
























|
 |
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Spendenkonto: 3 222 999 - Bankleitzahl 520 400 21 bei der Commerzbank Kassel
|
|
|
|
Deutsche jüdische Soldaten
Wer beim Besuch einer deutschen Kriegsgräberstätte des Ersten Weltkrieges
Grabzeichen mit dem Davidstern und hebräischen Buchstaben sieht,
wird daran erinnert, dass in diesem Krieg 100 000 Deutsche jüdischen Glaubens
als Soldaten eingezogen wurden, von denen 12 000 fielen.
Im Testament des am 19.9.1915 als Flieger abgestürzten Leutnants Josef Zürndorfer
lesen wir: „Ich bin als Deutscher ins Feld gezogen, um mein bedrängtes Vaterland
zu schützen. Aber auch als Jude, um die volle Gleichberechtigung meiner
Glaubensbrüder zu erstreiten.“ Die ersehnte Gleichberechtigung bleibt aus.
Jüdische Soldaten werden nach dem Krieg von Antisemiten, später von
Nationalsozialisten als Drückeberger verleumdet.
Als Selbsthilfeorganisation gründen sie 1919 den „Reichsbund jüdischer
Frontsoldaten“. In Flugblättern, Broschüren und auf Versammlungen leistet der
Reichsbund eine mühevolle Aufklärungsarbeit über Tod und soldatische Leistungen der
jüdischen Frontkämpfer: 17 000 von ihnen sind mit dem Eisernen Kreuz Zweiter
Klasse, 1 000 mit Erster Klasse ausgezeichnet worden. 2 000 waren
Offiziere, 1 200 Militärärzte und -beamte. Der jüngste Kriegsfreiwillige des
deutschen Heeres, Josef Zippes, kommt aus ihren Reihen, der erste
Pour-le-mérite-Träger der deutschen Fliegertruppen, Wilhelm Frankl, und der
sozialdemokratische Reichtagsabgeordnete Dr. Ludwig Frank, der am 3.9.1914
als Kriegsfreiwilliger an der Westfront gefallen ist.
Der Reichsbund hofft nach 1933, dass die jüdischen Frontsoldaten von den
antijüdischen Maßnahmen des Hitler-Regimes ausgenommen werden.
Zwar sind sie von dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ nicht
betroffen, aber ihrem Begehren nach Aufnahme in Wehrmacht und Arbeitsdienst
wird nicht stattgegeben, und 1935 werden auch die jüdischen Frontkämpfer als
Beamte entlassen. Der Reichsbund zieht aus dem Scheitern seiner Politik die
Konsequenzen und setzt sich fortan für die Auswanderung ein. Nach der Pogromnacht
vom 9./10. November. 1938 stellt er seine Tätigkeit ein.
Den Weg in die Gaskammer müssen während des Holocaust auch jüdische Frontkämpfer
des Ersten Weltkrieges gehen.
Unter den 500 000 namentlich bekannten deutschen Gefallenen des Ersten Weltkrieges
in Frankreich sind auch 3 000 Kriegstote jüdischen Glaubens.
Gemeinsam mit dem Zentralrat der Juden und der Rabbinerkonferenz in Deutschland
beschließt der Vorstand des Volksbundes 1968, die Gräber dieser Toten mit Stelen
zu kennzeichnen. Neben einer Gravur des Davidsterns und den persönlichen Daten des
Gefallenen tragen die Stelen einen Spruch in hebräischer Sprache. Er lautet:
„Möge seine Seele eingeflochten sein in den Kreis der Lebenden.“
(Bild: Neuville-St. Vaast bei Arras in Nordfrankreich, mit 44 833
Kriegstoten der größte deutsche Soldatenfriedhof im Westen).
|
|
Programm
Zentrale Gedenk- veranstaltung zum Volkstrauertag 2009 im Plenarsaal des Deutschen Bundestages
Handreichung zum Volkstrauertag
Anregungen und Gedanken zur Gestaltung von Gedenkstunden und Gottesdiensten
PDF-Datei (341KB)
Geleitwort
zum Volkstrauertag 2009
Totengedenken
Geschichte des Volkstrauertages
Deutsche jüdische Soldaten
Trauer, Erinnerung, Mahnung
Pädagogische Handreichung für einen zeitgemäßen Volks- trauertag
PDF-Datei (1.442KB)
Der gute Kamerad
Zur Geschichte des Liedes vom guten Kameraden
PDF-Datei (311KB)
|
|