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Gedenken hat viele Gesichter

Vielfältige Veranstaltungen zum Volkstrauertag in Berlin

17. November 2017

Der Volksbund ist Veranstalter der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag am 19. November. Die Gedenkstunde wird ab 13.30 Uhr live von der ARD übertragen. (alle Fotos: Uwe Zucchi/2016)

Am 19. November ist Volkstrauertag. Diesen Gedenktag gibt es schon fast hundert Jahre. Doch dieses Mal ist er politisch aufgeladen. Denn Gedenkkultur in Deutschland ist im Jahr 2017 ein kontrovers diskutiertes Thema. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist Veranstalter der zentralen Gedenkveranstaltung im Bundestag - und verzeichnet in diesem Jahr so viele Anmeldungen von Abgeordneten wie noch nie. Die zentrale Gedenkstunde wird ab 13.30 Uhr von der ARD live übertragen.

Der Volksbund ist ein wichtiger Akteur der europäischen Gedenk- und Erinnerungskultur und begreift sich als politische, wenn auch nicht parteipolitisch gebundene Organisation. "Wir gedenken aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und lehnen Verkürzung und Verdrehung dieses Gedenkens ab" so Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes. Im Juni und September hatte der Volksbund mit einer eindrücklichen Plakatkampagne unter dem Motto: DARUM EUROPA! vor Populismus und Nationalismus gewarnt. Im Hintergrund steht dabei die Mahnung von Albert Schweitzer: "Die Kriegsgräber sind die großen Prediger des Friedens".

Beim Volkstrauertag kommen Menschen im In- und Ausland bei zahlreichen Gedenkveranstaltungen zusammen. In Berlin finden ganz unterschiedliche Veranstaltungen statt, die der Volksbund begleitet.

Gedenken in der Lilienthalstraße

Am Vorabend des Volkstrauertages findet auf dem ehemaligen Berlin-Neuköllner Standortfriedhof in der Lilienthalstraße ab 16.30 Uhr eine besondere Form des Gedenkens statt. Bei der Veranstaltung, die durch ihren internationalen Charakter geprägt ist, sind zahlreiche Auslandsbotschaften, meist durch ihre Militärattachés vertreten. Sie wird von einer Bundeswehrformation im Fackelschein begleitet und ist deshalb nicht unumstritten, sie wurde mehrfach Ziel von Protesten und Störaktionen. Dabei ist diese Traditionsveranstaltung ein gemeinsames Anliegen der vertretenen Nationen. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der russischen Föderation gerade im Bereich der Kriegsgräberfürsorge entwickeln sich Gemeinsamkeiten der Gedenkkulturen. Die Ansprache wird General Popow, hochrangiger Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums halten.

Podiumsdiskussion zu europäischen Erinnerungskulturen

Gleichzeitig veranstaltet der Volksbund ein internationales Fachkräfteseminar. Dabei arbeiten Multiplikatoren der Schul- und Bildungsarbeit zum Schwerpunktthema "Europa, der Krieg und ich" mit Fokus auf das Ende des Ersten Weltkrieges. Erörtert wird dabei, wie historisches Lernen in der pädagogischen Praxis durch digitale Medien, etwa die Volksbund-App "Lost Generation" ergänzt werden kann. Die Podiumsdiskussion zu "Erinnerungskulturen im europäischen Kontext" am Sonntagvormittag bildet den Abschluss der Veranstaltung.

Pankow, Gedenkstätte Schönholzer Heide


Am Samstag wird am Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide in Berlin-Pankow bereits ab 10 Uhr an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Im Zentrum des Gedenkens stehen hierbei die über 13 000 Soldaten der Roten Armee, die bei den Kämpfen um Berlin im April/Mai 1945 ums Leben gekommen sind. Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan wird hier die Gedenkrede halten.

Ehrung des Widerstandes - Gedenkstätte Plötzensee

Am Samstag ab 12 Uhr wird an der Gedenkstätte Plötzensee in Berlin des Widerstandes gegen das NS-Regime gedacht. Etwa 3 000 Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 nach den Unrechtsurteilen der NS-Justiz hingerichtet. Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan und Generalsekretärin Daniela Schily werden anwesend sein. Die Gedenkveranstaltung wird von Jugendlichen des Berliner Volksbund-Landesverbandes mitgestaltet.

Jüdischer Friedhof Berlin-Weißensee

Am Sonntag beginnt der eigentliche Volkstrauertag bereits um 8.30 Uhr mit einer stillen Kranzniederlegung auf dem jüdischen Friedhof Weißensee. Diese Begräbnisstätte ist einer der größten jüdischen Friedhöfe Europas, auf dem mehr als 115.000 jüdische Berlinerinnen und Berliner beigesetzt sind - darunter auch viele Soldaten und Offiziere des Ersten Weltkrieges. Der Volksbund organisiert in Zusammenarbeit mit Bundeswehr und Reservisten dort Arbeitseinsätze zur Pflege der Grabstätten deutscher Soldaten jüdischen Glaubens.

Bundeswehr-Ehrenmal am Bendler-Block

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) lädt anlässlich des Volkstrauertages ab 10.30 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung am Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin ein. Hier wird der Soldaten und zivilen Angestellten gedacht, die ihr Leben in Folge der Ausübung ihrer Dienstpflichten für die Bundesrepublik Deutschland verloren haben. Dort wird der Volksbund-Präsident und ehemalige Generalinspekteur des Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, vertreten sein.

Zentrale Gedenkstätte "Neue Wache"

Die "Neue Wache" (Unter den Linden) ist seit 1993 die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Repräsentanten der fünf Verfassungsorgane werden dort am Volkstrauertag ab 12.30 Uhr Kränze niederlegen.

Zentrale Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag

Den Abschluss der verschiedenen Gedenkveranstaltungen bildet ab 13.30 Uhr (live in der ARD) die zentrale Gedenkfeier im Deutschen Bundestag. Dort wird auch eine osteuropäische Delegation im ehemaligen Reichstagsgebäude empfangen, die den Volksbund bei zahlreichen Projekten der Kriegsgräberfürsorge unterstützt hatte, etwa bei gemeinsamen Umbettungsarbeiten oder der Forschungsarbeit zum Schicksal deutscher und sowjetischer Kriegsgefangener.

Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes, wird diese Gedenkstunde im Bundestag mit seiner Begrüßungsansprache eröffnen. Die Gedenkrede hält der estnische Ministerpräsident und aktuelle Präsident des Rates der Europäischen Union Jüri Ratas. Das Totengedenken spricht Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier.

Gleichzeitig finden in zahlreichen deutschen Städten und Gemeinden viele Gedenkfeiern statt - in der Bundesrepublik, aber auch im Ausland von Australien bis Norwegen. Der Volksbund pflegt im Auftrag der Bundesregierung 833 Kriegsgräberstätten mit 2,7 Millionen Kriegstoten in 46 Ländern. Er bietet den Angehörigen einen Platz für ihre Trauer und erhält das Gedenken an die Toten. Damit erinnert er an die Folgen von Krieg und Gewalt und mahnt zum Frieden.

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