Aktuelles


Koblenz, 27.03.2017
BV Koblenz-Trier

Bernd Wollschlaeger liest im Forum Confluentes in Koblenz

Gemeinsam mit der Stadtbibliothek Koblenz und dem Europa Verlag, lädt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Sie zur Lesung mit Bernd Wollschlaeger ein.

Er liest aus seinem Buch, das erstmals auf der Leipziger Buchmesse 2017 vorgestellt wird:

Ich bin Jude aus dem Herzen
WIE ICH DIE NAZI-VERGANGENHEIT MEINES VATERS BEWÄLTIGTE
27. März 2017, Beginn 18:00 Uhr, in der Stadtbibliothek Koblenz
im Forum Confluentes, Zentralplatz in Koblenz.

Bernd Wollschlaeger, geb. 1958 in Bamberg als Sohn eines überzeugten Nationalsozialisten, ranghohen Wehrmachtsoffiziers und Holocaustleugners, wird katholisch erzogen. Abgestoßen von den Ansichten seines Vaters, beginnt er, seine eigene Identität zu suchen. Ein Besuch in Israel bei einem Holocaust-Überlebenden und besonders in Yad Vashem beeindruckt ihn so stark, dass er zum jüdischen Glauben konvertiert und nach Israel auswandert, wo er zunächst als Arzt in einem Krankenhaus arbeitet, bis er in die israelische Armee eingezogen wird.

Heute lebt er mit seiner Familie in Miami, Florida, wo er als Arzt praktiziert und an der Medizinischen Hochschule Vorlesungen hält. 2012 wurde Bernd Wollschlaeger in den USA als Family Doctor of the Year ausgezeichnet.

In seinem Buch geht es nicht darum, die Deutschen und ihr Verhalten während des Nationalsozialismus anzuprangern. Er möchte vielmehr die Vergangenheit als Lehre für die Zukunft nutzen und Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturen bauen.

Die Lesung ist für Sie kostenfrei, über eine Spende würden wir uns freuen.

Anmeldung erbeten: Tel. 02 61 – 133 68 90 oder Mail: bv-koblenz-trier(at)volksbund.de



Gondershausen, 21.02.2017
BV Koblenz-Trier

Verleihung der Albert-Schweitzer-Plakette an die Eheleute John

Im Rahmen der Sitzung des Gemeinderates am 21.02.2017 begrüßte Ortsbürgermeister Markus Landsrath die Eheleute Elfriede und Paul John, sowie die Bezirksgeschäftsführerin des Volksbund Kriegsgräber Fürsorge – Bezirksverband Koblenz-Trier.

Elfriede und Paul John zeichnen sich seit 20 Jahren für die Sammlung des Volksbund Kriegsgräber Fürsorge e. V. in Gondershausen verantwortlich. Ende des vergangenen Jahres wurde das Rekordsammelergebnis von 1.046,50 Euro erzielt. Insgesamt sammelten die Eheleute annähernd 20.000 Euro für den Volksbund.

Aus diesem Grunde sollte den ehrenamtlichen Sammlern an diesem Tag eine besondere Ehrung zuteilwerden.

Die extra für diesen Zweck angereiste Frau Hörter verlieh den Eheleuten John im Auftrag des Landesvorsitzenden Herbert Mertin die „Albert-Schweitzer-Plakette.

Markus Landsrath, Ortsbürgermeister

Zu den ersten Gratulanten gehörten neben Bürgermeister Peter Unkel, Ortsbürgermeister Markus Landsrath und Ortsbürgermeister a. D. Ewald Schuhmacher. Foto: Thomas Eiskirch


BV Rheinhessen-Pfalz, 2017

Einladung zu Vorsorgeveranstaltungen im Jahre 2017

Die vortragende(n) Rechtsanwälte/Rechtsanwältin geben einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten zur maßgeschneiderten Vorsorge mittels Testament, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Die Veranstaltungen sollen Ihnen mehr Handlungssicherheit geben. Sie werden jede Menge wertvolle praktische Empfehlungen für die persönliche Gestaltung Ihrer Vorsorge mitnehmen können.  Es erwarten Sie kurzweilige und instruktive Abendveranstaltungen. Die Experten weisen Sie juristisch allgemein verständlich auf rechtliche und steuerliche Fallstricke hin.

Im Begleitprogramm der Veranstaltung zeigen wir ab 17.45 Uhr in einer Lichtbilderreihe Wissenswertes über unsere erfolgreiche Volksbundarbeit international, national und in Rheinhessen-Pfalz.

Die Teilnahme an den Vorträgen ist unverbindlich, der Eintritt ist frei und ohne Anmeldung! Angehörige und Freunde sind willkommen.

Wer eine kostenlose Testamentsbroschüre des Volksbundes erhalten möchte, schreibe bitte an:
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bundesgeschäftsstelle
Stichwort: Testamentsbroschüre, Werner-Hilpert-Straße 2, 34117 Kassel

 

Informationsveranstaltungen zum Thema Erbschaft 2017
Thema: „Gut beraten und vorgesorgt mit Testament, Vollmacht und Patientenverfügung: So stelle ich sicher, dass mein Wille auch zur Geltung kommt!“
jeweils 18.30 - ca. 20.15 Uhr

TagOrtReferenten
09.02.67059 Ludwigshafen, VHS,
2. Stock, Bürgerhof
Jan Bittler,
Fachanwalt für Erbrecht
08.03.67655 Kaiserslautern,
VHS, Kanalstr. 3
Dr. Eva Kreienberg, KL, und
Günther Krampitz
Fachanwälte für Erbrecht, KL
15.03.66869 Kusel, KVHS,
Lehnstr. 16
Dr. Eva Kreienberg, KL, und
Günther Krampitz
Fachanwälte für Erbrecht, KL
22.03.55122 Mainz, Rathaus,
Jockel-Fuchs-Platz 1
Hartmut Schäfer,
Fachanwalt für Erbrecht
28.03.66482 Zweibrücken,
Herzogsaal im Stadtmuseum 9/11
Thimo Schlär, Rechtsanwalt
aus Kaiserslautern
06.04.67346 Speyer, Naturfreundehaus,
Geibstr. 1
Dr. Olaf Schermann,
Rechtsanwalt aus Landau


Neustadt an der Weinstraße, 26.01.2017
BV Rheinhessen-Pfalz

Neuer Beauftragter in Neustadt

Im Beisein von Oberbürgermeister Hans Georg Löffler wurde Reinhard Weber zum neuen ehrenamtlichen Beauftragten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge für die Stadt Neustadt a.d.W. ernannt.

Er erhielt eine Ernennungsurkunde gemeinsam mit Unterlagen und einer Grundausstattung im Auftrag des Bezirksvorsitzenden Regierungspräsident a.D. Dr. Paul Schädler. Als ehrenamtlicher Beauftragter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge fungiert Reinhard Weber als Mittler zwischen der Stadt und Vereinen und dem Volksbund, unterstützt bei der Organisation der jährlichen Haus- und Straßensammlung, berät und wirkt bei der Gestaltung der jährlichen Volkstrauertagsfeier mit, vertritt den Volksbund bei öffentlichen Anlässen und ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Außerdem wirbt er um neue Mitglieder und Spender und nimmt Ehrungen und Auszeichnungen in Absprache mit dem Bezirksverband vor. Bei all diesen Aufgaben wird er durch die Bezirksgeschäftsstelle in Speyer unterstützt. Ein besonderes Anliegen dabei ist Herrn Weber, der als Religionslehrer an der BBS in Neustadt tätig ist, die Erinnerungsarbeit des Volksbundes. Oberbürgermeister Löffler sicherte ihm und dem Volksbund beim Ernennungstermin seine Unterstützung zu.

Reinhard Weber (m.) ist neuer ehrenamtlicher Beauftragter in Neustadt. Oberbürgermeister Hans Georg Löffler (r.) und Ulrich Johann, Geschäftsführer des Bezirksverbandes, überreichten die Ernennungsurkunde


Gondelsheim-Rommersheim
BV Koblenz-Trier
Quelle: Presse – VGV Prüm, Prüm Aktuell (red/boß), www.pruem-aktuell.de

Albert-Schweitzer-Medaille für Alois Lamberty und Heribert Thelen

Für ihre langjährigen Einsätze auf den Ehrenfriedhöfen in Gondelsheim und Rommersheim hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Alois Lamberty aus Weinsheim-Gondelsheim und Heribert Thelen aus Rommersheim die Albert-Schweitzer-Medaille verliehen.

Das Foto zeigt die geehrten Alois Lamberty (6. v. rechts) und Heribert Thelen (2. v. rechts) mit ihren Partnerinnen im Kreise der Gratulanten.
Foto: Pressestelle VGV Prüm

Seit dem Jahr 2001 kümmert sich Alois Lamberty um den landeseigenen Ehrenfriedhof in Gondelsheim und seit 2000 Heribert Thelen um den bis vor kurzem in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Ehrenfriedhof in Rommersheim. Für ihren Einsatz wurden sie vom langjährigen VDK-Landesvorsitzenden Michael Hörter mit der Albert-Schweitzer-Medaille ausgezeichnet.

Die Albert-Schweitzer-Medaille ist eine der höchsten Auszeichnungen, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für sehr verdiente Personen in der Kriegsgräberfürsorge vergibt. Auf der Medaille ist ein Zitat des Friedensnobelpreisträgers eingraviert: "Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens, und ihre Bedeutung wird mehr zunehmen." Mit diesem Zitat verband Michael Hörter seinen besonderen Dank an Heribert Thelen und Alois Lamberty und stellte heraus, wie wichtig die Arbeit auch in Zukunft sei.

Bürgermeister Aloysius Söhngen sprach Dank und Lob aus. Er betonte, dass das ehrenamtliche Engagement die Kommunen bereichere. Die Ortsbürgermeister Peter Meyer, Weinsheim und Helmut Nober, Rommersheim, bedankten sich bei den Geehrten dafür, dass diese über die Maßen hinaus großen persönlichen Einsatz über viele Jahre geleistet haben.

Raimund Schneider von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) freute sich gemeinsam mit Roswitha Meinz (VGV Prüm), die die beiden Geehrten für diese Auszeichnung vorgeschlagen haben, dass diese nun nach der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz auch die außerordentliche VDK-Auszeichnung erhalten. Gleichzeitig wurde der Dank des ADD-Präsidenten Thomas Linnertz mit einem Weinpräsent übermittelt. Schneider verwies auf das vor einigen Jahren auf der Rommersheimer Gedenkstätte im neu aufgestellten Hochkreuz eingravierte Leitmotiv "Pax optima rerum - Der Frieden ist das höchste Gut". In diesem Sinne bat er alle Beteiligten sich auch weiterhin in der Gedenk- und Friedensarbeit einzubringen.



LV Rheinland-Pfalz, 10.12.2016

Volksbund wählte neuen Landesvorsitzenden

Justizminister Herbert Mertin zum Landesvorsitzenden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Rheinland-Pfalz gewählt. Neuer Stellvertreter ist der Landtagsabgeordnete Martin Haller.

Am 10. Dezember 2016 wählten die Vertreter des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Herbert Mertin zum neuen Landesvorsitzenden. Zum stellvertretenden Landesvorsitzenden wurde Landtagsabgeordneter Martin Haller gewählt.

