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Meilenstein der politischen Zusammenarbeit

Deutsch-serbisches Kriegsgräberabkommen

1. März 2018

Im Südwesten Belgrads liegt die deutsche Kriegsgräberstätte Banovo Brdo, die im Ersten Weltkrieg errichtet und im Zweiten Weltkrieg erweitert wurde. Der Volksbund plant nach Abschluss des Kriegsgräberabkommens die Renovierung dieser Gräberstätte – und zugleich den möglichen Neubau eines zentralen Sammelfriedhofes für alle deutschen Kriegstoten in Serbien. (Foto: Volksbund-Archiv)

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic brachte Bundeskanzlerin Angela Merkel ein diplomatisches „Geschenk“ zu seinem jüngsten Besuch in Berlin mit: Die Frage des deutsch-serbischen Kriegsgräberabkommens wurde nach längerem Vorlauf erfolgreich geklärt. Neben der Renovierung der bisher einzigen deutschen Kriegsgräberstätte in Banovo Brdo kann nun die Planung für möglichen Neubau eines zentralen Sammelfriedhofes für alle deutschen Kriegstoten in Serbien beginnen.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am 27. Februar im Bundeskanzleramt sagte Angela Merkel in Berlin: „Ich freue mich, dass passend zu diesem Besuch jetzt auch die Frage des Kriegsgräberabkommens geklärt werden konnte. Das ist, glaube ich, ein Meilenstein in den Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern. Das war heute sozusagen das Geschenk, das der Staatspräsident nach langen Verhandlungen mitgebracht hat. Dafür herzlichen Dank!“

Wert der Aussöhnung

Präsident Aleksandar Vucic dankte der Kanzlerin und betonte dabei explizit den Wert der Aussöhnung: „Ich habe heute ein Kriegsgräberabkommen zwischen Deutschland und Serbien mitgebracht. An diesen Gedenkstätten soll der Menschen gedacht werden, die in Deutschland und Serbien ums Leben gekommen sind. Das ist ein Beitrag zur politischen Aussöhnung und es ist kein Zufall, dass Deutschland nicht nur im wirtschaftlichen Sinne ein entscheidendes Land für Serbien ist, sondern auch im politischen Sinne.“

Der Volksbund vermutet knapp 15.000 Kriegstote des Zweiten und etwa 14.000 des Ersten Weltkrieges im Gebiet des heutigen Serbiens. Wenn das Kriegsgräberabkommen in Kraft tritt, könnten die Toten durch den Volksbund-Umbettungsdienst geborgen und würdig bestattet werden. „Wir haben da aber schon ein wenig vorgearbeitet, so dass uns jetzt bereits einige größere Grabanlagen bekannt sind. Das ist aber erst der Anfang“, sagt Umbettungsleiter Thomas Schock zu den positiven Entwicklungen in der Beziehung zu Serbien.

Hintergrund – deutsche Kriegsgräberstätte Banovo Brdo:

Das im Belgrader Park Kosutnjak befindliche Mackensen-Denkmal ist aktuell stark renovierungsbedürftig und wurde daher mit einem Stahlgitter verkleidet. Die vom Volksbund angebrachten Metalltafeln mit Namen gefallener deutscher Soldaten des Zweiten Weltkrieges wurden gestohlen. Als Zubettungsort für viele tausend Kriegstote kommt diese Gedenkstätte wahrscheinlich nicht in Frage. Daher sucht der Volksbund nun nach einer neuen Fläche für den Neubau eines zentralen Sammelfriedhofes für alle deutschen Kriegstoten in Serbien.

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Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine humanitäre Organisation. Im Auftrag der Bundesregierung widmet er sich der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Heute betreut er 833 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit etwa 2,7 Millionen Kriegstoten. Seit 1953 führt der Volksbund internationale Jugendbegegnungen und Workcamps unter dem Motto "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" in ganz Europa durch.

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