Internationale Jugendbegegnung Magdeburg 2017

Vom 24. Juni bis zum 9. Juli 2017 waren wieder 26 Jugendliche aus ganz Europa zu Gast in Magdeburg.

24. Juli 2017 Niklas Sandhoff

Aus Bosnien und Herzegowina, der Türkei, Russland, Belarus, Italien und Deutschland  sind die 26, zwischen 15 und 24 Jahre alten Jugendlichen, in Magdeburg zusammengekommen, um sich in dem internationalen Workcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. für den Frieden einzusetzen.

Den Auftakt des Camps machte ein historisches Geocaching durch die Magdeburger Innenstadt, bei welchem die Teilnehmer viele interessante Informationen zur Geschichte Magdeburgs im Ersten Weltkrieg erhielten und die Innenstadt erkunden konnten. Daran anknüpfend waren die Jugendlichen im Rathaus Magdeburgs zu Gast, wo sie von Bürgermeister Klaus Zimmermann offiziell in der Landeshauptstadt begrüßt wurden.

Auch die Pflege einer Kriegsgräberstätte durfte in einem Volksbundcamp natürlich nicht fehlen, so widmeten die Teilnehmer einen ganzen Vormittag der Pflege der Kriegsgräber auf dem Magdeburger Westfriedhof. Mit Schwamm und Harke machten sie sich dabei an die Arbeit, die Gräber der im Zweiten Weltkrieg Verstorbenen zu Säubern und die Spuren des schweren Gewitters aus der Woche zuvor zu beseitigen.

Krieg und Menschenrechte

Mit den noch frischen Impressionen des Friedhofs setzten sich die Jugendlichen in einem Workshop mit dem Jahresthema des Volksbundes „Krieg und Menschenrechte“ auseinander. In zwei Einheiten thematisierte der Workshop unter anderem mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und die Kairoer Erklärung der Menschenrechte.

Nachdem die Teilnehmer sich in den Workshops ausführlich mit den Menschenrechten beschäftigt hatten, brachten sie das Wissen in die Aktion Rote Hand gegen den Einsatz von Kindersoldaten ein. Eine Stunde lang standen die Jugendlichen vor der Stadtbibliothek Magdeburg und gaben Passanten die Möglichkeit mit ihrem roten Handabdruck ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten zu setzen. Der erste der über 80 Handabdrücke des Tages gehörte dabei dem Landtagsabgeordneten Tobias Krull.

Von Berlin nach Gardelegen

Großen Grund für Vorfreude bei den Teilnehmern lieferte vor allem ein Tagesausflug nach Berlin. Dort angekommen begann der Tag mit einer Führung zu einigen der Denkmäler Berlins. Begonnen wurde die Führung am Denkmal für die ermordeten Juden Europas, gefolgt von dem Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und endete am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Im Anschluss an diese interessante Führung hatten die Jugendlichen noch die Gelegenheit bis zur Abfahrt des Busses Berlin auf eigene Faust zu erkunden.

Kurz nach dem Ausflug nach Berlin stand bereits der nächste Abstecher auf dem Programm, dieses Mal war das Ziel Gardelegen und die Gedenkstäte Feldscheune Isenschnibbe. In der Gedenkstätte wurde den Jugendlichen die Geschichte und die Hintergründe der Gedenkstätte, wo 1945 über tausend KZ-Häftlinge in der Isenschnibber Feldscheune verbrannt wurden, bei einer Besichtigung vom Leiter der Gedenkstätte Andreas Froese Karow erläutert.

Sein Ende fand der Tag schließlich bei einem gemeinsamen Grillabend mit dem Rotary Club Gardelegen im Ferienpark Zichtau nahe Gardelegen, wo die Teilnehmer auch die Nacht verbrachten. Vor der Rückfahrt nach Magdeburg ging es erneut auf die Isenschnibbe, dieses Mal zum Arbeitseinsatz. Im Laufe des Tages reinigten die Jugendlichen alle der über tausend Kreuze des Friedhofs, bevor sie sich wieder auf den Rückweg nach Magdeburg machten.

Peace Monument

Der zentrale Programmpunkt des Workcamps, war jedoch ein anderer, nämlich die Arbeit für das „Peace Monument – Floris Pax“. Unter der Anleitung des Magdeburger Künstlers Marcus Barwitzki begannen die Teilnehmer mit der Gestaltung ihre eigenen kleinen Tonkacheln, welche sie mit verschiedenen Bildern, Symbolen und Nachrichten für den Frieden schmückten. Währenddessen legten sie außerdem bereits die Grundlagen für die Fertigung ihrer Gesichterkacheln, indem sie mithilfe eines Biokunststoffes Gesichtsabdrücke von sich selbst fertigten.

Die Gesichterkacheln selber wurden dann in drei Schritten gefertigt. Erst wurden die Masken mit Ton gefüllt, um den Gesichtsabdruck der Teilnehmer auf den Ton zu bringen. Im zweiten Schritt hatten die Jugendlichen die Aufgabe ein genaues Selbstportrait zu zeichnen, um ein Gefühl für die Konturen ihres Gesichtes zu bekommen. Ein wichtiger Arbeitsschritt, denn im dritten Schritt mussten die Teilnehmer ihre auf den Masken noch geschlossenen Augen auf ihrer Kachel öffnen und bei der Arbeit mit dem Ton bedeutete ein Fehler, dass man mit der Kachel noch einmal von vorne beginnen musste, da es beinahe unmöglich ist, diesen im Ton wieder zu korrigieren.

Nachdem letztendlich alle Jugendlichen ihre Kacheln fertiggestellt und glasiert hatten, war es Zeit die Früchte ihrer Arbeit zu ernten. Dies geschah am 7. Juli 2017, an dem im Einewelthaus Magdeburg die Ergebnisse des Workcamps der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Moderiert von dem Magdeburger Kabarettisten Lars Johansen wurde dort in einer Vernissage das Projekt „Peace Monument – Floris Pax“ den Gästen vorgestellt. Bis zum Jahr 2020 sollen über 2000 Kacheln gestaltet werden, um aus diesen schließlich die sieben Meter hohe Großplastik „Peace Monument – Floris Pax“ im Elbauenpark Magdeburg zusammenzufügen.

Ihr Ende fand die Vernissage mit einem Beitrag der Teilnehmer selbst, welche den Song „Work for Peace“ in Anlehnung an den Beatles Song „Let it be“ zum Besten gaben. Für alle, die sich noch gerne einen Eindruck vom Peace Monument verschaffen wollen: Die Ausgestellten Ergebnisse des Camps werden noch bis zum 7. September im Einewelthaus in der Schellingstraße zu sehen sein.

So fand auch die diesjährige Internationale Jugendbegegnung in Magdeburg ihr Ende, als sich die Jugendlichen nach der Abschlussfeier am darauffolgenden Tag schließlich wieder auf den Weg in ihre Heimatländer machten, um sich auch dort mit den im Workcamp gesammelten Eindrücken für Frieden und Menschenrechte einzusetzen.

Gefördert wurde die Jugendbegegnung durch das EU-Programm Erasmus+.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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