Michael Hörter, der das Amt des Landesvorsitzenden 18 Jahre lang innehatte, bedankte sich in einer bewegenden Rede bei allen Mitstreitern der vergangenen Jahre und betonte die stets aktuelle Bedeutung des Erhalts und der Pflege der Kriegsgräber in einer leider nicht mehr so friedvollen Zeit.

Justizminister Herbert Mertin, Landesvorsitzender
Martin Haller, MdL, Stellvertretender Landesvorsitzender


Festung Ehrenbreitstein, 18.11.2016
BV Koblenz-Trier
Quelle: Rhein-Zeitung, Koblenz und Region vom Freitag, 18. November 2016, Seite 20, von Winfried Scholz

Heer der Bundeswehr gedenkt der Gefallenen

Ehrenmal Ehemaliger Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung legt Kranz auf der Festung Ehrenbreitstein nieder

Das Heer der Bundeswehr gedenkt an seinem Ehrenmal auf der Festung Ehrenbreitstein traditionell nach dem Volkstrauertag der Gefallenen der beiden Weltkriege, den zu Tode gekommenen und gefallenen Soldaten der Bundeswehr sowie allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Als äußere Zeichen legte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, einen Kranz nieder, ebenso der ehemalige Verteidigungsminister und Ehrenredner Franz Josef Jung (MdB), der Präsident des Kuratoriums Ehrenmal Generalleutnant a.D. Hans Otto Budde, Offiziere verbündeter Streitkräfte, sowie weitere Vertreter von Bundeswehrverbänden und des öffentlichen Lebens, darunter Thomas Preußer und Matthias von der Bank für die Stadt Koblenz und Michael Hörter für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Jung betonte: „Heute ist ein Tag gegen das Vergessen. Dabei gedenken wir auch den Opfern von Gefangenschaft und Vertreibung, den tapferen Angehörigen des Widerstands, die in ihrem Einsatz für menschliche Würde und ein freies Gewissen ihr Leben gaben, sowie den Opfern grenzenloser Gewalt unserer Tage.“

Die Deutschen haben laut Jung aus dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs ihre Lehren gezogen. In einem demokratischen Staat hätten sie zusammen mit ihren Nachbarn ein gemeinsames und friedliches Europa gebaut. Daran zu erinnern, sei heute aktueller denn je. Populisten in ganz Europa wollen wieder zurück zum Nationalismus, der uns ins Elend geführt hat, sagte Jung. „Dem müssen wir mit allem Nachdruck entgegen treten.“ Er zitierte Jean-Claude Juncker: „Wer an Europa zweifelt, der sollte die zahlreichen Kriegsgräberfriedhöfe besuchen.“ Der Verteidigungsminister a.D. hob hervor, das Deutschland nach Ende des Kalten Krieges Deutschland auch internationale Verpflichtungen eingegangen ist. Zurzeit sind demnach über 4000 Soldaten auf drei Kontinenten im Einsatz.

Die evangelischen und katholischen Militärpfarrer Claus-Jakob Richter und Roman Fries sprachen einen Psalm und ein Gebet, auch für den Soldaten, der Angst hat vor dem Tod. Heeresinspekteur Vollmer sprach das Totengedenken.

Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde vom Heeresmusikkorps Koblenz unter Leitung von Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe mit den Johann Sebastian Bach-Chorälen „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ sowie der Nationalhymne.

Am Ehrenmal des Heeres auf der Festung Ehrenbreitstein gedenkt die Bundeswehr jährlich den Gefallenen und den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Dazu legten Kränze nieder (Zweiter von links) der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung, Heeresinspekteur Generalleutnant Jörg Vollmer und der Präsident des Kuratoriums Ehrenmal Generalleutnant a.D. Hans Otto Budde (Zweiter von rechts). Foto: Winfried Scholz, RZ Koblenz und Region vom Freitag, 18. November 2016, Seite 20


Koblenz/Pfaffenheck, 14.11.2016
BV Koblenz-Trier
Quelle: RZ Koblenz und Region vom Montag, 14. November 2016, Seite 21

Kriegsgräber mahnen zum friedlichen Miteinander

Volkstrauertag Gedenken in Koblenz und Pfaffenheck

Koblenz/Pfaffenheck. Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft fand in der Basilika St. Kastor eine Feierstunde des Landes Rheinland-Pfalz und des Volksbundes der Deutschen Kriegsgräberfürsorge statt. Nach einem ökumenischen Gottesdienst mahnten Vertreter von Politik und Militär zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. Eine weitere Gedenkveranstaltung gab es auf dem Ehrenfriedhof in Pfaffenheck.

Michael Hörter erinnerte in St. Kastor daran, dass Frieden nie selbstverständlich, sondern tägliche Herausforderung für alle ist. Der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge verwies auf die Bedeutung der Kriegsgräberstätten als steingewordene Monumente der Erinnerung und Mahnung. Der aufrichtige Umgang mit der Vergangenheit setzt voraus, dass aller Opfer gedacht werden, die durch Vernichtungskrieg, Völkermord, Bomben, Flucht oder Kriegsgefangenschaft ums Leben kamen, so Hörter weiter. Er zitierte Avi Primor, den ehemaligen Botschafter Israels in Deutschland, der aus gesundheitlichen Gründen absagen musste: „Viele Länder der Welt errichten Denkmäler, um an ihre Siege, Helden, Sportler, Schriftsteller oder Komponisten zu erinnern. Aber wo haben Sie jemals weltweit eine Nation gesehen, die Denkmäler baut, um sich an die eigene Schande, um an das eigene Verbrechen zu erinnern und die Erinnerung an die eigene nationale Schande verewigt? Das haben bis heute nur die Deutschen getan. Mit so einem Deutschland trauere ich gerne zusammen und will mit ihm gemeinsam auch Verantwortung für die Zukunft übernehmen”.

Auch für Innenminister Roger Lewentz hat der Volkstrauertag seine Aktualität nicht verloren. Der Tag sei ein klares Zeichen für die Friedenssicherung. Lewentz erinnerte an ein Wort des Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer. Dieser bezeichnete Kriegsgräber als die großen Prediger des Friedens. Für Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig ist der Volkstrauertag nicht auch ein Tag zum Nachdenken. Die Lehre aus den beiden großen Konflikten in Europa müsse sein „Nie wieder Krieg“. Es sei wichtig, dass unterschiedliche Positionen friedlich nebeneinander existieren. Auch das Bekenntnis zum Grundgesetzes sichere eine friedliche Zukunft.

Die Schülerinnen des Hilda-Gymnasiums Sophie Bersch und Clarissa Spahr rezitierten das Gedicht „Überfahrt“ der jüdischen Dichterin Mascha Kalègo. Das ergreifende Werk verarbeitet Gefühle und Erlebnisse aus der Zeit ihrer Emigration. Die Toten-Ehrung nahm Oberstarzt Jürgen Meyer vor. Die Feierstunde wurde durch das Sinfonieorchester St. Beatus bereichert. Erwin Siebenborn

Im Rahmen der Gedenkstunde des Landes Rheinland-Pfalz für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft rezitierten Schülerinnen des Hilda-Gymnasiums das Gedicht „Überfahrt“ von Mascha Kalègo. Foto: Erwin Siebenborn, RZ Koblenz und Region vom Montag, 14. November 2016, Seite 21


Koblenz und Kreis Mayen-Koblenz, 09.11.2016
BV Koblenz-Trier
Quelle: RZ Koblenz und Region vom Mittwoch, 9. November 2016, Seite 17, Von Chantal Dötsch

Kriegsgräberfürsorge geht in der Region neue Wege

Unterstützung Politiker sammeln vor Supermärkten, Orte spenden Beträge aus dem Haushalt


Wie jedes Jahr Anfang November werden wohl viele Bürger in unserer Region in den nächsten Tagen auf ihn warten – den Soldaten mit Sammeldose, der für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK) um Spenden bittet. Doch diese Zeiten sind durch Bundeswehrreform und weniger sammelbereite Ehrenamtler vielerorts vorbei. Dennoch ist Bettina Hörter, Geschäftsführerin des VDK-Bezirksverbandes Koblenz-Trier, zufrieden mit den Sammelergebnissen in unserer Region – dank des Engagements einiger Privatpersonen und Alternativen zum traditionellen Klinkenputzen.

„Die Sammlungen werden in unseren Gemeinden eigenständig organisiert und durchgeführt. Man kann aber sagen, dass generell nicht mehr so viel gemacht wird wie früher“, sagt Frido Spitzlei von der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, wo 2015 statistisch jeder Einwohner 28 Cent spendete. „In Kobern gingen beispielsweise früher die Soldaten des Pionierbataillons sammeln, doch durch die Auflösung der Patenschaft sind diese Zeiten vorbei, und neue Sammler haben wir nicht gefunden“, sagt Spitzlei.

Generell sind in Gemeinden ohne Bundeswehrstationierung im Kreis MYK die Spendensummen geringer, so auch in Bendorf. Daher geht man in der Stadt neue Wege, um den VDK zu unterstützen, wie Pressesprecher Jan Leins mitteilt. „Seit 1997 ist es in Bendorf üblich, dass sich Kommunalpolitiker ehrenamtlich an einem Wochenende für mehrere Stunden vor zwei Supermärkten postieren und dort mit ihren Spendendosen um Spenden bitten.“ Und dies offenbar erfolgreich: „Die gesammelte Summe betrug im Jahr 1997 noch 764 Mark. 2015 konnten wir die gesammelten Spenden sogar mit einem Spitzenwert von rund 660 Euro fast verdoppeln“, freut sich Leins über die Spendenbereitschaft der Bendorfer.

In der VG Vallendar dagegen werden gar keine Sammelaktionen mehr durchgeführt. Die Gründe zeigt VG-Bürgermeister Fred Pretz auf: „Ich denke, dass die klassischen Sammlungen nicht mehr zeitgemäß sind. Denn der letzte Krieg ist – Gott sei Dank – schon mehr als 70 Jahre her und somit für jüngere Generationen weit weg. Dadurch fehlt den jungen Leuten der Bezug dazu, sie gehen dann eher bei Sammlungen für St. Martin oder bei kommunalen Angelegenheiten mit.“ Dennoch möchte die VG einen Beitrag leisten. „Da die Arbeit des VDK sehr wichtig ist, haben wir uns entschlossen, die Sammelaktion durch einen festen Spendenbetrag zu ersetzen. Einzelne Gemeinden stellen nun einen Betrag aus ihrem Haushalt zur Verfügung“, erklärt Pretz.

In Koblenz, wo 2015 mehr als 14 000 Euro gesammelt wurden, sieht die Sache etwas anders aus. Hier hat die Bundeswehr eine hohe Präsenz, wie Bettina Hörter mitteilt. „In vielen Stadtteilen hilft die Bundeswehr, die uns in Koblenz in fantastischer Art unterstützt. Die Soldaten haben bei den Bürgern eine große Akzeptanz.“ Unterstützt werden sie in der Innenstadt traditionell von den Azubis der Stadtverwaltung und je nach Stadtteil auch von Politikern und Ehrenamtlern, was sich laut Hörter positiv in der Spendendose bemerkbar macht. „In Orten, wo die Ortsvorsteher mitsammeln, sind die Pro-Kopf-Beträge sehr hoch, da zwischen Sammlern und Spendern eine persönliche Beziehung besteht.“ Dies zeige sich vor allem an Arzheim – 2015 mit 59 Cent Spenden für die Kriegsgräber pro Kopf Spitzenreiter der Koblenzer Stadtteile. „Ortsvorsteher Josef Kraemer sind die Kriegsgräber als ehemaligem Soldaten ein besonderes Anliegen. Das vermittelt er auch den Bürgern“, sagt Hörter.

