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Entstanden unter traurigsten Bedingungen:

100 Jahre Kriegsgräberstätte Menen-Wald

29. September 2017

Das Foto zeigt die deutsche Kriegsgräberstätte in Menen/Belgien. Foto: Nils Lawes

Menen ist die größte deutsche Kriegsgräberstätte des I. Weltkrieges. Entstanden ist sie unter den traurigsten Bedingungen, die man sich vorstellen kann. Während deutsche Soldaten Gräberfelder für ihre toten Kameraden anlegten, schlugen immer wieder Granaten ein. Vor hundert Jahren tobten hier die Flandernschlachten. Damit verbunden sind Namen, hinter denen Schreckliches steht, so zum Beispiel Ypern, dort wo deutsche Truppen das erste Mal Giftgas einsetzten. Hier kämpften Deutsche gegen Franzosen, Engländer und ihre Verbündeten. Alle Seiten hatten hohe Verluste zu beklagen - heute stehen die Flandernschlachten für Sinnlosigkeit und Brutalität des Ersten Weltkrieges.

Am 6.10. wird der 100. Jahrestag der Kriegsgräberstätte Menen gedacht. Die Bürgermeisterin von Menen, Martine Fournier, der Gouverneur der Provinz Westflandern, Carl Decaluwé, der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Königreich Belgien, Rüdiger Lüdeking und Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan werden bei der Gedenkveranstaltung sprechen. Sie beginnt um 14.00 Uhr. Auch Angehörige werden teilnehmen sowie nordrhein-westfälische Bundeswehr-Reservisten, die zuvor Pflegeeinsätze geleistet hatten. Die weiteste Anreise nach Menen haben allerdings die 90 neuseeländischen Soldaten, die an der Gedenkveranstaltung teilnehmen werden.

Nach den Zubettungen 1928 durch den amtlichen deutschen Kriegsgräberdienst in Belgien waren in Menen 6.469 Gefallene bestattet. In den 50er Jahren löste der Volksbund die Gräberanlagen im Süden von Flandern auf und brachte die Gefallenen nach Menen. Bis heute sind hier 47.911 Tote aus mehr als zehn Ländern bestattet.

Der Volksbund pflegt nicht nur die Kriegsgräberstätten im Ausland, sondern nutzt sie auch als Gedächtnis- und Lernorte. Im Eingangsbereich von Menen-Wald ist eine neue Dauerausstellung eingerichtet worden. Gleichzeitig ist es ein Anliegen des Volksbundes, Kriegstote aus der Anonymität zu befreien und ihnen ihre Namen wiederzugeben. So liegt in Menen auch ein Brüderpaar begraben: Heinrich und Hermann Betke. Sie wuchsen auf dem Bauernhof ihres Vaters in Detmold auf, beide waren verheiratet und hatten Kinder. Sie fielen in der ersten Flandernschlacht, mit über 600 ihrer Kameraden. Sie hinterließen ihre Eltern, Witwen und Waisen.

Die flämische Regierung und die belgischen Partner unterstützen die Pflege und die Restaurierung der Kriegsgräberstätte. Das ist bedeutsam, da Belgien im ersten Weltkrieg als neutrales Land von Deutschland überfallen und in besonderem Maß Opfer und Schlachtfeld des I. Weltkrieges wurde. Die Kriegsgräberstätte in Menen steht heute unter Denkmalschutz.

Jeder Mensch, der eine Kriegsgräberstätte besucht, der Namen, Lebens- und Todesdaten auf den Gräbern liest, sieht die Folgen des Krieges. Deshalb bietet der Volksbund seit den fünfziger Jahren Jugend- und Bildungsarbeit an. In Workcamps pflegen Jugendliche Kriegsgräberstätten, recherchieren Biografien von Kriegstoten, aber sie begegnen auch Jugendlichen aus anderen Nationen und schließen Freundschaften.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ist eine humanitäre Organisation. Er widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen.

 

 

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