Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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Jedes Jahr beteiligen sich mehrere Tausend junge Europäer an den Workcamps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Die Jugendlichen helfen bei der Pflege und Instandsetzung von Gedenkstätten und Kriegsgräbern des Ersten und Zweiten Weltkrieges und beteiligen sich damit an einer gelebten demokratischen Gedenkkultur über nationale Grenzen hinweg. Auch Begegnungen mit den Menschen und der Kultur des jeweiligen Gastlandes, das Eingehen von Freundschaften zwischen den Teilnehmern aus den unterschiedlichsten europäischen Ländern sowie die pädagogisch begleitete historische Bildungsarbeit vor Ort sind feste Bestandteile des Jugendlagers. Durch den Kontakt mit und die Arbeit auf Gedenk- und Kriegsgräberstätten können die Teilnehmer einen authentischen und praktischen Bezug zur Geschichte herstellen und über den gemeinsamen Einsatz mit Jugendlichen anderer Nationen ein junges, vitales Europa mitgestalten. Denn erst durch das tägliche Miteinander werden Grundsteine für Friedfertigkeit, Verständnis und Demokratie gelegt. Die Aufenthalte dauern 14 Tage und richten sich an junge Leute im Alter von 16-25 Jahren.
Im Landesverband Saar im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. finden Workcamps in Losheim am See und in Pornichet, an der Atlantikküste in Frankreich, statt.
Das maritime Pornichet ist unser erstes Ziel für Workcamps, da hier unser Betreuungsfriedhof liegt und wir somit besondere Verantwortung für die dortigen Gräber und ihre Geschichte tragen. Außerdem befindet sich die deutsche Partnerstadt von Pornichet im Saarland: Bexbach. Wir pflegen also auch hier besondere Beziehungen zur Stadt in der Bretagne. An diese freundschaftliche Verbindung wollen wir mit unserem Workcamp anknüpfen und fördern den Austausch und die Verständigung unter den jungen Teilnehmern aus ganz Europa.
In der Geschichte wurde Pornichet hart umkämpft und die Narben der Auseinandersetzungen sieht man noch heute: So schlängelt sich der gewaltige Atlantikwall an der heute touristisch viel genutzten Küste entlang und in unmittelbarer Nähe zu Pornichet ließ die deutsche Kriegsmarine 1941 einen U-Boot-Bunker errichten, der auch heute noch zu besichtigen ist.
In Pornichet hatte die deutsche Wehrmacht im Anschluss an den französischen Stadtfriedhof St. Sébastien einen Soldatenfriedhof angelegt, der ursprünglich mit 1753 Gefallenen belegt war, später durch Zubettungen, welche von den französischen Behörden vorgenommen wurden, auf 2672 erweitert wurden.
Im Rahmen des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom Jahre 1955 wurde vereinbart, die Anlage in Pornichet durch Zubettungen zu erweitern und durch entsprechenden Ausbau zu einem der endgültigen deutschen Soldatenfriedhöfe in Frankreich umzuwandeln. Durch den Umbettungsdienst des Volksbundes wurden alle deutschen Kriegstoten, die bisher in den Départements Loire-Atlantique, Maine-et-Loire, Vendée und Deux-Sèvres auf provisorischen Anlagen, zuweilen auch noch in Feldgräbern bestattet gewesen waren, (insgesamt 2163) nach Pornichet umgebettet.
Hierbei wurde in mühseliger Kleinarbeit alles gesammelt, was zu einer späteren Identifizierung der unbekannten Toten dienen konnte. Einer unerwartet hohen Zahl von unbekannten Gefallenen konnte der Name wiedergegeben werden. Darüber hinaus wurde eine große Anzahl von Grabstellen in Erfahrung gebracht, von deren Vorhandensein bisher nichts bekannt gewesen war. Manches Schicksal konnte geklärt, mancher Familie konnte Gewissheit über das Grab ihres Angehörigen gegeben werden.
Pornichet stand also mehrfach im Brennpunkt bedeutender historischer Ereignisse und Einzelfälle, an denen konkrete ethische, politische und geschichtliche Lehreinheiten anknüpfen können. Mehrere Museen zum Thema Zweiter Weltkrieg und Résistance runden das Lehrangebot ab.
Daneben bietet Pornichet als Ferien- und Urlaubsort aber auch zahlreiche Möglichkeiten, um das vielgerühmte "l’art de vivre" zu entdecken. So bieten sich Exkursionen in den Parc Naturel régional de Brière, in den Botanischen Garten, an die Uferpromenade und die Sandstrände an. In unmittelbarer Nähe zum Meer kann man reiten, radeln, segeln, schwimmen, surfen, Minigolf und Tennis spielen, wandern oder im Aquazoo fremde Meeresbewohner besuchen. Wir freuen uns auf die Reise an die Küste!
Besonders widmen wir uns während des Workcamps in Losheim den saarländischen Kriegsgräberstätte, auf denen, neben deutschen Soldaten und zivilen Kriegsopfern, viele Tote aus anderen Ländern ruhen. Durch die gemeinsame Arbeit an den Kriegsgräbern soll der Leitgedanke "Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden" gelebt und durch gemeinsame Erlebnisse vertieft werden. Aber wir wollen auch das Saarland als Reiseland näherbringen. Ob Industriedenkmäler aus der Zeit als Kohle- und Stahlindustrie das Land dominierten oder auch Ausflugsfahrten nach Frankreich, Luxemburg und Straßburg, es gibt vieles zu entdecken und zu erleben. Fahrten zu geschichtsträchtigen Orten wie Verdun, Spicheren oder Trier, gehören selbstverständlich zum Programm. Aber auch andere Freizeitaktivitäten, Workshops, Grill- und Spielabende sollen dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Freundschaften entstehen zu lassen.
Die besonders reizvolle Lage der Unterkunft unmittelbar an der malerischen Kulisse des Sees lädt, bei hoffentlich schönem Wetter, zum Schwimmen geradezu ein. Auch in Losheim wird somit ein spannendes Ineinandergreifen von lernen, entdecken, anpacken, reisen und Freizeit an der Tagesordnung sein.
Bildungsreise Krakau-Breslau-Oppeln/Polen
21.07. - 04.08.2013
Internationales Workcamp Mainz
23.07. - 04.08.2013
Beachcamp La Cambe/Frankreich
03.08. - 18.08.2013
Studienfahrt Novosibirsk/Russland
17.-27.08.2013
Fahrt ab/bis Mainz.
Informationen und Anmeldung unter jugend-rlp(at)volksbund.de
Zum Workcamp-Angebot des Volksbundes (dt./franz./engl.).
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