Insgesamt ist Bettina Hörter mit den Spenden aus dem vergangenen Jahr zufrieden. „Der Einsatz der Sammler und ihr erzieltes Ergebnis waren wirklich sehr gut.“ Sie hofft, dass die Region auch in diesem Jahr wieder spendabel ist, damit der VDK weiterhin seinen friedensstiftenden Aufgaben im In- und Ausland nachkommen kann.

Soldatenschicksale (er)klären 

Die Aufgaben des VDK bestehen keineswegs ausschließlich in der Pflege hiesiger und auswärtiger Kriegsgräber. Stattdessen arbeitet er auch mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges an der Klärung von Einzelschicksalen mit, wie Bettina Hörter aufzeigt. „Jedes Jahr finden wir gerade im Gebiet des ehemaligen Ostblocks noch etwa 40 000 tote Soldaten. 50 Prozent können wir meist noch identifizieren und so den verbliebenen Angehörigen Gewissheit über das Schicksal des Soldaten und seinen Todesort geben.“ Doch auch für die geschichtliche Bildung setzt sich der VDK ein. „Unsere Arbeit hat zwei Aspekte. Erstens die Fürsorge der Grabstätten und zweitens den friedenspädagogischen Auftrag. Wir wollen der Jugend aufzeigen, was passiert ist und dass ein friedliches Europa ein Geschenk ist, das man hegen und pflegen muss.“ Daher floss ein Teil der Spenden des vergangenen Jahres im VDK-Bezirk Koblenz-Trier in ein Bildungsprojekt: 1000 Schülern wurde eine Exkursion zu den Schlachtfeldern nach Verdun ermöglicht.



Mainz, 13.11.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Volkstrauertag in Mainz

Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof

In Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft fand am 13.11.2016 die gemeinsame Veranstaltung der Landeshauptstadt Mainz und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag 2016 statt.

Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier vom Bläserensemble des Landespolizeiorchesters unter der Leitung von Bernd Schneider und von dem Mainzer Chor „Ensemble Chordial“ unter der Leitung von Daniel Rumpf.

Inspiriert durch einen Besuch im Rahmen einer Klassenfahrt zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges nach Verdun, trugen unter der Leitung von Cornelia Konietzko, zwei Schülerinnen des Mainzer Gutenberg-Gymnasiums Textbeiträge vor.

Das Totengedenken verlasen zwei Soldaten der Bundeswehr. Bürgermeister Günter Beck begrüßte alle Anwesenden im Historischen Krematorium und führte anschließend zum Deutschen Ehrenhof mit Kranzniederlegung.

Volkstrauertag 2016 auf dem Mainzer Hauptfriedhof mit Kranz am Deutschen Ehrenhof


Speyer, 12.11.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Starkes Ergebnis in Speyer

Prominentensammlung zu Gunsten des Volksbundes

Auch in diesem Jahr fand wieder eine Sammlung von Prominenten in Speyer zu Gunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge statt. Durch die rege Teilnahme der von Stadtrat Manfred Mussotter organisierten Aktion und die Spendenfreudigkeit der Speyerer, konnte das außerordentlich erfreuliche Ergebnis von über 1640,-€ erzielt werden.  Allen Sammlerinnen und Sammlern sowie allen Spendern sei für dieses Spitzenergebnis herzlich gedankt.

Aktiv für den Volksbund auf der Maximiliansstraße:

Oberbürgermeister Hansjörg Eger (3.v.l) gemeinsam mit zahlreichen Vertretern der Stadt, der Kirchen, der Bundeswehr/Militär und des Volksbundes bei der Prominentensammlung 2016 in Speyer


Frankenthal 04.11.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Aktiver Beitrag zur Friedenserziehung

Volksbund ehrt Albert-Einstein-Gymnasium Frankenthal

Antrittsbesuch von Martin Haller als ehrenamtlicher Beauftragter beim Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal

Martin Haller, MdL,(2.v.l.) überreichte zwei Urkunden an Frau Gisela Kosubek (mitte) und die Schulleiterin des Albert-Einstein-Gymnasiums Frankenthal Frau Sabine Schanz (2.v.r.). Neuer Ansprechpartner für den Volksbund an der Schule ist Geschichtslehrer Herr Kai Küchler (links).

Das Albert-Einstein-Gymnasium Frankenthal leistet seit vielen Jahren einen aktiven Beitrag zur Friedenserziehung der Schülerinnen und Schüler. Seit nunmehr 25 Jahren engagiert sich die Schule aktiv bei der Haus- und Straßensammlung bzw. bei der Schulsammlung zu Gunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Der Landtagsabgeordnete Martin Haller, ehemaliger Schüler am AEG und ehrenamtlicher Beauftragter des Bezirksverbandes Rheinhessen-Pfalz im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. überreichte hierzu eine Dankesurkunde im Beisein der Schulleiterin Frau Sabine Schanz.

Auch wurde Frau Gisela Kosubek für ihre 10-jährige Tätigkeit als Kontaktlehrerin für den Volksbund am Albert-Einstein-Gymnasium gedankt. Sie organsierte erfolgreich die Schulsammlung, die Sammlung auf dem Frankenthaler Wochenmarkt und Exkursionen der Schülerinnen und Schüler nach Verdun in Kooperation mit dem Volksbund. Ihr Nachfolger, Herr Kai Küchler ist als Geschichtslehrer sicher ein sehr geeigneter Ansprechpartner und plant bereits die nächste Exkursion und eine Ausstellung.


Oberbürgermeister Martin Hebich empfängt Martin Haller

Als ehrenamtlicher Beauftragter ist Martin Haller (links) auch für die Stadt Frankenthal zuständig. Bei seinem Antrittsbesuch wurde er von Herrn Oberbürgermeister Martin Hebich im Rathaus empfangen.


Koblenz, 29.10.2016
BV Koblenz-Trier
Quelle: RZ Koblenz und Region vom Samstag, 29. Oktober 2016, Seite 13, Peter Karges

Prominente sammeln für Kriegsgräber

Auftakt Aktion des Volksbundes gestartet

Auftakt für die Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Begleitet von den Klängen des Heeresmusikkorps Koblenz, machten sich am Freitag vor dem Forum Confluentes 28 Prominente auf den Weg, um mit der Blechbüchse in der Hand für den Volksbund Spenden zu sammeln.

Unter den Prominenten waren unter anderem MdB Detlev Pilger, MdL Anna Köbberling, Generalmajor Reinhardt Zudrop und Brigadegeneral Jens-Olaf Koltermann. Das Geld, das der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sammelt, dient dazu, die Gräber gefallener deutscher Soldaten instand zu halten. Die Gräber sollen eine Mahnung zum Frieden sein. Insgesamt pflegt der Volksbund weltweit mehr als 2,6 Millionen Gräber von Kriegstoten auf 832 Friedhöfen in 45 Ländern. Neben den Ruhestätten gefallener Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs werden auch Gräber Gefallener aus dem Krieg von 1870/71 sowie aus den beiden deutsch-dänischen Konflikten der Jahre 1848/51 und 1864 gepflegt. Im Zuge der Gräberpflege organisiert der Volksbund ganz bewusst internationale Gruppen, um das Kennenlernen anderer Kulturen zu fördern.

Die Prominenten haben bei ihrer Aktion am Freitag 1125 Euro für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gesammelt. Die Sammlung geht noch bis Donnerstag, 24. November.

Auftakt zur diesjährigen Spendensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Begleitet von den Klängen des Heeresmusikkorps Koblenz, machten sich 28 Prominente am Freitag vom Forum Confluentes mit der Spendenbüchse in der Hand auf den Weg durch die Stadt. Foto: Peter Karges


Rhein-Pfalz-Kreis
Ludwigshafen, 7.10.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Martin Haller neuer Beauftragter im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Im Beisein von Landrat Clemens Körner wurde der Landtagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Martin Haller aus Lambsheim zum ehrenamtlichen Beauftragten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge für den nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis und die Stadt Frankenthal ernannt.

Der Geschäftsführer des Volksbundes für den Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz, Ulrich Johann, überreichte die Ernennungsurkunde gemeinsam mit Unterlagen und einer Grundausstattung im Auftrag des Bezirksvorsitzenden, Landrat a.D. Dr. Paul Schädler. Als ehrenamtlicher Beauftragter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist Martin Haller im Rhein-Pfalz-Kreis für die Gemeinde Bobenheim-Roxheim und die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Lambsheim-Heßheim und Maxdorf zuständig. Er fungiert als Mittler zwischen den Kommunen/Vereinen und dem Volksbund, unterstützt die Gemeinden bei der Organisation der jährlichen Haus- und Straßensammlung, berät und wirkt bei der Gestaltung der jährlichen Volkstrauertagsfeier mit, vertritt den Volksbund bei öffentlichen Anlässen und ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Außerdem wirbt er um neue Mitglieder und Spender und nimmt Ehrungen und Auszeichnungen in Absprache mit dem Bezirksverband vor. Bei all diesen Aufgaben wird er durch die Bezirksgeschäftsstelle in Speyer unterstützt.

Landrat Clemens Körner beglückwünschte Martin Haller zu seiner neuen Aufgabe: „Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge leistet einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit der deutschen Geschichte. Durch die Arbeit des Volksbundes konnten viele tausend Tote identifiziert und den Angehörigen Gewissheit über den Verbleib und die Geschichte des Toten gegeben werden. Ich wünsche Martin Haller viel Erfolg für seine Arbeit.“

Bezirksgeschäftsführer Ulrich Johann verdeutlichte, wie wichtig die Arbeit ist: „Jedes Jahr werden 20.000 bis 30.000 Umbettungen aus Massengräbern in Kriegsgräber vorgenommen. Für viele Angehörige ist es beruhigend, wenn sie erfahren, wie und wo ihr Verwandter gefallen ist und ein Ort der Erinnerung geschaffen wird. Mit zahlreichen Angeboten versuchen wir, die Arbeit in der Kriegsgräberfürsorge in die Gesellschaft zu tragen, auch wenn das Bewusstsein dafür leider rückläufig ist.“

„Das Bewusstsein für die Folgen der beiden Weltkriege gerät immer stärker in Vergessenheit. Mir ist es ein Anliegen, gerade jungen Menschen näher zu bringen, dass tausende Gefallene bis heute vermisst sind und sich der Volksbund für deren Verbleib und eine würdige Bestattung einsetzt. Als Beauftragter will ich Ansprechpartner für die Aktiven vor Ort sein“, freut sich Martin Haller auf seine neue Aufgabe.

Martin Haller (m.), Landtagsabgeordneter und Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion erhält seine Ernennungsurkunde zum ehrenamtlichen Beauftragten von Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises Clemens Körner (r.) und Ulrich Johann, Geschäftsführer des Bezirksverbandes


Mainz, 26.9.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

14/18 – Mitten in Europa

Gutenberg-Gymnasium Mainz zeigt Volksbund-Ausstellung

Ein von der Klasse 10c gestaltetes Plakat zur Ankündigung der Ausstellung in der Schule

Am 26.9. fand im Gutenberg-Gymnasium Mainz die Eröffnung der Volksbund-Ausstellung zum Thema 100 Jahre Erster Weltkrieg statt.

Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem Volksbund und der Schule finden bereits seit vielen Jahren geführte Fahrten für die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe nach Verdun statt. Mit der Ausstellung soll nun das Thema auch in die Schule gebracht werden und allen Schülerinnen und Schülern aber auch den Lehrkräften die Gelegenheit geben werden, sich ein Bild vom Ersten Weltkrieg bei einem Gang durch die dreiteilige Kofferausstellung zu machen.

Die Klasse 10c unter der Leitung von Frau Birgit Deick hat mit großem Engagement das Zeigen der Ausstellung vorbereitet. So fand zur Eröffnung eine kleine Feierstunde statt, zu der auch ein Musikstück und Gedanken und Gedichte der Schülerinnen und Schüler gehörten.

Die Ausstellung wird noch bis zum 7.10. gezeigt und ist kostenlos beim Volksbund ausleihbar. Uj

Zum Artikel Allgemeine Zeitung Mainz vom 29.9.2016, Seite 13 von Maurielle Winckler:
Der Nachhall einer Urkatastrophe,
mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung.

Schülerinnen und Schüler beim Besuch der Volksbund-Ausstellung
Schülerinnen und Schüler beim Besuch der Volksbund-Ausstellung


Neustadt a.d.W., 20.9.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

36. Kontaktlehrerseminar im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt

Referent Walter Zöllner vom Polizeipräsidium Rheinpfalz mit dem Vorsitzenden des Bezirksverbandes Dr. Paul Schädler

Bereits zum 36. Mal fand das Seminar für die Kontaktlehrerinnen und Kontaktlehrer des Volksbundes aber auch für andere interessierte Lehrkräfte im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt statt, zu dem der Vorsitzende des Bezirksverbandes Rheinhessen-Pfalz, Dr. Paul Schädler  die Teilnehmer aus dem Bezirksverband begrüßte.

Das als Fortbildung anerkannte Seminar hatte auch dieses Mal ein sehr aktuelles Thema auf der Tagesordnung: Radikalisierung. Walter Zöllner, Kriminalhauptkommissar vom Polizeipräsidium Rheinpfalz und Mitglied im Rat für Kriminalitätsprävention der Stadt Ludwigshafen brachte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem sehr interessanten Vortrag die unterschiedlichen Entwicklungsstufen näher und zeigte, an welchen Merkmalen eine mögliche Radikalisierung von Schülerinnen und Schülern zu erkennen ist und welche Hilfs- und Interventionsmöglichkeiten es gibt.

Zudem ging es bei dem Seminar auch um das Thema Bürgermut und Zivilcourage und wie man gewaltpräventiv handeln kann.

Ehrung für Schulen

Gewaltprävention und Friedenserziehung sind zwei wichtige Aspekte der Volksbund-Arbeit.
Helmut Schröer nannte dies „die Erziehung zum Miteinander“ und danke dem Volksbund sich dieser Rolle und Aufgabe in Rahmen seiner Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit zu widmen. Schröer, leitender Regierungsschuldirektor und Leiter des Referates Grundschulen bei der ADD-Außenstelle Schulaufsicht in Neustadt bedankte sich auch bei den anwesenden Lehrkräften für ihre Engagement und führte gemeinsam mit dem Bezirksvorsitzenden Dr. Schädler die Ehrungen durch. Schulen mit langer Schulsammlung oder einem besonders guten Ergebnis erhielten eine Urkunde als kleines Dankeschön für ihr Engagement.

Ausstellung 100 Jahre Erster Weltkrieg

Ein weiterer Programmpunkt war die Ausstellung „14/18 – Mitten in Europa“. Die dreiteilige Kofferausstellung zum Ersten Weltkrieg konnte während der Pausen besichtigt werden. Sie eignet sich für alle Schulformen und Fachrichtungen und ist ein weiteres Angebot des Volksbundes im Rahmen seiner Bildungsarbeit und kostenlos ausleihbar.

Die Veranstaltung wurde sowohl von der Stiftung Gedenken und Frieden als auch vom Ministerium für Bildung in Mainz finanziell gefördert. uj

Thomas Kern (m.) vom Nikolaus-von-Weis-Gymnasium Speyer erhielt die Urkunde für eine der besten Schulsammlungen. Links: Helmut Schröer, Leiter des Referates Grundschulen in Neustadt und Dr. Paul Schädler, Bezirksvorsitzender.


Bad Kreuznach, 08.09.2015
BV Koblenz-Trier
Quelle: Allgemeinde Zeitung, Rhein Main Presse, Von Ivana Kettern - Stadt Bad Kreuznach - 08.09.2016

Was Krieg für eine Gesellschaft bedeutet

WANDERAUSSTELLUNG
Gymnasium an der Stadtmauer zeigt aufrüttelnde Fotos als eine der ersten Europaschulen in Rheinland-Pfalz

„Ich will mich erinnern, dass ich nicht vergessen will“ – mit diesem Zitat von Erich Fried wurde die Wanderausstellung „Den Blick gegen das Vergessen gerichtet“ in der Aula des Gymnasiums an der Stadtmauer (Stama) eröffnet. Gegenstand der Ausstellung sind 15 Bildtafeln, die zu jeweils fünf großen Bildkompositionen zusammengefügt wurden. Die Tafeln sollen in Form von Fotos und Texten an die Kriegsgräberstätten des Zweiten Weltkrieges erinnern und bei den Jugendlichen ein Bewusstsein für die damalige Situation in Europa schaffen.

Jan Roessel, Referent für Europa bei der Deutschen Gesellschaft e.V., erklärte die Wichtigkeit, Jugendlichen die Vergangenheit zu veranschaulichen und aufzuzeigen, dass Grenzkontrollen, eine einheitliche Währung oder der Austausch mit Partnerländern früher keine Selbstverständlichkeit waren. „Wir haben die Verpflichtung, auch einen emotionalen Zugang zu der Frage zu vermitteln, was Krieg für eine Gesellschaft bedeutet“, betonte Roessel. Christian Schuth, Mitglied des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., fügte hinzu, dass die Erinnerungskultur enorm wichtig is,t und bezeichnete das Projekt als wichtigen Baustein gegen das Vergessen.

Ihre Anfänge fand die Wanderausstellung bei einem Treffen deutscher, französischer und polnischer Schüler im Jahr 2008 auf der deutschen Insel Usedom, die im März 1945 selbst zum Kriegsschauplatz wurde. Mithilfe der Deutschen Gesellschaft e.V. und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wurden Konzepte für die Gestaltung der Bildtafeln erarbeitet und gemeinsam mit den Jugendlichen umgesetzt. Seitdem wandert die Ausstellung durch ganz Deutschland und ist alleine in diesem Jahr in zwölf verschiedenen Städten zu sehen.

Dank Geschichtslehrer und Organisator Andreas Scherbel konnte das Stama die Wanderausstellung nach Bad Kreuznach holen. Stama-Schulleiterin Dr. Annegret Schwarz ist stolz, als eine der ersten Europaschulen in Rheinland-Pfalz diese Bildersammlung vorzustellen und somit ein wichtiges Statement für den Frieden und die Gemeinschaft innerhalb verschiedener Nationen zu setzen. Grade zu Zeiten der Flüchtlingsdebatte ist die Thematik besonders aktuell. Am Stama selbst haben Mädchen und Jungen aus Syrien nach jahrelangem Krieg einen neuen Schulplatz und eine neue Heimat gefunden. „Diese Konflikte und menschliche Schicksale unserer Gegenwart machen uns deutlich, wie nahe wir auch heute dieser Ausstellung sind“, verdeutlichte Schwarz. Die Eröffnung wurde gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 12 durchgeführt, von denen einige im kommenden Jahr eine Auslandsschule in Polen besuchen werden. Dort werden sie das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz besuchen und eine völlig neue Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg und dessen Folgen erhalten, um auch so den Blick gegen das Vergessen zu richten.

ANMELDUNG - Die Ausstellung kann auch von interessierten Bürgerinnen und Bürgern oder Klassen anderer Schulen bis zum 16. September unter Absprache mit Andreas Scherbel besucht werden. Telefon: 06 71-7 94 61 50.



Bad Kreuznach, 08.09.2016
BV Koblenz-Trier
Quelle: Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Donnerstag, 8. September 2016, Seite 12

Den Blick gegen das Vergessen

Geschichte Ausstellung im Stama eröffnet

Bad Kreuznach. Wir kannten in Mitteleuropa lange Zeit keine Grenzkontrollen mehr, zahlen in den meisten Staaten der Europäischen Union mit einer Währung, studieren und arbeiten im Ausland: All das erscheint uns selbstverständlich, als wäre es immer schon so gewesen, sagte Jan Roessel, Referent für Europa bei der Deutschen Gesellschaft, bei der Eröffnung der Ausstellung „Den Blick gegen das Vergessen gerichtet“, die bis 15. September im Gymnasium an der Stadtmauer (Stama) gezeigt wird.

Dank der Kooperation der Deutschen Gesellschaft und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge kann diese Ausstellung am Gymnasium gezeigt werden. Sie thematisiert den Umgang unserer Gesellschaft mit Kriegsgräbern und soll Jugendlichen vermitteln, dass der Frieden in Europa nicht selbstverständlich ist.

Wie aktuell die Thematik ist, erläuterte Schulleiterin Dr. Annegret Schwarz in ihrem Grußwort. „Zwar haben wir anlässlich der heutigen Eröffnung keinen Zeitzeugen aus dem letzten Weltkrieg hier bei uns, aber sehr wohl andere Zeitzeugen an unserer Schule: Mädchen und Jungen aus Syrien, die die leidvolle Erfahrung von Krieg und Flucht in ihren jungen Jahren erleben mussten und die bei uns, auch in unserer Schulgemeinschaft, eine neue Heimat gefunden haben.“

Die Wanderausstellung entstand bei einer Begegnung von deutschen, französischen und polnischen Jugendlichen auf Usedom im Jahr 2008; sie tourt bereits seit 2009 durch Deutschland. In dieser Zeit wurden bereits 40 Stationen überwiegend an Schulen realisiert. Sie wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Schulleiterin ist es ein besonderes Anliegen, dass am Gymnasium an der Stadtmauer als eine der ersten Europaschulen in Rheinland-Pfalz eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik geschieht, wo gegenwärtig die Integration in Europa, der Frieden in Europa und die Einheit von Europa auf dem Prüfstand stehen. „Wenn wir gemeinsam ein friedvolles und zukunftsorientiertes Europa leben wollen, müssen wir uns unserer demokratischen Werte bewusst sein. Dazu kann diese Ausstellung viele Anregungen bieten“, so Schwarz.

Am Gymnasium an der Stadtmauer wird nun die Ausstellung „Den Blick gegen das Vergessen gerichtet“ eröffnet.


Mainz, 21.8.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Internationales Workcamp in Mainz

Blumen bei der Gedenkfeier

Aserbaidschan, Belarus, Deutschland, Frankreich, Italien und Russland. Das sind die sechs Länder, aus denen in diesem Jahr die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am internationalen Jugendcamp in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt gekommen sind.
An fünf Tagen arbeiteten die Jugendlichen an den Kriegsgräbern im Sommermonat August auf dem Mainzer Hauptfriedhof. Den Abschluss der Arbeiten bildete eine sehr gut besuchte Gedenkfeier, die von den Campteilnehmern musikalisch und mit Redebeiträgen gestaltet wurde.
Doch nicht nur fleißiges Arbeiten stand auf dem Plan sondern auch ein interessantes und ausgewogenes Bildungs-, Freizeit- und Ausflugsprogramm. Höhepunkt dabei war sicherlich eine Tagesfahrt zum ehemaligen Schlachtfeld von Verdun. Hier fanden bereits im Mai große Feierlichkeiten aus Anlass des einhundertsten Jahrestages der Kämpfe um Verdun statt. So war es ein besonderes Ereignis für die Gruppe, an diesem historischen Ort gewesen zu sein. Auch wurde die rheinland-pfälzische Gedenkstätte des ehemaligen Sonderlagers in Hinzert/Eifel besucht.

