Dresdner Schüler gedenken Bombenopfern

Projekt „ Johannisfriedhof“ geht ab Herbst in die nächste Runde

29. Juni 2017

Gedenkveranstaltung und Einbettung

Schilder mit der Aufschrift "Kriegsgrab"

Mit einer bewegenden Abschlussveranstaltung gedachten am vergangenen Donnerstag Schüler der 88. Oberschule „Am Pillnitzer Elbhang“ den Opfern der Bombardierung des 13./14. Februars 1945. Erstmals in der nunmehr vierjährigen Geschichte des Schulprojektes fand in diesem Jahr auch eine Einbettung von 30 Kriegstoten durch den Volksbund statt, die während der Luftangriffe in den Kellern der Stadt ums Leben gekommen waren. Eigens zu diesem Anlass trugen die Schüler der neunten Klasse selbst niedergeschriebene Gedichte und Gedanken zum Thema „Krieg & Gewalt“ vor und legten Blumen auf den Särgen der Toten nieder.

Zu unserer besonderen Freude konnten wir dieses Jahr auch Angehörige von Opfern des 13./14. Februar begrüßen. Eine Familie hatte den Namen einer Verwandten auf einem der Grabsteine wiederentdeckt, die erst seit wenigen Monaten den Weg zum Gräberfeld für die Bombenopfer zieren. Bereits im Schuljahr 2015/16 hatten die Schüler damit begonnen, die zum Teil vergrabenen und überwucherten Grabsteine zu bergen, so dass sie nach gründlicher Reinigung im Herbst 2017 wieder einen würdigen Platz am Wegesrand erhielten. Allein diese Begebenheit zeigt, wie wichtig ein Engagement der nachfolgenden Generationen gegen das Vergessen und für das Erinnern noch immer ist. 

Daneben hatten die Schüler aber auch noch viele andere Gründe, auf die von ihnen geleistete Arbeit stolz zu sein. So hatten sie im Verlauf des letzten Jahres nicht nur den sowjetischen Ehrenhain mit neuer Erde aufgefüllt und bepflanzt, sondern auch im Rahmen von weiteren Projekttagen Namensziegel mit den Namen von allen 66 Gestorbenen, die heute auf dem Ehrenhain liegen, angefertigt. Zeitgleich wurde außerdem eine Informationstafel gestaltet, die über die Schicksale der Kriegsopfer informiert. Beide Projekte sollen noch im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden und dann dauerhaft auf dem Friedhof ausgestellt werden. Auch von den Schülern gefertigt wurden Schilder mit dem Aufdruck „Kriegsgrab“, die künftig an Einzelgräbern auf dem Johannisfriedhof angebracht werden und die besondere Bedeutung von Kriegsgräbern aufmerksam machen sollen. Ein scharfer Blick beim nächsten Rundgang auf dem Johannisfriedhof lohnt sich also! Doch der Friedhof kann in Zukunft nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren erkundet werden: Im Verlauf der letzten Jahre konzipierten zwei Generationen von Schülern einen Audioguide, der nun in diesem Schuljahr endlich vertont und fertig produziert werden konnte und den geneigten Friedhofsrundgänger über allerlei historische Hintergründe des Johannisfriedhofs informiert.

Neben der Präsentation ihrer Arbeitsergebnisse stand für die Schüler der neunten Klassen auch die traditionelle Übergabe an den nachfolgenden Schülerjahrgang an, der ab Herbst 2017 das Schülerprojekt „Johannisfriedhof“ weiterführen wird. Die Ergebnisse der einzelnen Projektengruppen aus diesem Schuljahr werden ebenfalls in Kürze auf dieser Website präsentiert. 

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Volkstrauertag 2017

Die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag am 19. November 2017 veranstaltete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge traditionell im Plenarsaal des Sächsischen Landtages zu Dresden; dieser geht eine protokollarische Kranzniederlegung auf dem Nord-Friedhof voraus.

Im Jahr 2016 hielt S. E. Wladimir M. Grinin, Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, die Gedenkrede. 

In unserer Mediathek haben Sie die Möglichkeit, Videomitschnitte aller Programmteile der Veranstaltung anzusehen.

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