Deutsch-polnische Beziehungen im Unterricht und in Schul-Projekten
Das Bild des Nachbarn 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges

Bundeszentrale für politische Bildung, Fachbereich Fortbildung/Didaktik, Bonn, in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Kassel

Internationale Tagung vom 29. August bis 02. September 2009 in der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) Golm in Kamminke auf Usedom.

 

 

Leitung: Dr. Harald Geiss, bpb, und Thomas Rey M.A., VDK

Referats-Übersicht

Prof. Dr. Robert Traba,

Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften: 

Das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen im 20. Jahrhundert – Herausforderung für einen europäisch orientierten Unterricht.

Dr. Robert Maier, 

GEI für Schulbuchforschung, Braunschweig:

Verständigung in spannungsreichen Zeiten – Die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission.

Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz,

Universität Wrocław/Breslau:

Deutschland und Polen im 20. Jahrhundert – Aspekte eines gemeinsamen Geschichtsbuchs.

Manfred Mack,

Deutsches Polen Institut, Darmstadt:

Polnische Geschichte und die deutsch- polnischen Beziehungen – Ein Lehrwerk.

Prof. Dr. Klaus Ziemer, 

Universitäten Trier und Warschau:

Bilder vom Nachbarn im Wandel? Deutschland und Polen seit der „Wende“.

Adam Krzeminski,

Polityka, Warszawa/Warschau:

Bilder vom Nachbarn im Wandel? Polen und Deutschland als Partner in der EU.

Dr. Nils Köhler,

VDK, Kamminke:

Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen – Die Kriegsgräberstätte Golm als Erinnerungs-, Gedenk- und Lernort; Aufgaben und Aktivitäten der Jugendbildungs- und Begegnungsstätte.

 

 

Zur ersten gemeinsamen Veranstaltung mit der Bundeszentrale für politische Bildung

Die internationale Tagung „deutsch-polnische Beziehungen im Unterricht und in Schulprojekten – das Bild des Nachbarn, 70 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges“ vom 29. August bis 2 September 2009 in der Jugenbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) Golm in Kaminke auf Usedom war das erste gemeinsame Kooperationsprojekt des Volksbundes mit der Bundeszentrale für politische Bildung.

Mit dabei waren neben Leitung und Referenten 10 polnische und 15 deutsche Teilnehmer. Gegenüber der Ursprungsplanung gab es eine wesentliche Änderung.

Auf Initiative und durch Vermittlung von Herrn Dr. Köhler wurde die komplette Teilnahme der Gruppe an der Gedenkveranstaltung zum 1. September in Swinemünde ins Programm eingebaut.

Die Führung von Herrn Dr. Köhler über die Kriegsgräber- und Gedenkstätte Golm wurde von allen Beteiligten als ein Beleg für die kompetente inhalliche Arbeit des Volksbundes gewertet.

Absolut positiv bleibt festzuhalten, dass mit den Professoren Dr. Traba, Dr. Ruchniewicz, Dr. Ziemer sowie Dr. Maier und Herrn Mack absolut namhafte Wissenschaftler einen Einblick in die praktische Arbeit des Volksbundes erhalten haben. Prof. Traba belegte sehr eindrucksvoll die – von ihm so benannte – „Asymmetrie“ des Gedenkens in Polen und Deutschland. In seinem Referat sprach er sich zudem für die „Polyphonie“ der Erinnerung bzw. des Gedenkens in Europa aus.

Prof. Dr. Ziemer hatte leider nur einen halben Vormittag Zeit, weil er später selbst zur offiziellen Gedenkveranstaltung zum 1. September auf die Westerplatte nach Danzig weiterreisen musste. 

Bis auf drei Ausnahmen gab es seitens der Teilnehmer bis dato keinen Kontakt zum Volksbund. 

Zwischen einigen Teilnehmern aus Deutschland und Polen wurde konkret ein gemeinsames Projekt geplant, dass in der JBS Golm durchgeführt werden soll. Auch andere Lehr­kräfte haben die Bereitschaft erklärt, mit eigenen Gruppen in die JBS zu kommen. Sollte es zu diesen Gruppenbesuchen tatsächlich kommen, wäre dies auch ein weiterer Gewinn für den Volksbund. 


Besonderheiten: 

Die Teilnehmer wurden von Prof. Dr. Ruchniewicz auf eine von namhaften deutschen Persönlichkeiten der Wendezeit verfasste, aber in den alten Bundesländern kaum beachtete Erklärung  zum 70. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes vom 23. August 1939 und zum deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 aufmerksam gemacht, mit dem Titel „Das Jahr 1989 feiern, heißt auch, sich an 1939 zu erinnern!“ (s. http://www.23august1939.de/).

Der Besuch der Gedenkveranstaltung zum 1. September in Swinemünde war für alle Teilnehmer/innen eine Bereicherung. 

Hier fiel die starke Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppierungen an dieser Veranstaltung auf. Daneben kamen aber auch zahlreiche weitere Zivilisten zu die­ser Veranstaltung, sodass mitten in der Stadt in der Spitze schätzungsweise 800 Personen an dieser Veranstaltung teilnahmen. Bemerkenswert war, dass erstmals seitens der Leitung der JBS Golm für den Volksbund ein Kranz bei dieser Veranstaltung niedergelegt werden durfte.

Vom Ablauf her war die Veranstaltung auf einen Redner und ein - wahrscheinlich traditionelles - Gedenkzere­moniell festgelegt, das allein ungefähr 10 Minuten dauerte. Der Ablauf war sehr besucherfreundlich konzipiert.

Leichtes Erstaunen löste bei den deutschen Teilnehmenden die Tatsache aus, dass zum Ende der Veranstaltung nach dem – vermutlich polnischen – Totensignal (Solotrompete) heitere, fast beschwingte Melodien von der anwesen­den Militärkapelle gespielt wurden. Gleichzeitig löste dies aber bei allen Teilnehmern eine durchaus positive Grundstimmung aus. Diesen Stilwechsel konnte man auch als in die Zukunft gewandte Perspektive werten, die hier auch musika­lisch zum Ausdruck gebracht werden sollte.

Thomas Rey

07.09.2009

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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