Offizieller Besuch

ADD-Präsident Thomas Linnertz (6. v.r.) und Kulturdezernentin Marianne Grosse (3. v.l.) beim offiziellen Besuch der Gruppe auf dem Mainzer Hauptfriedhof

Zur Campmitte besuchte der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Herr Thomas Linnertz die Gruppe bei den Arbeiten auf dem Friedhof. Mit dabei war auch die Kulturdezernentin der Stadt Mainz, Frau Marianne Grosse. Beide konnten sich ein Bild von den Arbeiten machen und im Rahmen einer Baumpflanzaktion gemeinsam mit den Jugendlichen tätig werden.

Oberbürgermeister Michael Ebling unterstrich bei seinem Grußwort auf der Gedenkfeier die hohe Bedeutung eines friedlichen Miteinanders und die Aufgabe eines jeden einzelnen. Er hoffe, so der OB, „dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Friedensbotschafter sind und sich als solche fühlen.“

Geleitet wurde das Camp von einem ehrenamtlichen Betreuerteam, das ebenfalls international besetzt gewesen ist. Neben der Stadt Mainz und der ADD Trier wurde das Camp auch durch den Wirtschaftsbetrieb der Stadt Mainz und die Bundeswehr unterstütz.

Michael Ebling, Oberbürgermeister der Stadt Mainz bei seinem Grußwort im Rahmen der Gedenkfeier. (Foto: Christian Schulze)
Markus Kohl, Mitglied des Bundes- und Landesvorstandes des Volksbundes hält die Gedenkrede.


Dudenhofen, 2.7.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Ehrenamtliche Beauftragte treffen sich in Dudenhofen

Manfred Kramer erhält Urkunde für 30 Jahre Mitgliedschaft

Um die wichtige Arbeit des Volksbundes weiter voranzubringen und in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu verankern, kommt den ehrenamtlichen Beauftragten in den Städten und Landkreisen im Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz eine Schlüsselfunktion zu. Sie sind es, die vor Ort als Ansprechpartner fungieren, Mitglieder und Spender betreuen, sich um die Haus- und Straßensammlung kümmern, Benefizkonzerte und Ausstellungen initiieren und viele weitere Dinge anstoßen. Kurzum: Die ehrenamtlichen Beauftragten sind tragende Säulen der Volksbund-Arbeit.

Anfang Juli trafen sich einige der Beauftragten im Bürgerhaus der Gemeinde Dudenhofen. Dabei ging es vor allem um den Austausch untereinander aber auch über die Information aktueller Entwicklungen im Volksbund.

Ein besonderer Anlass war außerdem die 30-jährige Mitgliedschaft von Herrn Manfred Kramer, der als Beauftragter für den Landkreis Germersheim aktiv ist. Als Dank erhielt Kramer eine Urkunde überreicht.

Alle anwesenden Beauftragten erhielten außerdem eine Windjacke, die mit dem Volksbund-Logo bedruckt ist. Die Jacken konnten durch eine großzügige Spende der BBBank angeschafft werden.

https://www.bbbank.de/homepage.html

Die ehrenamtlichen Beauftragten aus den Städten und Landkreisen im Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz. Leider konnten nicht alle Beauftragten anwesend sein.
Manfred Kramer (r.), Beauftragter für den Landkreis Germersheim mit der Dankesurkunde für 30 Jahre Mitgliedschaft im Volksbund


Mainz - Verdun, 28.6.2016
BV Speyer

Schüler des Willigis-Gymnasiums Mainz besuchen das Schlachtfeld von Verdun

Ende Juni besuchte eine Schülergruppe des bischöflichen Willigis-Gymnasiums Mainz das ehemalige Schlachtfeld von Verdun, auf dem vor genau 100 Jahren eine der furchtbarsten Schlachten des Ersten Weltkrieges tobte. Die 40 Schüler und ihre begleitenden Lehrkräfte fuhren am frühen Morgen aus Mainz ab, um die Bedeutung des Ortes durch eine ausreichende Besichtigungszeit zu würdigen und den Schülern Gelegenheit zu geben, eigene Eindrücke zu sammeln.

Nach Ankunft in Verdun wurden unter der Führung von Dennis Köppl, Mitarbeiter der Deutschen Kriegsgräberfürsorge in Rheinland-Pfalz, der mit der Gruppe aus Mainz angereist war, die deutsche Kriegsgräberstätte Hautecourt-lès-Broville und das zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont besucht. Danach hatten die Schüler Gelegenheit, das frisch renovierte Hauptmuseum auf dem Schlachtfeld, das Memorial de Verdun, auf eigene Faust zu erkunden und sich dort über das Geschehen des Jahres 1916 zu informieren. Im Anschluss konnten sich die Schüler während des Besuches des Fort de Douaumont, einst das mächtigste Festungswerk im Raum Verdun, über die Lebensumstände der vor Verdun kämpfenden Soldaten informieren.

Als Abschluss der Exkursion besuchten die Schüler das Gebeinhaus von Verdun, letzte Ruhestätte für 130.000 unbekannte Gefallene sowie den davor gelegenen französischen Nationalfriedhof von Douaumont mit dem jüdischen und dem muslimischen Denkmal.

Im Rahmen der Fahrt wurde das bischöfliche Willigis-Gymnasium für seine Unterstützung der Volksbund-Arbeit, insbesondere durch Schulspenden und musikalische Unterstützung des gut besuchten Benefiz-Konzertes in Bingen, ausgezeichnet. Als Zeichen des Dankes wurde durch Herrn Köppl auf der Kriegsgräberstätte Hautecourt eine Urkunde übergeben, die Herr Thomas Grasse im Namen der ganzen Schule entgegennahm. Schülergruppen des Willigis-Gymnasium Mainz besuchen schon seit vielen Jahren gemeinsam mit dem Volksbund das Schlachtfeld von Verdun, sodass der Besuch im Gedenkjahr 2016 eine würdige Gelegenheit war, sich von Seiten der Kriegsgräberfürsorge bei den beteiligten Lehrkräften für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zu bedanken.

Unser Bild zeigt Herrn Thomas Grasse (Willigis-Gymnasium, links) und Herrn Dennis Köppl (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) bei der Übergabe der Dankesurkunde auf der Kriegsgräberstätte Hautecourt-lès-Broville. (Foto: Meier)


Speyer, 27.6.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Ehrenamtliches Engagement: Ernennung von zwei neuen Beauftragten für den Volksbund in Speyer

Oberbürgermeister Hansjörg Eger unterstützt Volksbund-Arbeit

Gleich zwei neue ehrenamtliche Beauftragte für die Stadt Speyer übernehmen von nun an die Funktion, die gesellschaftlich so wichtige Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge weiter voran zu bringen.
Im Beisein von Oberbürgermeister Hansjörg Eger bekamen Franz Dudenhöffer und Pfarrer Ulrich Kronenberg eine Ernennungsurkunde und eine Arbeitsmappe überreicht.
Franz Dudenhöffer, ehemals stv. Schulleiter am Nikolaus-von-Weis Gymnasium, war Vorsitzender des Speyerer Kunstvereins. Aufgrund seines persönlichen Bezuges zum Volksbund möchte er nun sein ehrenamtliches Engagement fortführen.
Ulrich Kronenberg ist evangelischer Pfarrer im Kirchenbezirk Speyer und Mitglied des Volksbundes. Als ehemaliger Militärpfarrer hatte er bereits viele Verbindungen zur Bundeswehr, die in und um Speyer immer ein herausragendes Sammelergebnis für den Volksbund erzielen konnte.

Um die wichtige Arbeit des Volksbundes auch nach dem Abzug der Bundeswehr aus Speyer weiter voranzubringen und in vielen gesellschaftlichen Bereichen zu verankern, kommt Beiden eine Schlüsselfunktion zu.

Franz Dudenhöffer (2 v.l.) und Ulrich Kronenberg präsentieren sich mit Volksbund-Tasche als neue ehrenamtliche Beauftragte für die Stadt Speyer.
Oberbürgermeister Hansjörg Eger (l.) und Bürgermeisterin Monika Kabs unterstützen dabei die Arbeit des Volksbundes.


Pirmasens und Otterberg, 15.6.2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Appell für den Frieden

Preisverleihung für den Volksbund in Berlin

Anlässlich der Verleihung des Deutschen Nationalpreises der Deutschen Nationalstiftung am 15. Juni 2016 reisten aus dem BV Rheinhessen-Pfalz der Otterbacher Michael Vogel und Wolfgang Hendrichs aus Pirmasens nach Berlin, um als besondere Gäste an der Preisverleihung teilzunehmen.

Die Deutsche Nationalstiftung setzt sich für das Zusammenwachsen Deutschlands und die Förderung der Demokratie und des Friedens in Europa ein. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhält den Preis der Stiftung für seine Gedenk-, Jugend- und Bildungsarbeit. Sowohl Wolfgang Hendrichs als auch Michael Vogel sind seit vielen Jahren tatkräftige Unterstützer der Volksbund-Arbeit und engagieren sich ehrenamtlich auf lokaler Ebene gerade auch in diesem Bereich. Damit tragen sie in einer besonderen Weise dazu bei, den Friedens- und Verständigungsgedanken des Volksbundes in der Gesellschaft weiter zu vertiefen, Hendrichs als Lehrer an einer Berufsbildenden Schule und Vogel als ehrenamtlicher Beauftragter für den Landkreis Kaiserslautern.

Weiterführender Artikel:

http://www.volksbund.de/meldungen/meldungen-detail/artikel/volksbund-erhaelt-deutschen-nationalpreis.html

Michael Vogel aus Otterbach (l.) und Wolfgang Hendrichs aus Pirmasens (r.) zusammen mit dem Präsidenten des Volksbundes Markus Meckel bei der Preisverleihung in Berlin.


Landkreis Alzey-Worms, 2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Ein Dankeschön der besonderen Art

Verdiente Sammlerin und Sammler beim Bürgerempfang der Ministerpräsidentin

Rund 450 ehrenamtlich Engagierte aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen waren der Einladung der Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu ihrem vierten Bürgerempfang am 20.02.2016 in die Staatskanzlei nach Mainz gefolgt. „Wir haben in unserem Land ein fantastisches Netzwerk von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in den unterschiedlichen Bereichen des Zusammenlebens für andere Menschen einsetzen. Rund 41 Prozent unserer Bürger und Bürgerinnen engagieren sich regelmäßig ehrenamtlich“, sagte die Minister-präsidentin bei ihrem Empfang in Mainz.

Als ehrenamtlich für den Volksbundes Deutschen Kriegsgräberfürsorge e.V. im Landkreis Alzey-Worms tätige Personen wählte der Bezirksverband Rheinhessen-Pfalz, Speyer, als kleine Abordnung neben Frau Ursula Löblein (Sammlerin aus Bechtolsheim) und den Herren Horst Ackermann und Wilhelm Nies (beide Sammler aus Ober-Flörsheim) auch den Kreisbeauftragten Andreas Wiesner, Bechenheim, aus.

