Babrujsk 2010

Dass ich einmal mein eigenes Workcamp leiten würde, hätte ich vor drei Jahren niemandem geglaubt. Und nun sitze ich hier an meinem Schreibtisch mitten im verschneiten Berlin und träume mich nach Belarus zurück. Vor meinem inneren Auge zieht der Wald vorbei und die Welpen des Ferienlagerdirektors kommen unserem alten klapprigen Bus schon entgegengelaufen. Ich sehe das wieder hergerichtete Pionierlager mit seinen Sportplätzen, der Banja, der Tribüne und dem Essenssaal mit Märchenbildern an der Wand, der fast jeden Abend zur Disko umfunktioniert wurde.

Das alles schürt die Sehnsucht nur und ich freue mich um so mehr auf das nächste Jahr!

Aber ich möchte ja eine Campgeschichte und keinen Liebesbrief schreiben. Also reiße ich mich zusammen und denke zurück an den Tag, an dem wir die regionale Süßwarenfabrik besuchten. Da Belarus an der EU-Außengrenze liegt, ist die Einfuhr von ausländischen Produkten schwierig und die Preise ausländischer Produkte recht teuer. Meine belarussischen Freunde schwören also auf die eigene Schokolade und in allen Medien wird für einheimische Produkte geworben. Das wollten wir uns genauer anschauen und haben mit Unterstützung des Landrats eine Führung durch die örtliche Süßigkeitenfabrik organisiert. Zuerst mussten sich alle weiße Tücher um den Kopf binden und weiße Kittel anziehen und dann ging die Fresstour los. Ich glaube, es gab nichts, was dort nicht hergestellt wurde, und unsere stolze Führerin nahm immer wieder ganze Bleche mitten aus der Produktion heraus und verteilte diese unter den Campteilnehmern. Bei dem Gedanken an die Unmengen von Gelee-Früchten und Schoko-Bananen wird mir jetzt noch schlecht.

Am Ende wartete noch ein riesiges Probierbuffet mit Tee, Wasser und Kaffee, umringt von den Fabrikarbeiterinnen, auf unsere Meinung zu den einzelnen Süßigkeiten. Doch in die meisten Mägen ging nichts mehr hinein. Also wurden in Windeseile Tüten herbei gebracht und jedem, der den Raum verlassen wollte, prall gefüllt mit Süßkram in die Hand gedrückt oder in die Tasche gestopft.

Ich fühlte mich wie der kleine Teufel aus dem Märchen mit seinen Bauchschmerzen von den vielen geklauten Pfannkuchen und war unserer Campmutter unglaublich dankbar für ihre warme herzhafte Suppe zum Abendbrot.

Eines muss noch gesagt werden: ES WAR EIN SUPERCAMP! Unser tolles Abschlussfest und der tränenreiche Abschied am Minsker Bahnhof waren nur das Schokoflöckchen auf dem Sahnehäubchen auf dem Karamellguß des Schoko-Nuss-Kuchens (ums nochmal so richtig süß zu sagen).

 

Ein Bericht von Karoline Spring

 

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