"Zwischen Usedom und Uznam - Geschichte, Gegenwart und Perspektiven einer Grenze“

Tagung vom 14. bis 16. Oktober 2011

Infolge des 2. Weltkrieges wurden im Herbst 1945 die Grenzen neu bestimmt, auch in unserer Region auf der Insel Usedom. Beiderseits der Grenze liegen beliebte Seebäder, die jährlich Millionen Touristen in die Region locken.

Noch immer können diese nach der Grenzöffnung Ende 2007 Spuren der jahrzehntelangen Trennung der ehemaligen Kreisstadt Swinemünde von dem westlichen Teil der Insel Usedom erleben: z.B. leer stehende Grenzabfertigungsgebäude.

Weshalb verläuft die polnische Westgrenze, die so genannte „Oder-Neiße-Linie“ direkt über die Insel Usedom? War dies im Potsdamer Abkommen so geregelt worden? Welche Ziele und Motive haben die Siegermächte damals zu dieser Entscheidung geführt? Wie sah der Gesellschaftswandel in Swinemünde/Swinoujscie in den Jahren 1945 bis 1951 aus? Wie haben wir uns die „Friedensgrenze“ zwischen den sozialistischen Bruderstaaten DDR und VR Polen vor 1990 vorzustellen?

Trotz der Öffnung der Grenze und Polens Beitritt zum Schengener Abkommen vor rund vier Jahren, trotz der gelungener Zusammenarbeit in vielen Bereichen und auch guter Integration, stoßen Behörden und Bewohner auf der Insel Usedom/Uznam immer wieder auf Schwierigkeiten. Mit welchen aktuellen Problemen werden sie konfrontiert?

In Kamminke, direkt westlich der Grenze auf der Insel Usedom gelegen, können die Auswirkungen von NS-Diktatur und Krieg gleich zweifach nachvollzogen werden: In Sichtweite auf dem Golm ruhen Tausende Opfer eines amerikanischen Bombenangriffs auf die mit Flüchtlingen überfüllte pommersche Hafenstadt Swinemünde. Durch eine Staatsgrenze wurde der Golm über Jahrzehnte von der Stadt abgetrennt.

Ferner verläuft die künstlich gezogene Grenze seit dem Herbst 1945 direkt am Ortsrand und trennt das Fischerdorf von der benachbarten Stadt Swinoujscie.

Beiderseits der Grenze fanden Vertriebene eine neue Heimat – Deutsche und Polen. Die Gräber auf dem Golm und die Grenze sind gemeinsam ein besonderes Zeugnis der wechselvollen und dramatischen deutsch-polnischen Geschichte im 20. Jahrhundert.

Mythen über die Vergangenheit dominieren die kollektive Erinnerung. Mythen entstehen aber auch angesichts verschiedener Ereignisse in der Gegenwart, die von Einheimischen der Öffnung der Grenze zugeschrieben werden, während Urlauber die neue Freizügigkeit genießen. Die Grenze hier auf der pommerschen Insel Usedom/Uznam prägt das besondere Gesicht dieser Urlauberinsel.

In dem jüngst erschienenen Sammelband „Der Golm und die Tragödie von Swinemünde – Kriegsgräber als Wegweiser zwischen Vergangenheit und Zukunft“ konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. erste fundierte Forschungen und von polnischen und deutschen Historikern und Journalisten zur Entstehung der Grenze und den Begleiterscheinungen präsentieren. Diese Ansätze sollen nun vertieft werden.

Auf einer Tagung, die sich an Multiplikatoren der historisch-politischen Bildung (Lehrer u.ä.) richtet, werden deutsche und polnische Experten für die jeweiligen Epochen der Grenze zu Wort kommen und ihre Thesen zur Diskussion stellen.

Das Pommersche Landesmuseum, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und die Stadt Swinoujscie setzen mit diesem gemeinsamen Projekt ihre enge und vielfältige Kooperation fort. Weitere Projektförderer sind Euroregion Pomerania und die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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