Neben einem musikalischen und kulinarischen Programm konnten alle Gäste auch die Staatskanzlei besichtigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzählten spannende Politgeschichten aus dem Weinkeller, präsentierten das Amtszimmer der Ministerpräsidentin und waren bei Führungen für vielerlei Fragen auskunftsbereit. Im Vordergrund standen auch diesmal die persönliche Begegnung mit der Ministerpräsidentin Dreyer und das Gespräch mit allen Delegationen. Höhepunkte für jede Gruppe waren die Eintragung in das Gästebuch und das gemeinsame Foto mit der Gastgeberin. (A.W.)

Gruppenfoto mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Bürgerempfang in der Mainzer Staatskanzlei. Die Sammlerin und Sammler für den Volksbund kommen aus den Gemeinden Bechtholsheim und Ober-Flörsheim, der Kreisbeauftragte aus der Gemeinde Bechenheim. Der Volksbund bedankt sich sehr herzlich für das ehrenamtliche Engagement.


Idar-Oberstein, 09.06.2016
BV Koblenz-Trier
Quelle: Nahe Zeitung vom Donnerstag, 9. Juni 2016, Seite 18

Schülerzeitungsredakteure gingen in die Tiefe

Projekt Zwölftklässler nahmen teil

Fabia Reichard und Eugen Geweiler, Schüler der zwölften Jahrgangsstufe des Technischen Gymnasiums Idar-Oberstein, nahmen in Begleitung ihrer Lehrerin Tanja Lamberti-Schmitt an einem deutsch-französischen Seminar für Schülerzeitungsredakteure in Trier und Verdun teil. Veranstaltet wurde das Seminar von der ADD Koblenz in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Zum ersten Mal war es gelungen, sechs deutsche Schulen aus allen Teilen von Rheinland-Pfalz und vier französische Schulen, vorwiegend aus dem Raum Nancy, für ein gemeinsames Schülerseminar zum Thema „Verdun 2016“ einzuladen.

Unter der Fragestellung „Brauchte es Krieg, um den Frieden zu schätzen?“ sollte eine gemeinsame Seminarzeitung erstellt werden. Zunächst gab es in Trier einen fundierten historischen Input zum Thema „Erster Weltkrieg“ und hier insbesondere zur Schlacht von Verdun 1916. Der zweite Tag begann sehr früh, da eine Exkursion nach Verdun auf dem Plan stand. Nach einer zweistündigen Busfahrt hatte man das Ziel erreicht. Stationen waren zunächst ein deutscher Soldatenfriedhof bei Etâin, auf dem alle Schüler rote Nelken niederlegten, dann das Fort Douaumont, durch dessen dunkle und kalte Mauern die Gruppe fachkundig von einem Mitarbeiter der Deutschen Kriegsgräberfürsorge geführt wurde. Es schloss sich ein Besuch im neu eröffneten Memorial von Verdun an.

Danach besuchte die Gruppe das Beinhaus von Douaumont, auf dessen dazugehörigem französischen Soldatenfriedhof erneut Blumen niedergelegt wurden. Hier war die Stimmung angesichts der vielen Toten besonders bedrückend. Anschließend stattete man dem vollkommen zerstörten Dorf Fleury einen kurzen Besuch ab. Den Abschluss der Tour bildete ein einstündiger Besuch in der Stadt Verdun selbst. Hier wurden Interviews mit älteren und jüngeren Bewohnern der Stadt zur Bedeutung des Ersten Weltkriegs für ihr heutiges Leben geführt.

Der nächste Tag startete mit einer großen Redaktionskonferenz. So konnten sich alle Teams einbringen und einen roten Faden entwickeln. Die Schüler formulierten und layouteten eifrig ihre Artikel, bis alles fertig war. Ganz unterschiedliche Textformen entstanden. Die Lehrer standen ihnen dabei beratend zur Seite. Abends um 20 Uhr war die Zeitung fertig, die am nächsten Morgen noch gedruckt werden musste, damit jeder Teilnehmer ein Exemplar mit nach Hause nehmen konnte.
Nahe Zeitung vom Donnerstag, 9. Juni 2016, Seite 18

Redaktionskonferenz: Das Endergebnis beeindruckte.
Nahe Zeitung vom Donnerstag, 9. Juni 2016, Seite 18


Pirmasens, Mai 2016
BV Rheinhessen-Pfalz

Volksbund-Ausstellung in der BBS Pirmasens und Fahrt nach Verdun

Auf der Suche nach den Spuren des Krieges

Von Ende April bis Anfang Mai war in der BBS Pirmasens die Ausstellung „Spurensuche“ des Volksbundes die vom LV Saar konzipiert und vorgestellt wurde, zu sehen. Darin werden die Einzelschicksale gefallener Soldaten des Zweiten Weltkrieges thematisiert.
Die Idee und Initiative die Ausstellung an die BBS Pirmasens zu holen, stammte von Wolfgang Hendrichs, der an der BBS unterrichtet und seit vielen Jahren auch als Kontaktlehrer zum Volksbund fungiert.
Am Eröffnungstag nahmen ca. 75 Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Fachrichtungen der Schule an der Einführungsveranstaltung teil. Der Schulleiter Jörg Altpeter und die Beigeordnete der Stadt Pirmasens Helga Knerr, die auch als Lehrerin an der Schule tätig ist, wandten sich mit Grußworten an die Anwesenden.

Auf insgesamt 24 Roll-ups konnten sowohl die Schüler als auch externe Personen die Biografien und Einzelschiksale nachverfolgen.

Das Projekt soll auch eine Anregung sein, an anderen Schulen diese oder auch andere Ausstellungen des Volksbundes zu zeigen.

Besuch der Schlachtfelder von Verdun

Im Anschluss an die zweiwöchige Ausstellung fand eine Tagesexkursion nach Verdun statt, um auch die Spuren des Ersten Weltkrieges zu erkunden.
Knapp 50 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule 1,12. Jahrgangsstufe der beruflichen Gymnasien Wirtschaft und Technik nahmen an der Besichtigung des Schlachtfeldes von Verdun teil.
Diese Tagesfahrt steht bei Wolfgang Hendrichs für seine Schüler schon seit Jahren fest im Bildungsprogramm und soll auch in Zukunft weitergeführt werden. Die Fahrt im diesen Jahr war geprägt von den Vorbereitungen in Verdun: 100 Jahre Schlacht von Verdun mit dem Treffen von Angela Merkel und Francois Hollande am Gebeinhaus. - UJ

Die Schülerinnen und Schüler der BBS Pirmasens vor der Kapelle von Fleury


Trier und Verdun, Mai 2016
Landesverband Rheinland-Pfalz

100 Jahre Schlacht von Verdun

Deutsch-Französisches Seminar in Trier und Verdun

„Ich möchte mich hiermit ganz herzlich bedanken: Für das hervorragend organisierte Seminar, für das anspruchsvolle Thema des Seminars und  für Ihre Nettigkeit und Gastfreundlichkeit.“ Mit diesen Worten bedankte sich eine Schule aus Frankreich für die Teilnahme am Seminar in Trier und Verdun, das zum ersten Mal mit Schulen aus Rheinland-Pfalz und Frankreich durchgeführt wurde.

Im Rahmen der viertägigen Veranstaltung, die im Gäste- und Tagungshaus der Barmherzigen Brüder in Trier stattfand, ging es darum, die Geschehnisse von vor einhundert Jahren zu beleuchten und die Schritte hin zur Europäischen Einigung und der deutsch-französischen Aussöhnung nachzuzeichnen.

Nach der Darstellung der geschichtlichen Zusammenhänge in zweisprachigen Präsentationen, erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in die journalistische Arbeitsweise. Dadurch konnte zum Ende des Seminars eine Publikation entstehen, für die jede teilnehmende Schule verschiedene Artikel zum Thema Krieg und Frieden geschrieben hat.

Das Titelblatt der Seminarzeitschrift

Link zur PDF-Version der Seminarzeitschrift

Während der Exkursion nach Verdun hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, sowohl das Schlachtfeld als auch die Stadt zu besichtigen. Ein Besuch der deutschen Kriegsgräberstätte Hautecourt ermöglichte es, viele wichtige Eindrücke und Informationen zu sammeln.

An dem von der ADD Schulaufsicht, Außenstelle Koblenz und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Rheinland-Pfalz organisierten und auch ehrenamtlich unterstützen Seminar nahmen vier Schulen aus Frankreich und sechs aus Rheinland-Pfalz teil.

Eine rheinland-pfälzische Schule schrieb zum Abschluss:
„Meine Schüler/Innen und ich möchten Ihnen nochmals für das exzellent gelungene Seminar in Trier-Verdun danken. Es sind hier zwischen allen Schulen starke Verbindungen geknüpft worden und somit wurde das Ziel der Veranstaltung auch auf Ebene der aktuellen deutsch-französischen Freundschaft voll erreicht!“

Die Veranstaltung wurde dankenswerterweise von folgenden Institutionen gefördert:

Die gesamte Gruppe vor dem Gebeinhaus von Verdun
Detaillierte Informationen beim Besuch des Schlachtfeldes, hier die zerstörte Ortschaft von Fleury.


Montabaur, 25.05.2015
BV Koblenz-Trier
Quelle: RZ Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 25. Mai 2016

Ausstellung für Frieden in Europa

Eröffnung Lernen aus der Vergangenheit kann viel Schmerz vermeiden

Von Hans-Peter Metternich

Der Schulleiter am MTG Montabaur, Armin Pleiss (links), macht sich ein Bild von der Ausstellung wie auch die Geschichtslehrerin Christiane Blei (rechts) und die Referenten bei der Eröffnung.
Foto: Hans-Peter Metternich

Aufgrund der vielfältigen Herausforderungen, mit denen sich die europäische Integration derzeit konfrontiert sieht, gerät deren grundlegende Errungenschaft zunehmend aus dem Blickfeld: die Sicherung des Friedens in Europa. Mit dem Konflikt in der Ostukraine ist der Krieg zurück auf unserem Kontinent. Eine Wanderausstellung der Deutschen Gesellschaft „Den Blick gegen das Vergessen gerichtet“ konfrontiert noch bis Freitag, 3. Juni, die Schüler am Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur mit dieser Thematik.

Die Wanderausstellung entstand im Rahmen einer Begegnung von deutschen, französischen und polnischen Jugendlichen auf Usedom im Jahr 2008 und tourt seit 2009 durch Deutschland. In dieser Zeit wurden bereits mehr als 60 Stationen – überwiegend an Schulen – realisiert und, wo möglich, von Zeitzeugengesprächen begleitet.

Schulleiter Armin Pleiss äußerte sich bei der Eröffnungsveranstaltung in der Aula des Gymnasiums vor Schülern der elften Klassen erfreut darüber, dass die Ausstellung den Weg nach Montabaur gefunden habe. „Das Vergessen ist menschlich, und es ist manchmal heilsam, dass man in bestimmten Lebenssituationen Dinge vergessen kann“, sagte er. Doch das Vergessen der Geschichte heiße Verdrängen der Vergangenheit.

