Kreisgruppe Südwestfalen und in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen Pflegeeinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof auf dem Futa-Pass in der Toskana, Italien durch.

Der Soldatenfriedhof liegt auf einer Bergkuppe, 40 km von Florenz entfernt, unmittelbar am Futa-Paß (952 Meter über dem Meeresspiegel). Mit 30.683 Gefallenen ist der Friedhof Futa-Paß der größte deutsche Soldatenfriedhof in Italien. Aus Feldgräbern und Gemeindefriedhöfen der umliegenden zehn Provinzen Bologna, Florenz, Forli, Lucca, Modena, Pesaro, Pisa, Pistoia, Ravenna und Reggio Emilia hat sie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge geborgen. Das war notwendig, um die Gräber der Gefallenen zu erhalten und um noch unbekannte Tote zu identifizieren. Vielen Hinterbliebenen konnte der Volksbund nach langen Jahren der Ungewissheit das Schicksal ihres Angehörigen mitteilen.

Zu den Aufgaben der 9 aktiven Soldaten und 4 Reservisten gehörten Mäharbeiten auf dem Friedhof zur Unterstützung des Pflegedienstes, das Schneiden der Hecken und Beete auf dem Gelände, die Erneuerung der Wege, die Neuausrichtung der Grabplatten sowie das Streichen der Markierungen auf dem Besucherparkplatz. Außerdem reparierten die Soldaten und Reservisten das Dach und die Dachrinne des Unterkunftsgebäudes, da das Arbeitskommando in der ehemaligen Jugendbegegnungsstätte auf dem Friedhofsgelände untergebracht war. Verpflegt und unterstützt wurden die fleißigen Helfer durch den Chef der Erndtebrücker Truppenküche Ludwig Benner. Der 54-jährige Küchenmeister sorgte mit seinen Speisen für eine sehr gute und reichhaltige Ernährung des 13-köpfigen Arbeitskommandos, so dass mancher Teilnehmer sicherlich einige Pfunde mehr mit nach Hause genommen hat.

Neben dem Arbeitseinsatz wurde ein Tagesausflug nach Florenz, der Hauptstadt der Toskana unternommen, der für alle Beteiligten ein kultureller und interessanter Höhepunkt war. Außerdem wurde Pisa, die Stadt des „schiefen Turms“, besucht.

Wunderthäuser fand auf dem Futa-Pass seine letzte Ruhestätte

Aus dem Heimatort des Kochs Ludwig Benner fand auf dem Futa-Pass der aus Wunderthausen stammende Obergrenadier Heinrich Strackbein seine letzte Ruhestätte. Ebenfalls bestattet wurde dort der Gefreite Erwin Sommer, dessen Angehörige nach ihrer Vertreibung aus Schlesien in Girkhausen, dem Heimatort des Kommandoführers Hauptfeldwebel Erhard Lauber, eine neue Heimat fanden. An beiden Gräbern wurden zur Erinnerung Blumen niedergelegt.

Zum Gedenken legten die Soldaten und Reservisten zum Abschluss ihres Einsatzes einen Kranz für die dort bestatteten Kriegstoten auf dem Soldatenfriedhof Futa-Pass nieder. Außerdem gedachten sie dem 2006 verstorbenen Kameraden Oberleutnant Edgar Dietrich, der bereits im Jahre 2002 ein Arbeitskommando aus Erndtebrück auf dem Futa-Pass geführt hatte.

Text:     Erhard Lauber
Fotos:    Erhard Lauber

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