Zum französisch-polnisch-deutschen Jugendprojekt „Den Blick gegen das Vergessen gerichtet“

Das französisch-polnisch-deutsche Jugendprojekt "Den Blick gegen das Vergessen gerichtet" war ein Kooperationsprojekt des Volksbundes und der Deutschen Gesellschaft vom 19.-25. Oktober 2008 in der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) Golm.

Teilnehmer/innen waren 21 junge Menschen und jeweils eine Lehrkraft aus Frankreich, Polen und Deutschland. Praktisch handelte es sich dabei um eine Foto- und Textwerkstatt für die Jugendlichen aus den drei Ländern im Herzen Europa. Im Laufe der Woche erarbeiteten die jungen Leute unter fachlicher Anleitung Materialien für eine Ausstellung zum Thema.

Die Jugendlichen setzten sich während dieser Woche mit der Geschichte verschiedener Kriegsgräberstätten in Deutschland und Polen auseinander. Foto- und Textworkshop ermöglichten es ihnen, ihre Impressionen und Reflexionen unter fachkundiger Anleitung des renommierten Fotografen Martin Brockhoff fotografisch und der Jungjournalistin Jennifer Küppers textlich umzusetzen. Die Aufgabe der Jugendlichen war es, Kriegsgräber zu fotografieren und über diese Arbeit Fotos und Texte zu erstellen. Aus den eigenen Fotos und Texten wurde dann eine - von den jugendlichen Teilnehmenden selbst getroffene - Auswahl später zu einer Wanderausstellung ausgebaut. Entstanden sind beeindruckende Fotografien und eine Formenvielfalt an Texten, die die Reflexionstiefe und Sensibilität der Jugendlichen im Umgang mit dem Erlebten widerspiegeln.

Gemeinsam besichtigt wurde der Golm auf Usedom, eine der größten deutschen Kriegsgräber- und Gedenkstätten, die deutsche Kriegsgräberstätte in Stare Czarnowo und der Zentralfriedhof von Szczecin/Stettin mit dem Denkmal der Waffenbrüderschaft und dem Denkmal für die Opfer der Konzentrationslager in Polen. Hier musste in vier Kleingruppen (jeweils mit konkreter Aufgabenstellung) "Spurensuche" geleistet werden. Die Betreuung erfolgte dabei durch das Team der JBS Golm. Diese Orte des Gedenkens und der Erinnerung warfen bei den Jugendlichen viele existenzielle Fragen auf. Ihre vielfältigen Antworten finden sich in der entstandenen Ausstellung - sie zeugen von einer intensiven und empathischen Auseinandersetzung mit dem Thema Kriegsverbrechen, mit einzelnen Soldatenbiografien, mit der Schuld und der Verantwortung von Tätern, dem Schmerz und dem Leid von Opfern und der besonderen Bedeutung, die der Kriegsgräberfürsorge für die Erinnerungskultur sowie die Friedens- und Versöhnungsarbeit der Nachfahren zukommt.

Das Gesamtergebnis (Ausstellungskatalog s. rechts) kann sich in Form der Wanderausstellung "Den Blick gegen das Vergessen gerichtet" - nicht nur - in Schulen sehen lassen. Der Betrachter der Ausstellung wird von dem schöpferischen Potenzial, das sich während dieser Woche entfaltete, beeindruckt sein. Anfragen und Vorbestellungen dieser Ausstellung richten Interessierte bitte per Email an den Volksbund oder die Deutsche Gesellschaft.

 

Thomas Rey / Fritz Kirchmeier

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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Zusatzmaterial

Projekt-Filmdokumentation

"Gegen das Vergessen"

 

Ausstellungskatalog (PDF)

"Blick gegen das Vergessen"