Bettina Hörter, Geschäftsführerin des Bezirksverbands Koblenz-Trier im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, nannte die Aktivitäten der Jugendlichen auf Usedom „eine Arbeit für den Frieden“. Gräberpflege sei mehr als die Achtung vor den Toten. Nur, wer sich erinnere, könne versöhnt leben, meinte sie. Jan Roessel, Referent Europa in der Deutschen Gesellschaft, formulierte die Frage von Jugendlichen: „Was geht mich das alles an?“ Seine Antwort: „Es geht um nichts Geringeres, als um den Frieden in Europa. Wir haben die Verpflichtung, einen – auch emotionalen – Zugang zu der Frage zu vermitteln, was Krieg für eine Gesellschaft bedeutet.“ Roessel meint, dass die Fotos und Texte der Ausstellung einen sehr persönlichen, nachdenklich machenden Zugang zu dem Thema vermitteln. Ehe Dr. Franz Josef Witsch-Rothmund von der Universität Koblenz-Landau seinen Roman „Hildes Geschichte“, der seine Familiengeschichte aufarbeitet, vorstellte, wurde den Montabaurer Gymnasiasten in einem Film die Arbeit der Schüler auf Usedom und deren Eindrücke und Erfahrungen nähergebracht. Bei der Ausstellungseröffnung machten die Referenten unisono deutlich: „Ohne Geschichte lässt sich nichts aufbauen – Sie repräsentieren als Jugendliche die Zukunft.“

Auf Anfrage will die Schule versuchen, Externen einen Einblick in die Ausstellung zu ermöglichen, Telefon 02602/158 00.



Adenau, 28.04.2016
BV Koblenz-Trier
Quelle: Blick aktuell, 04.05.2016

Das Gedenken bewahren

Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge erhält Spendenscheck

Bürgermeister Guido Nisius (r.) überreichte den symbolischen Scheck an den VDK Bezirksvorsitzenden, Peter Labonte, und Monika Korden, VDK-Beauftragte für die Verbandsgemeinde. Foto: SES

Bei der „Kriegsgräbersammlung 2015“ wurden in der Verbandsgemeinde Adenau 5593,02 Euro gesammelt. Dieses gute Ergebnis sei darauf zurückzuführen, dass es in der Verbandsgemeinde Adenau immer noch Menschen gebe, die dem Gedanken des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge immer noch sehr nahe stehen, meinte Peter Labonte, Vorsitzender des VDK (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) Bezirksverbandes Koblenz nicht ohne Stolz bei der Scheckübergabe. Bürgermeister Guido Nisius, der den Scheck an Peter Labonte und Monika Korden, Beauftragte des VDK für die Verbandsgemeinde Adenau, überreichte, würdigte dieses hervorragende Ergebnis ebenfalls.

„Mit den Spendengeldern kann der Volksbund seine Arbeit für den Frieden fortführen. Den im Krieg gefallenen Soldaten wird ein dauerhaftes Gedenken bewahrt und für eine friedliche Zukunft wird den jungen Generationen die Vergangenheit des Volkes bewusst gemacht“, erklärte Peter Labonte. Durch die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge finden die Menschen und Völker Europas näher zusammen, und das ist Ausdruck für Versöhnung, Frieden und den Willen zu einer gemeinsamen Zukunft, erklärte der Vorsitzende. SES



Koblenz
BV Koblenz-Trier
Quelle: RZ Koblenz und Region vom Freitag, 15. April 2016, Seite 22

Wie abwesende Soldatenväter Seelen formten

Lesung Sabine Bode und die Nachkriegskinder

Redakteur: Christian Kunst

Las in Koblenz aus ihrem Buch „Nachkriegskinder“: die Journalistin Sabine Bode. Foto: Sascha Ditscher

Koblenz. Kollektive Muster, sagt die Journalistin Sabine Bode, werden am ehesten sichtbar in einer Gemeinschaft. Wie jene, die sich am Mittwochabend in der Koblenzer Stadtbibliothek zusammenfand. Mehr als 150 Menschen, denen Bode einen Raum der Erinnerungen schafft – Erzählungen von Kindern der Soldatenväter, geboren in den 1950er-Jahren. In ihrem Buch „Nachkriegskinder“ – aus dem sie an diesem Abend auf Einladung des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge las – hat sich die Kölner Journalistin ihnen gewidmet, ihren Sehnsüchten, Ängsten, vor allem ihren Traumata, die sie bis heute belasten oder nur beschäftigen.

Bode, 1947 geboren, erzählt zu Beginn selbst von der „Straße meiner Kindheit“ in einer rheinischen Kleinstadt, auf der sie mit anderen Kindern „Deutschland erklärt den Krieg“ spielte, auf der sie die Männer mit nur noch einem Bein oder einem Arm sah oder die Betrunkenen, die Ende Monats einen Teil ihres Lohns versoffen. Der Krieg, erinnert sich Bode, „war etwas Wichtiges, er verbarg ein Geheimnis. Die Erwachsenen wurden leiser, hektischer, wenn sie darüber redeten.“ Bei ihr weckte es die Neugierde nach einem kollektiven Geheimnis, die sie später in einer ganzen Reihe von Büchern mit Berichten von Zeitzeugen stillte.

Rabiate Erziehungsmethoden

Doch es ist mehr: Es sind tiefe Einblicke in die Psyche ganzer Generationen, die bis heute unter den seelischen Folgen des Krieges leiden, obwohl ihn viele nie erlebt haben. Die Nachkriegskinder wurden oftmals Opfer einer rabiaten Erziehungsmethode, die es laut Bode so vor dem Krieg nicht gegeben hatte. Es gab Maßregelungen am Küchentisch: „Sitz gerade!“ oder „Reiß dich endlich zusammen!“ Es gab Schläge, rohe Gewalt. Abwertungspädagogik würde man dies heute wohl nennen, meint Bode. Die Eltern ließen damals Dampf ab. „Die Soldatenväter konnten die Unbeschwertheit der Kinder nicht ertragen.“ Und Bode spitzt zu: „Pädagogisch funktionierte das aus Sicht der Eltern ja auch gut. Eingeschüchterte Kinder machen ins Bett, aber keinen Krach.“

Drei Nachkriegskindern aus ihrem Buch verschafft Bode an diesem Abend Gehör. Sie lässt sie erzählen, wie sie sich ihren Eltern Jahrzehnte später genähert haben, entdeckt haben, dass sie oft Täter und Opfer zugleich waren. Es geht Bode und ihren Zeitzeugen nicht um eine Abrechnung mit der Elterngeneration, wie es die 68er-Generation kennzeichnete. Es geht ihnen vielmehr darum zu verstehen, warum viele Soldatenväter nie in der Welt der 50er-Jahre ankamen, warum viele Eltern in der Welt der Kinder abwesend waren.

Zweifel und Schuldgefühle

Ergreifend ist die Geschichte des Nachkriegskindes Michael Brenner, der mit Ende 50 herausfindet, dass sein Vater deshalb so abwesend war, weil er zu Kriegszeiten in Brüssel eine Frau und ein Kind hatte. Karl Brenners neue Familie in der Bundesrepublik sei so nie ein adäquater Ersatz gewesen, erkennt sein Sohn. Doch er selbst habe sich die Schuld für das Leid der Eltern gegeben. Er erinnert sich an den Vater als einen Menschen, der eine ungeheure Wut gegen alles hatte, vor allem Flüchtlinge. Der Sohn findet heraus, dass der Vater als Fallschirmjäger Teil von Sonder-, oft Himmelfahrtskommandos, gewesen ist. „Er kämpfte nicht für die Nazis, er kämpfte als Nazi.“ Michael Brenner sieht sich als Einzelgänger, seine Ehe ist gescheitert, er hatte wie sein Vater eine Beziehung zu einer jungen Ausländerin. Vor allem hat er ein lebenslanges Problem mit Vaterfiguren und Autoritäten.

Nicht immer, das zeigen Bodes Zeitzeugen, sind die Väter so jähzornig und aggressiv wie Brenners. Sie erzählt auch Beispiele von liebevollen Männern, die würdigen können, was ihre Kinder tun. Doch etwas hatten diese Soldatenväter gemeinsam, sagt Bode in der anschließenden Diskussion: „Sie waren kaum Vorbild. Eigentlich war die Mutter dazu da, sich um den Haushalt zu kümmern. Der Mann sollte den Kindern die Welt vermitteln. Doch das konnten diese Väter nicht, weil sie in dieser Welt nicht heimisch waren.“

Sabine Bode macht diese Erkenntnis nachdenklich: Sie fragt sich, ob die Kinder dieser abwesenden Soldatenväter überhaupt führen können. „Was für ein Land sind wir, was für eine Gesellschaft, in dem diese Kinder ohne Vorbilder führen sollen?“

RZ Koblenz und Region vom Freitag, 15. April 2016, Seite 22



Koblenz
BV Koblenz-Trier
Quelle: RZ Koblenz und Region vom Freitag, 15. April 2016, Seite 6

Kriegsenkel – eine vergessene Generation befreit sich

Interview: Sabine Bode über die langen Schatten von Traumata

Sie sind wieder da: die Traumata von Krieg und Flucht. Hunderttausende Flüchtlinge bringen sie nach Deutschland. Was passiert, wenn diese Traumata nicht frühzeitig aufgearbeitet werden, darüber schreibt die Kölner Journalistin Sabine Bode seit Jahren. Deutsche der Jahrgänge 1960 bis 1975, die Kriegsenkel, die nie selbst Krieg erlebt haben, werden von den Geistern der Vergangenheit bis heute gequält. Im Interview erklärt Bode, wie sich Ängste über Generationen in Familien vererbt haben und was wir daraus für die Flüchtlingskrise lernen können. Die Kriegsenkel sind für sie die Manager der Flüchtlingskrise:

Sie beschreiben in Ihrem Buch „Kriegsenkel“, wie Ängste der Eltern aus der Kriegszeit das Leben ihrer Kinder bis heute beeinflussen. Wie erklären Sie sich das?

Mittlerweile haben sich Forscher überall in der Welt mit dieser Weitergabe von Traumata befasst. Und sie haben belegt, dass es dieses Phänomen tatsächlich gibt. Das ist ein enormer Fortschritt, weil ich bei Lesungen früher häufig zu hören bekam, ich hätte ein Problem geschaffen, das es gar nicht gibt. Dabei haben es die Literaten immer gewusst. In großen Familienromanen wie „Buddenbrooks“ zum Beispiel: Hanno, das Kind, hat etwas von der Schwere seines Vaters übernommen und stirbt daran.

Wie erklären Sie sich die Weitergabe der Traumata?

Ich verstehe es vor allem als eine frühkindliche Prägung. Ganz pauschal ausgedrückt: Eltern, die sich von ihren besonders tief sitzenden Traumata aus der eigenen Kindheit nicht erholt haben, bekommen oft Probleme, wenn sie ihre Säuglinge versorgen müssen. Babys sind sehr hilflos und völlig auf die Eltern angewiesen. Das rührt die eigene unterdrückte Hilflosigkeit – das Gefühl des Ausgeliefertseins – wieder auf. Weil das nicht sein darf, geht eine Mutter, die so etwas spürt, aus dem emotionalen Kontakt mit dem Baby. Das wiederum versetzt ein Baby in Todesangst. Das Kind lernt also früh, dass es dafür sorgen muss, dass Mama stabil ist – andernfalls, weiß das Kind instinktiv, wird es selbst nicht versorgt. Dieses Muster setzt sich im Leben des Kindes, des Kriegsenkels fort. Es heißt: Ich bin für meine Eltern verantwortlich, ich muss sie glücklich machen. Dabei ist es doch eigentlich umgekehrt. Ich kenne 50-Jährige, die das immer noch gegenüber ihren Eltern empfinden, obwohl diese noch sehr fit sind. Die Kinder rufen bis heute einmal am Tag an und sorgen sich unendlich um sie.

Ist das eine Umkehrung der Beziehung zwischen Kindern und Eltern?

Ja. Es gibt den Ausdruck, die Eltern zu beeltern. Psychotherapeuten nennen es Parentifizierung. Wenn dies in einer Generation wie bei den Kriegsenkeln so häufig auftritt, dann empfinden sich die Betroffenen als völlig normal. Ein Drittel dieser Generation hat vermutlich dieses Problem, aber sie glauben, es ginge allen Menschen so.

Wie übertragen sich Ängste?

Die Ängste der Kriegskinder, also der Elterngeneration, wurden durch vielfältige Bedrohungen ausgelöst: Sie wurden Zeugen von Gewalt, sie haben Gewalt erlebt, Bombenkrieg, Flucht, sie haben ihre Heimat verloren, sind in einer nicht gerade wohlwollenden Umgebung angekommen, wurden von anderen Kindern schlecht behandelt, sie haben Tod in der eigenen Familie erlebt. Es gibt viele Gründe, warum diese Menschen den Boden unter den Füßen verloren haben. Aber die Kriegskinder haben auch Strategien entwickelt, um mit diesen Traumata klarzukommen. Sie betäubten sich selbst. Wenn für Kinder etwas unerträglich ist, dann reden sie sich ein: Alles ist in Ordnung, mir geht es gut. Und wenn sie größer sind, sagen sie: Indianerherz kennt keinen Schmerz. Oder sie haben in der Hitlerjugend gelernt, hart wie Kruppstahl zu sein. Eine solche Betäubung hilft ihnen, die Ängste nicht mehr zu spüren. Oft hält sie ein Leben lang an. Die Kriegskinder sehen sich selbst nicht als eine ängstliche Generation. Sie sind oft völlig fassungslos, dass diese Ängste bei ihren Kindern auftauchen und dass dies mit ihnen zu tun haben soll. Sie sehen nur, was sie alles überstanden haben und in welch friedlichen Zeiten ihre Kinder aufgewachsen sind. Die seien doch nur verwöhnt worden, ihnen sei es zu gut gegangen, meinen die Kriegskinder über ihre Kinder, die Kriegsenkel.

Was macht das mit Kriegsenkeln?

Bei ihnen bleibt ein verunsichertes Lebensgefühl. Es entstehen Blockaden und Ängste, die sie sich aus der eigenen Lebensgeschichte nicht erklären können. Es ist ihnen doch gut gegangen. Viele kommen auch gar nicht auf die Idee, dass ihre Ängste in den Erfahrungen der Eltern mit Krieg und Vertreibung begründet liegen könnten. Das hat damit zu tun, dass es in Familien bestimmte Wahrnehmungseinschränkungen gibt. Die Kinder spüren: bis hierhin und nicht weiter.

Sind das ungeschriebene Verbote?

Ja, Wahrnehmungsverbote, die selten ausgesprochen werden. Die werden unbewusst befolgt. Ein Kind spürt früh: Da stimmt was nicht. Dann fragt es vielleicht einmal nach. Und weil es dann Ablehnung gespürt oder Schweigen erlebt hat, fragt es nicht weiter nach. Irgendwann vergisst es, und das Verbot sinkt ab ins Unterbewusstsein. Die Tatsache, dass sich jetzt so viele Menschen dieser Verstrickungen bewusst werden und die Kriegsenkel fast zu einer gesellschaftlichen Bewegung werden, hat mit 70 Jahren Frieden zu tun.

Sie sagen, dass nur ein Drittel der Generation der zwischen 1960 und 1975 Geborenen betroffen ist. Gibt es also eine psychische Disposition, die es eher wahrscheinlich macht, dass die Ängste der Eltern das Leben beeinflussen?

Nur etwa ein Drittel der Eltern hat sich nicht vom Krieg erholt. Das Interessante ist, dass fast immer nur ein Kind in einer Familie dieses Erbe spürt. Das ist das sogenannte Problemkind, das sein eigenes Leben nicht in den Griff bekommt, obwohl es doch die besten Bedingungen hatte – bis es mit 40 in der psychosomatischen Klinik landet und sich mit seinen Wurzeln beschäftigt.

Warum ist es oft nur ein Kind?

Das ist noch nicht geklärt. Das sind Erfahrungswerte in psychotherapeutischen Praxen. Manche sagen, ein Kind ist meist besonders sensibel. Möglich. Aber wie will man das erfassen?

Sie beschreiben in Ihrem Buch viele Beispiele von Vertriebenenfamilien. Was unterscheidet deren Traumatisierung von der anderer Kriegskinder und -enkel?

In den Lebenseinschränkungen gibt es keine Unterschiede – was also Ängste oder Blockaden angeht. Trauma ist Trauma. Die Folgen für die nächste Generation sind immer gleich. Auffällig viele Kriegsenkel, die sich bei mir meldeten, sind kinderlos. Es ist für mich ein Ausdruck für mangelndes Vertrauen ins Leben. Andere ziehen ständig um. Sie sagen: Ich bin immer auf der Flucht. Sie wollen sich nicht viel Besitz zulegen. Einer hat mir mal gesagt: Ich habe immer einen Koffer unter dem Bett. Das sind Hinweise auf dieses Erbe, das aus der Flucht stammen kann.

Einiges klingt wie eine Revolte gegen die Eltern. Wie viel von den Ängsten ist Kriegstraumata der Eltern geschuldet, wie viel nur Ausdruck gesellschaftlicher Zwänge?

Es ist keine Revolte. Im Gegenteil. Ich selbst gehöre der unmittelbaren Nachkriegsgeneration an. Wir haben wirklich gegen unsere Eltern revoltiert. Die Kriegsenkel fühlen sich hingegen einer Fürsorge für die Eltern verpflichtet. Das ist oft ungut, weil dies ein Abhängigkeitsverhältnis begründet. Sie verhalten sich wie nicht abgenabelte Töchter oder Söhne, obwohl sie eigentlich längst auf Augenhöhe mit ihren Eltern sein sollten. Die Spannungen sind oft verdeckt. Es gibt wenige offene Konflikte.

Wie sollten Kriegsenkel mit ihren Belastungen umgehen: Sollten sie darüber mit ihren Eltern sprechen?

Eine Parentifizierung löst sich selten von selbst auf. Es braucht viel Zeit, um sie zu lösen. Da muss man für längere Zeit mal das schlechte Gewissen aushalten, das auftritt, wenn man sich das erste Mal von seinen Eltern abgrenzt. Es dauert, bis man begreift, dass die Welt dann nicht untergeht. Nicht immer ist ein Therapeut nötig. Manchmal reicht es schon, sich über eine längere Phase mit Menschen aus der gleichen Generation zum Erfahrungsaustausch zu treffen.

Was kann man aus den Erkenntnissen der deutschen Kriegsenkel für die Flüchtlingsdebatte lernen?

Was die Flüchtlingsfrage so gravierend für uns macht, ist, dass sie so plötzlich auftrat. Es haben alle weggeguckt, und plötzlich war sie da. Vieles von dem, was wir heute erleben, wäre so nicht passiert, wenn man halbwegs vorbereitet gewesen wäre. Auf der anderen Seite ist es 70 Jahre her, als etwas Ähnliches schon einmal bei uns passiert ist: Innerhalb kürzester Zeit waren 14 Millionen Deutsche auf der Flucht – und das in Notzeiten. Es ist doch erstaunlich, wie diese Krise bewältigt wurde. Die Vertriebenen waren nicht willkommen, weil diejenigen, die selbst wenig hatten, teilen mussten. Es gab riesige kulturelle Unterschiede: Protestanten und Katholiken waren sich damals wahrscheinlich vor allem in vielen ländlichen Regionen so fremd wie heute Christen und Muslime. Was uns heute fehlt, ist das Bewusstsein, dass die Zuwanderung und ihre Folgen zu bewältigen sind. Es steht viel mehr im Vordergrund, was wir nicht gelöst bekommen. Es wird nicht bedacht, dass ein Problem, das erst seit dem Herbst existiert, sich nicht so schnell lösen lässt. Und dies, obwohl jetzt weniger Flüchtlinge kommen. Die Aufregung ist viel größer als das Problem.

Viele Vertriebene weisen einen Vergleich mit den heutigen Flüchtlingen aber weit von sich. Sie sehen hingegen eine Chance der Identifikation mit den Flüchtlingen?

Ja, aber das würde voraussetzen, dass man sich mit seinem Schicksal wirklich offen auseinandergesetzt hat. Familien, die dies getan haben, gehören eher zu den Helfern von Flüchtlingen. Besonders groß ist die Unterstützung in der Generation der Kriegsenkel. Das sind auch diejenigen, die institutionell so gute Arbeit leisten. Sie managen die Flüchtlingskrise, vor allem in den Kommunen.

Wie erklären Sie sich das?

Mir hat eine beruflich sehr beschäftigte Frau, die jeden Abend in ein Flüchtlingsheim geht, gesagt: Das ist das Sinnvollste, das ich seit vielen Jahren getan habe. Helfen tut gut. Diese Empathiefähigkeit speist sich aus meiner Sicht sehr stark daraus, dass viele Menschen mehr über die Vergangenheit ihrer eigenen Familie wissen. Und dann sind sie unbelastet. Dann reagieren sie eben so, wie Menschen reagieren, wenn andere in Not sind.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine Therapie der Flüchtlinge?

In den meisten Fällen ist vielleicht überhaupt keine Therapie nötig. Das Wichtigste ist, dass sich fremdenfeindliche Übergriffe wie in Clausnitz nicht wiederholen. Flüchtlinge dürfen sich, sobald sie an einen sicheren Ort gebracht wurden, nicht wieder solchen Anfeindungen ausgesetzt sehen. Das führt zu Retraumatisierungen. Besonders die Kinder müssen das Gefühl haben, Schutz zu bekommen, gerettet zu sein. Und sehr wichtig ist, dass die Kinder sofort in die Schule geschickt werden. Sie kommen dort in Kontakt mit der Welt außerhalb ihrer Unterkunft, vor allem mit anderen Kindern. Sie können für einige Zeit mal vergessen, was sie erlebt und verloren haben. Andererseits finde ich es falsch, die Kinder nicht darauf anzusprechen, was sie erlitten haben. Nach vielleicht sechs oder zwölf Monaten brauchen die Jungen und Mädchen eine Chance, ihre Verluste zu betrauern. Diese Möglichkeit hatten die Kinder der deutschen Flüchtlingskinder nach 1945 nie. Die meisten von ihnen waren wie betäubt. Sie dachten, es sei normal, den Vater zu verlieren – ich bin ja nicht traurig, die Mama ist traurig, und die muss ich trösten.

Das Gespräch führte Christian Kunst

Zur Person

Sabine Bode, geboren 1947, beschäftigt sich seit Langem mit dem Schicksal von Kriegskindern, Nachkriegskindern und Kriegsenkeln. Ihre Bücher, in denen sie nicht Forscher, sondern Zeitzeugen sprechen lässt, sind Bestseller, ihre Lesungen wie zuletzt in Koblenz überfüllt. Bei dieser Lesung verriet sie, dass sie derzeit an einem historischen Roman arbeitet. Das Thema deutsche Kriegstraumata beschäftigt sie kaum noch: „Nach 20 Jahren sind mir die Fragen ausgegangen.“ ck


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